Probleme mit Alkoholsucht

Schottland will Mindestpreis für Alkohol

1. November 2011, 17:35

Erstes Land in Europa könnte umstrittene Maßnahme bis Sommer 2012 einführen

London - Das Mutterland des Scotch Whisky will als erste Region Europas einen Mindestpreis für alkoholische Getränke einführen. Schottland muss nach eigenen Berechnungen für die Bekämpfung von Alkoholsucht jährlich mehr als 3,5 Milliarden Pfund (rund vier Mrd. Euro) ausgeben. "Für nur fünf Pfund kann ein Teenager genug Alkohol kaufen, um sich umzubringen", sagte die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon am Dienstag in der BBC.

Der Mindestpreis für Alkohol gehört zu den politischen Kernanliegen der linksliberalen schottischen Nationalpartei (SNP). In der abgelaufenen Legislaturperiode, in der die SNP eine Minderheitsregierung führte, scheiterte das Vorhaben am Veto der Opposition. Inzwischen regiert die SNP mit absoluter Mehrheit.

Einführung bis zum Sommer

Das Gesetz soll spätestens bis Jahresanfang ins Parlament eingebracht werden und bis zum Sommer in Kraft treten. Darüber, um wie viel die Preise angehoben werden könnten, soll erst verhandelt werden. Bei ihrem ersten Vorstoß hatte die SNP eine Anhebung ins Auge gefasst, bei der eine Flasche Wodka, die umgerechnet 9,75 Euro kostet, um 4,10 Euro teurer würde. Zwei Liter Cider würden in dem Fall statt bisher umgerechnet 1,40 Euro 4,38 Euro kosten.

Positive Erfahrungen mit einem Mindestpreis für alkoholische Getränke gibt es bereits in Kanada. Professor Tim Stockwell, Direktor des Zentrums Suchtforschung der Universität von British Columbia, sagte der Zeitung The Scotsman, es gebe klare Beweise dafür, dass Mindestpreise den Alkoholkonsum signifikant reduziert hätten.

Der Gesundheitssprecher der Labour-Partei, Richard Simpson, sagte, er glaube nicht, dass ein Mindestpreis die Alkoholprobleme des Landes lösten könnte. Das Gesetz würde Millionen Pfund in die Kassen großer Supermarktketten spülen, ohne dem öffentlichen Gesundheitssystem nur einen Penny zu bringen. Kritik kommt auch von der Getränkeindustrie.

Eine Herausforderung dürfte es werden, das Gesetz so zu formulieren, dass es nicht gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt. So wurde der Mindestpreis für Zigaretten in Österreich nach einer entsprechenden Aufforderung des Europäischen Gerichtshofs wieder fallengelassen. (dpa, spri, DER STANDARD, Printausgabe, 2.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 107
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masterpiece
03
12.3.2012, 07:09
bullshit! esprechende preispolitik und sonderbesteuerung haben schon in den skandinavischen ländern nicht funktioniert.

in finnland , norwegen oder schweden wird auch weiterhin gesoffen bis zum erbrechen von den jugendlichen und das obwohl dort eine flasche hochprozentiges teilweise mit bis zu 300% versteuert wird.es geht vielmehr darum ein sensibles trinkverhalten anzuerziehen.trinken per se ist nicht verkehrt.

Veniamin Kostitsin-Teterin II
01
12.3.2012, 01:46
zuerst nikotin. jetzt alkohol. was als naechstes ? :)

natuerlich ist es reiner zufall.

Dein schönster Traum
01
11.3.2012, 23:02
"Liberal" und "Mindestpreise fordern"...

...das paßt nicht zusammen.

FAIL.

Reservenick 20 von 35
01
9.11.2011, 07:06
Wie gut der Preis als Steuerungsinstrument taugt, ...

kann man an den skandinavischen Ländern sehen! Nämlich gar nicht!

pascale
00
3.11.2011, 18:28
Sämtlicher Alkohol gehört ins Meer geschüttet,

sagt ein Taucher zu dem anderen....

Orku5
 
01
3.11.2011, 07:14
Mindestpreise vs. Mindestöffnungszeiten usw.

