Palästina in der Unesco

Leere Geste mit bösen Folgen

Kommentar | Eric Frey, 1. November 2011, 18:49

Die Aufnahme eines imaginären Palästinas in die UN-Kulturorganisation Unesco ist ein rein symbolischer Akt

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob eine Mitgliedschaft Palästinas in der Uno dem Nahost-Friedensprozess schaden ober nützen würde. Aber eines steht außer Zweifel: Die Aufnahme eines imaginären Palästinas in die UN-Kulturorganisation Unesco ist ein rein symbolischer Akt, der den Menschen in der Region nichts bringt und nichts nimmt - eine Politik der leeren Gesten.

Dennoch hat die Entscheidung vom Montag gravierende Auswirkungen: Es ist ein Rückschlag für US-Präsident Barack Obama, der einen Palästinenserstaat grundsätzlich befürwortet, den Weg über die Uno aber ablehnt - teils innenpolitisch motiviert, aber auch mit guten Argumenten.

Vor allem aber schadet die Wahl der Unesco selbst. Ein 15 Jahre altes Gesetz zwingt die USA, ihre Beiträge an die Organisation - fast ein Viertel ihres Budgets - in so einem Fall einzustellen. Das ist auch für Obama ein Unglück: Anders als früher unterstützen die USA die Unesco, vor allem ihre Chefin Irina Bukova. Das Gesetz lässt sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kongress aber nicht ändern.

Dass angesichts dieser absehbaren Folgen elf von 27 EU-Staaten für die Aufnahme Palästinas gestimmt haben, ist unverständlich. Und dass Österreich, dem die Unesco einst so wichtig war, dass Benita Ferrero-Waldner ins Rennen um den Chefsessel geschickt wurde, bei dieser Gruppe dabei ist, ist ein Skandal - ein weiteres Zeichen für den Niedergang der österreichischen Außenpolitik. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.11.2011)

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Pyotr Alexeyevich
00
21.11.2011, 04:16
Obama befürwortet grundsätzlich den Palästinenserstaat

Ganz so, wie Obama grundsätzlich Guantanamo schließen will (es aber nicht tut).

Ganz so, wie Obama grundsätzlich gegen die Bush-Steuergeschenke ist (sie aber verlängert hat).

Ganz so, wie Obama grundsätzlich eine allgemein zugängliche und leistbare Krankenversicherung will (und sie doch zu 100% in privaten Händen lässt).

Grundsätzlich ist er ja ein toller Kerl, dieser Obama.

Die Palästinenser warten seit bald 20 Jahren auf den Staat, den man ihnen im Oslo-Friedensprozess zugesagt hat. Wer kann ihnen übel nehmen, dass sie auf luftige Grundsatzerklärungen nichts mehr geben?

venere nera
51
6.11.2011, 17:07
danke, guter kommentar

PastaPasta
12
3.11.2011, 20:24

Man muss sich also der Position der USA angleichen, weil die so viel Geld haben. Alles klar, tolle Einstellung.

venere nera
11
6.11.2011, 17:09

nein: aber man muss nicht bei jedem blödsinn mitmachen, nur weil man damit anders als die amis abstimmt...

emanze c
11
3.11.2011, 11:24

"Die Aufnahme eines imaginären Palästinas in die UN-Kulturorganisation Unesco ist ein rein symbolischer Akt"

Bei Israel war das doch ähnlich: ein an sich imaginärer Staat wird in die UNO aufgenommen und diese Aufnahme ist gleichzeitigig durchaus ein konstitutiver Akt (wie gründet sich ein Staat? Deklaration und Anerkennung durch andere Staaten - die Anerkennung kann man implizit in der Aufnahme in eine STAATENgemeinschaft sehen, was die Aufnahme dann mehr als symbolisch macht - sie schafft Tatsachen).

venere nera
10
6.11.2011, 17:10

kauf dire mal ein lehrbuch pber verfassungsrecht, dann weißt du was ein statt und was ein imaginärer staat ist.

manto bamminger
13
2.11.2011, 20:22
hmmm

also diesen herrn fry versteh ich noch nicht so ganz.

aber ja, so ist das leben, da gibt es echt unterschiedliche ansichten.
Entweder haben diese alle einen platz in europa, oder,....na eigentlich gibts keine andere lösung

ich find die aufnahme palästinas sehr gut.

sysiphos
 
24
2.11.2011, 20:19
au contraire herr frey

auch wenn sie offenbar, aus welchen gründen auch immer, extrem einseitig die seite israels vertreten, und damit wohl auch die weitgehend bedingungslose unterstützung israles durch die usa, werden sie sich schwer tun zu erklären, weswegen österreich sich in seiner außenpolitik der selben einseitigkeit verpflichtet fühlen sollte. in der tat tut es wohl keinem weh, wenn palästina in der unesco ist, dass man einem real existierenden volk und land wenigstens eine symbolische anerkennung zukommen lässt, ist im sinne des selbstbestimmungsrechtes der völker vielmehr geradezu eine selbstverständlichkeit. sie werden sich erinnern, dass kroatien, slowenien, kosovo von österreich auch schnell anerkannt wurden. ohne verhandlungslösung. ganz was anderes?

denke
00
15.11.2011, 17:42

Er leidet unter einer falsch verstandenen Solidarität

venere nera
10
6.11.2011, 17:11

"extrem einseitig"?????????

