Roboter lernen, senkrechte glatte Wände empor zu laufen

2. November 2011, 12:09
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Statt Saugnäpfe oder Klebemittel nutzt das 240 Gramm schwere Gerät feinster Härchen um auf Glas, Fliesen oder Wänden haften zu bleiben

Paris - Der Gecko und seine Fähigkeit, glatte senkrechte Flächen empor zu laufen, hat kanadische Wissenschafter zur Entwicklung eines kleinen Roboters mit ebensolchen Fähigkeiten inspiriert. Wie die britische Fachzeitschrift "Smart Materials and Structure" berichtete, benötigt das rund 240 Gramm schwere Gerät weder Saugnäpfe noch Klebemittel, um sich an glatten Flächen, beispielsweise an Fensterscheiben oder Wänden, festzuhalten. Stattdessen ist es mit einer Art von Schienen ausgestattet, die - wie die Füße des Geckos - von mikroskopisch feinen Härchen bedeckt sind.

Die vor allem in tropischen Breiten beheimateten kleinen Echsen verfügen über ultrafeine Härchen, die dank einer Wechselwirkung zwischen Atomen und Molekülen, sogenannten Van-der-Waals-Kräften, an Oberflächen haften. Dem Bericht zufolge sind die pilzförmigen Mikrofasern an den Schienen des Roboters nur 0,017 Millimeter dick. Das menschliche Haar hat hingegen eine durchschnittliche Stärke von 0,1 Millimeter.

Quelle: YouTube

"Je mehr solcher Härchen ein Gecko hat, umso besser haftet er an einer Oberfläche", erläuterte Jeff Krahn, Leiter des Forscherteams an der Simon-Fraser-Universität im kanadischen Burnaby in der Zeitschrift. Das gleiche Prinzip sei von seinem Team bei der Entwicklung der kleinen Roboter angewandt worden.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten der Geräte sind den Wissenschaftern zufolge vielfältig: Sie könnten etwa Fenster putzen, Gebäude inspizieren oder auch beim Aufspüren von Verschütteten helfen. Der nun entwickelte Prototyp wird per Kabel mit Strom versorgt. Später könnten die Roboter aber Batterien und einen kleinen Computer eingebaut bekommen und somit autonomer werden, betonte Krahn. (red/APA)

  • Dem neu entwickelten Fassadenkletterer stehen zahlreiche Betätigungsfelder offen.
    foto: simon-fraser-university/j krahn

    Dem neu entwickelten Fassadenkletterer stehen zahlreiche Betätigungsfelder offen.

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