In Schottland kann man in den 24h Geschäften ab 22 Uhr keinen Alkohol kaufen, die Pubs sperren um 1 Uhr in der Früh zu und am Sonntag vor 11 Uhr kann man auch kein Alkohol kaufen in den 24/7 Läden.
Jetzt wollen die den Preis erhöhen weil die Pubs nach der reihe zu sperren, die Leute eher Freitags und Samstags Vormittag Hamsterkäufe machen und lieber zuhause Parties haben mit Freunden als das in die Pubs gehen (billiger).

Als nächstes wird eine Private Alkohol Lizenz eingeführt wie im guten alten Kommunismus; aber pro "Unit" zahlt man trotzdem 10 Pfund.

Vor ein paar Wochen hab ich gelesen das sich die NHS beschwert das mehr Leute privat eben parties haben und dort durch Alk Unfälle passieren.

Irgendein Jürgen
02
3.11.2011, 00:45
Interessante Theorie

Wird das Suchtmittel teurer, dann sinkt der Konsum. Der Preis einer Ware ist immer relativ zum eigenen Einkommen zu sehen. Wer nichts hat, für den ist selbst billig noch zu teuer.

Wenn die Theorie stimmt, dann sollte der Alkoholkonsum mit dem Einkommen steigen. D.h. alle Sandler sind nüchtern weil sie es sich nicht leisten können, Sozialhilfeempfänger trinken nur zu Ostern und Weihnachten ein kleines Gläschen, Topmanager sind 24/7 hackedicht.

Wappen hea
00
3.11.2011, 00:41
"Ma, Mama i brauch mehr Taschengeld... alles is so teuer!"

"Wie viel denn? Ja, ok."

Die Schottische Regierung braucht Geld, sonst garnix.

Lichtfreak
33
2.11.2011, 13:23
Stück um Stück

wollen sie uns bevormunden!

Das neue System kann Abweichler nicht dulden.

Quim Barreiros
01
2.11.2011, 13:01
Ob das sinnvoll ist?

Ich habe eher den Eindruck, dass das in Großbritannien ein kulturelles Problem ist. Besonders junge Leute trinken dort am Wochenende riesige Mengen Alkohol. Ein Rausch gilt dort gesellschaftlich als akzeptiert.

In Frankreich oder Italien sind Besäufnisse dieser Art eher unüblich.

coolio
00
2.11.2011, 15:03

dachte mir schon beim durchlesen, das sie da höchsten über ihren sehr persönlichen eindruck schreiben. objektiv und tatsächlich nehmen jugendliche trinker in ganz europa eher zu.

http://alexandra-barone.suite101.de/ueber-37-... hol-a59224

http://www.welt.de/politik/a... reich.html

Quim Barreiros
00
2.11.2011, 20:30

Spannend, dieses Phänomen kannte ich bis jetzt nur aus Spanien, dort unter dem Namen (macro)botellón

Kawummm !
65
2.11.2011, 12:44
danke

danke an alle fanatischen nichtraucher, ihr habt den verbotsstein ins rollen gebracht .. jetzt wird der alk teurer (wie damals die zigaretten) und er wird sicher auch, wenn es so weiter geht, verboten. gartualtion durch euch wird die welt immer beschissener

human ic
46
2.11.2011, 13:32

Danke an die raucher die sich nichtmal in restaurants oder engen raeumen im beisein anderer menschen zusammenreissen koennen. Die sind schuld.

The_new_number_2
21
2.11.2011, 19:43

Das wird der nie einsehen!

gas karl
01
2.11.2011, 11:02
Geil wir der Alk-Preis dann gestützt....

TrueFalse
05
2.11.2011, 10:35
Besser wirds sicher nicht.

Als jemand der aus Polen kommt und viel Zeit dort verbracht hat (Arbeit, Familie) kann ich nur mal wiedergeben wie es so ist.

Der Alkohol ist dort seit Jahren stetig in die höhe gegangen. Viele konnten sich ihn nicht mehr leisten, deswegen haben viele angefangen ihn sich selbst zu produzieren.

Es wird einfach Spiritus gekauft und aus dem wird dann eben 40% Vodka gemacht.

Es gibt Leute die können es wirklich gut machen (Birnenschnaps von einem bekannten war der Wahnsinn) aber oft wissen viele nicht was sie tun.

Das Problem ist, das jeder 5te Nachbar seinen Alkohol für "Groschen" zum verkauf anbietet, aber durch Fehler beim produzieren kann das auch mit einem Krankenhaus aufenthalt enden. Kenn sogar persönlich paar. Ob das die Lösung ist?