Dani B.
01
4.11.2011, 12:42

"extrem einseitig" die position israels vertreten ist offensichtlich nicht ok, aber ein symbolische anerkennung, die gar nichts bringt, sogar massiv schadet, und nur dem prestigewunsch der arabischen delegation aus ramallah entgegenkommt, das ist nicht einseitig.

frau bokova, gen. sek. der unesco, meint: "Let me be frank. As Director-General, it is my responsibility to say that I am concerned by the potential challenges that may arise to the universality and financial stability of the Organization.
I am worried we may confront a situation that could erode UNESCO as a universal platform for dialogue. I am worried for the stability of its budget."

a bissal spät, die erkenntnis.

Anja Berg
14
2.11.2011, 20:12

Die Palästinenser haben versucht, Ihr Recht mit Gewalt zurückzubekommen. da hat man sie als Terroristen bezeichnet...

Wenn die dies jetzt mit friedlichen Mitteln versuchen, bezeichnet diese Bemühungen "Leere Geste mit bösen Folgen"..... der Mensch ist niemals zufrieden....

Die Paläst. sollen weiterhin versuchen, ihr Recht mit all. möglichen friedlichen Mitteln zurückzubekommen.

Was die USA/IL & Co. angeht, ist es egal....viel Erfolg für die auf jeden Fall

froilein froilein
34
2.11.2011, 19:13
Seltsames Geschreibsel des Herrn Frey

Die Mitgliedschaft Palästinas in der UNESCO bringt Palästina soviel wie jedem anderen Staat (oder eben nicht). Was bringt es Österreich in der UNESCO zu sein?
Die USA müssen sich selber um ihre Gesetze kümmern. Wenn sie für sich selber Gesetze erlassen, mit denen sie sich selber ins Out schießen, dann ist das doch deren Problem.
Ein Mitglied, das seine Beiträge ohnehin nur alle 10 Jahre mal zahlt, ist eh nicht sehr wertvoll. Die USA sind pleite- da ist es natürlich willkommen, wenn man sich wiedermal um die Zahlung drücken kann.

Welcome Palestine!

Joe Dalton1
22
2.11.2011, 19:05

Ist das soo schlimm, wenn Österreich einmal nicht blind den Vorgaben der Israelis folgt?

klaus dona
21
2.11.2011, 18:32
die wahrheit

ist unaufhaltsam und es endet meistens in Kriegen

Yossarian
01
2.11.2011, 18:26
Alles kein problem

Jetzt müssen nur die UNESCO-Diplomaten in Paris ein wenig abspecken. Schadet ihnen sicher nicht.

Karl Buschina
11
2.11.2011, 18:19
European Poll: Israel Biggest Threat To World Peace.,.

Results of a new poll commissioned by the European Commission show that Israel is believed by Europeans in 15 countries to be the greatest threat to world peace, greater than North Korea, Iran or Afghanistan.

While the European Commission will release the full results of the poll on Monday, the International Herald Tribune reported that the 7,500 people polled living in the European Union (500 in each of the 15 E.U. member states) were presented with a list of 15 countries and asked if these countries present a threat to world peace. Shockingly, Israel was rated first.

http://poorrichards-blog.blogspot.com/2011/11/e... at-to.html

Erasmus_01
95
2.11.2011, 18:12
Bravo, Eric Frey!

...auch wenn es noch soviele Wutposter hier stört.
Besser kann man den Unesco-Trick - und insbesondere seine Folgen (oder Nichtfolgen) - nicht beschreiben.

pago1
34
2.11.2011, 17:44
das gejammere

dieses gejammere der israelis
ist nicht mehr auszuhalten eine milliarde menschen verhungert und eine weitere hat weniger als einen euro am tag das sich echte probleme wer hilft denen die haben keine großmacht die jedes verbrechen mitträgt israel hingegern hat wohl eher ein wohlstandsproblem und die sollen erst mal lernen was menschenrechte sind es gibt nochn genug menschen die unterdrückt werden gefoltert missbraucht usw. also aufhören mit dem gejammere

3dGeist
23
2.11.2011, 18:20

Ist Israel daran Schuld das hunderte Millionen Menschen hunger oder in Armut leben?

pago1
41
2.11.2011, 19:39
zuerst lesen dann posten

Karl Buschina
36
2.11.2011, 17:32
Der Eric Frey ist imaginärer als der Staat Palästina.,.

Die Existenz eines Staates hängt überhaupt nicht von der Mitgliedschaft in irgendeinen UN-nötigen Organisation ab. Entscheidend ist einzig und allein die Anerkennung durch andere Staaten und Palästina wird durchaus real von ca. 2/3 aller Staaten anerkannt.

Nur die Zionisten und die USA tun so, als ob es Palästina derzeit noch gar nicht geben würde bevor es nicht durch die UNO auch als Mitglied aufgenommen wurde: "Barack Obama, der einen Palästinenserstaat grundsätzlich befürwortet, den Weg über die Uno aber ablehnt...". Was für eine Chuzpe eines gekauften Schreiberlings. Seit dem gestrigen Dienstag gilt das neue Prostitutionsgesetz in Wien.

otto strammer
58
2.11.2011, 17:01
Sie sind gefeuert!

Zumindest von mir Herr Frey, nach Ihrer letzten antidemokratischen Entgleisung in diesem Blatt.

slow motion
49
2.11.2011, 14:51
Was konkret spricht gegen eine Mitgliedschaft Palästinas ?

Daß ein altes US-Gesetz existiert, das Frey und Obama für falsch halten ?

Wenn´s eine "leere Geste" ist und ein "rein symbolischer Akt", wie kann´s dann "Böse Folgen" haben ?

Denken Journalisten auch mal nach, bevor sie schreiben, oder sind Selbstwidersprüche systemimmanent ?

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