Jan Sommer
33
2.11.2011, 10:08
Traut man den linkslinken Hirnis gar nicht zu , dass sie alte Traditionen

so ungeniert aufleben lassen und fördern wollen.

Schwarzbrennen hatte sich schon lange nicht mehr rentiert, der echte Schmuggel auch nicht.
Das könnte sich ganz schnell ändern.
js

peace & love
13
2.11.2011, 10:00
und dann verschwindet dieses drogenproblem ?

SICHER NICHT. der staat kassiert halt an der sucht. und bis die SNP abgewählt wird, hat sich ein gesunder schwarzmarkt (inklusive der zugehärigen mafia) etabliert.

bigotterie par excellence.

WBR
08
2.11.2011, 09:50
Links - Liberal - National

"Der Mindestpreis für Alkohol gehört zu den politischen Kernanliegen der linksliberalen schottischen Nationalpartei (SNP). "

Ein bemerkenswerter Satz. Eine liberale Partei will staatliche Preisregulierung. Und dazu ist sie noch links und national.
:-)
Ein hübsches Beispiel für die Beliebigkeit der Begriffe.

"Für nur fünf Pfund kann ein Teenager genug Alkohol kaufen, um sich umzubringen"
Legal darf man in Schottland erst ab 18 Alkohol kaufen. Neben dem Preis ist also auch der schlecht vollzogene Jugendschutz das Problem.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
02
2.11.2011, 08:56
Problem Sozialpolitik

Wieso soll ein "Shameless" (Fuer Nichteingeweihte: TV-Serie) Alkie sich bemuehen, trocken zu werden, wenn die Sozialhilfe weiter fliesst, wenn die council authority ihm eine Wohnung zur Verfuegung stellt?
Welche Schlussfolgerung soll ein teenager ziehen, wenn er sieht, dass Leute die sich abrackern, frueh aus dem Haus gehen und spaet zuruekkommen, muede von der Arbeit sind nur wenig mehr verdienen als Sozialhilfeempfaenger, die in den Tag hineinschlafen und permanent betrunken sind?

Anstatt Alkohol teurer zu machen und so die funktionierenden Alkoholiker zu gefaehrden, sollte man einfach Sozialhilfe eher frueher als spaeter (say - 2 Jahre) einstellen und council houses privatisieren!

Grünwähler
00
14.11.2011, 14:28
Falsche Schlussfolgerung...

Nicht die Sozialhilfe sollte man streichen, sondern man sollte einen gesetzlichen Mindestlohn einführen, der um einiges über der Sozialhilfe liegt und diesen rigoros durchsetzen.

Orjares
00
2.11.2011, 14:48

Ich kenne die Situation da oben nicht und nehme daher nur auf Ihren Beitrag Bezug.

Die Schlussfolgerung die ich daraus ziehen würde: wie kann es sein, dass ein Vollzeitjob nur zum dahinvegetieren reicht?

Nexialist
03
2.11.2011, 08:29
der Preis der Drogen

hat für einen Süchtigen letztlich nur eine nebensächliche Bedeutung...

...das sieht man an den sog. "richtigen Drogensüchtigen" (Heroin, Kokain, ...)

Um die Süchtigen korrekt zu behandeln sollte für diese ein entsprechendes Programm geschaffen sein, damit diese nicht vom Rand der Gesellschaft noch weiter abgedrängt werden. (und ich spreche nicht nur von Enzugskliniken - vor allem denke ich an externe Betreuung um die Motivation zu stärken überhaupt und dauerhaft aufzuhören)

Gesetze schaffen ist eine Sache, aber die (unangenehmen) Konsequenzen in vollem Umfang berücksichtigen gehört auch dazu.

The Chaos Path
73
2.11.2011, 08:07

kann man nu hoffen, dass das durchgeht. es gibt keinen grund, weshalb man billigsten fusel zu einem spottpreis bekommen muss. für jene, die wegen des genusses trinken, ist ist eine erhöhung im niedrigstpreissegment ohnehin irrelevant.
rein statistisch wird in ländern mit sehr hohen alkoholpreisen im schnitt pro jahr weniger getrunken. allerdings sollte das daraus lukreierte geld zweckgebunden sein, z.b. für die betreuung von süchtigen.

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