Probahn kontert AUA

Fahrgastvereinigung gegen Bevorzugung der Airline

1. November 2011, 17:27

Wien - Wenn der neue AUA-Chef Jaan Albrecht am Mittwoch seinen Job beginnt, muss er nicht nur die AUA in die Gewinnzone bringen und die Konkurrenz durch Golf-Airlines abwehren. Er bekommt auch gleich einen Vorgeschmack auf Österreich-interne Reibereien mit Lobbyisten, die der Airline Steuerprivilegien vorhalten.

Die AUA verlangt erneut wegen des Vordringens der Emirates Hilfe von der österreichischen Regierung, darunter diverse Gebührensenkungen. Das hat am Dienstag die Fahrgastvereinigung Probahn auf die Barrikaden getrieben. "Die Chancengleichheit von Fluglinien und Bahnbetreibern erfordert eine Streichung der Privilegien statt neuer Privilegien, so Peter Haibach von Probahn Österreich. Während sich der Bund nicht einmal mehr eine zweistündige Zugverbindung zwischen Salzburg und Graz bzw. Linz und Graz leisten könne, kämen nun von der AUA erneut Forderungen nach staatlicher Unterstützung, empörte sich Haibach über Forderungen der Fluggesellschaft nach Reduktion bzw. Wegfall von Sicherheitsgebühren,Luftverkehrsabgabe, Lizenzgebühren, An- und Abfluggebühren sowie Mineralölvorratsabgabe.

Preiskampf

Demgegenüber forderte Probahn, "dass auch die AUA steuerlich gleichbelastet wird wie die ÖBB, also etwa mineralölsteuerpflichtig wird". Es sei auch nicht Aufgabe des Staates, einen Preiskampf in der Luftfahrt zu subventionieren, meinte der Bahnfahrer-Lobbyist mit Blick auf Dumpingpreise für Flugtickets.

Nach einer Erhebung des Vergleichsportals www.billigflieger.de mussten Fluggäste allerdings zwischen Juli und September vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke teils deutlich tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. So schnellte der Preis für die Strecke München-Hamburg im Jahresvergleich um ein Drittel nach oben, für einen Flug von Frankfurt nach London musste der Kunde einen vergleichbar höheren Betrag bezahlen.

Die Airlines haben davon vergleichsweise wenig. "Der Kostenanstieg bei Treibstoff, Steuern und Gebühren (...) frisst alles, was wir sparen, wieder auf", sagte Lufthansa-Chef Franz in der Vorwoche jüngst vor Journalisten. Für Flugtickets konnte sein Unternehmen zuletzt vier Prozent höhere Preise durchsetzen. (dpa, cr, DER STANDARD, Printausgabe, 2.11.2011)

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17 Postings
fasziniert
10
8.11.2011, 13:00
Zum Thema Kostenwahrheit gehören neben den Subventionen auch die Umweltkosten einberechnet

würde man die Flugrouten nach Anzahl an Betroffenen optimieren, so könnten letztere um eine Zigfaches niedriger sein und damit den Steuerzahler entlasten. Pseudomaßnahmen wie eine flugroutenunabhängige und aufkommensneutrale Lärmgebührenordnung bringen hingegen kaum etwas.

Airbusflieger
00
10.11.2011, 13:32
... flugroutenunabhängige und aufkommensneutrale Lärmgebührenordnung

Wie soll das denn aussehen und administrierbar sein? Wer würde für Ausweichmaßnahmen (Wetter, Verkehr, ...) die erhöhten Kosten übernehmen?
Hinter dieser Forderung sehe ich fehlenden Realismus, egal wie man zu "Pseudomaßnahmen" stehen mag.

Ceterum Censeo2
43
2.11.2011, 10:27
7 Milliarden p.a.

Die ÖBB verschlingen 7.000 Millionen Steuergeld pro Jahr. Dass sich da überhaupt noch wer getraut, den Mund aufzumachen, finde ich frivol.

Jede/r Staatsbürger/in blecht fast 1.000 € p.a. für die ÖBB, ohne auch nur ein Ticket zu bekommen.

Nach wie vor verstehe ich nicht, wieso dieses Thema nicht viel öfter aufgegriffen wird.

clemens65
01
3.11.2011, 13:55
Viwelleicht,...

aber wenn die ÖBB auf Befehl der (Landes-)Politik nicht die Bauwirtschaft subventionieren müßte, in dem sie sinnlos Löcher in Berge buddelt und unnötige Bahnhofsneubauten tätigen müßte, so sähe das schon anders aus.
Abgesehen davon, daß in dieser eigenartigen Zahl auch die Pensionszahlungen stecken...

Rottweiler
01
2.11.2011, 17:44

Danke für ihre Einschätzung. Ich war in meiner Jugend Fahrdienstleiter. Als man von mir, für die freundliche Genehmigung in die EDV zu wechseln, ein SPÖ Parteibuch verlangte, hab ich gekündigt. Die beste Entscheidung meines Lebens. MfG.

mattk
01
2.11.2011, 09:21
Eine zweistündige Zugverbindung

zwischen Graz und Salzburg (oder auch Linz) wäre auch wirklich konkurrenzfähig, aber vermutlich nicht ganz einfach machbar.

Wäre aber schon froh, wenn es die zweistündlichen Verbindungen noch gäbe.

franz ugs
23
1.11.2011, 21:04
So ein Blinder ...

Was wäre, wenn dann auch die Zuschüsse des Bundes an die ÖBB gestrichen werden? Auch im Bahnbereich sollte es aus Gründen der Fairness zu keiner Subventionierung kommen ...

unterwegs in Österreich
12
2.11.2011, 00:54
Es gibt ein Grundrecht auf Mobilität

die ÖBB kann Fahrgäste von Bad Vöslau nach Kottingbrunn bringen, kann das die AUA auch?

McDonnell Douglas
10
4.11.2011, 22:01
Aber kaum von Wien nach New York

Oder zum Ballermann für unsere Charterpassagiere

Dies ist eine bezahlte Anzeige.
10
2.11.2011, 11:02
schwachsinniges beispiel

wie wärs mit dem fahrrad?

verleih nix
00
2.11.2011, 08:54

ihr grundrecht auf mobilität in ihrem beispiel können sie auch mit einem 15minütigem spaziergang oder dem fahrrad befriedigen.

wenn sie dazu zu bequem sind dann zahlen sie auch für die erbrachte dienstleistung. und zwar den wirklichen preis, nicht den subventionierten.

Charly Firpo
00
2.11.2011, 08:46

Was ist das bitte für ein Argument? Wien-Innsbruck, Wien-Linz etc. kann die Aua auch durchführen, dafür andere Strecken nicht, genauso wie die ÖBB nicht jede Streck bedienen kann.

socratimp
00
1.11.2011, 22:44
Nur der Unterschied...

liegt darin, dass die ÖBB ein staatlicher Betrieb ist, während die AUA nun der Lufthansa gehört.

lagrangian
02
2.11.2011, 08:28

genau wegen diesen verzerrungen und politischen einmischungen in betriebsangelegenheiten muss auch die öbb privatisiert werden.

Dilbert
01
2.11.2011, 08:39

Sie wollen Infrastruktur privatisieren?

lagrangian
00
2.11.2011, 08:52

zum glück gibt's bei der öbb da schon eine gesellschaftsrechtliche trennung. die infrastruktur sollte sicher nicht am anfang der privatisierung stehen und so weit muss es auch nicht zwangsläufig kommen - aber bei unserer politik, ist es wohl das beste.

Dilbert
00
2.11.2011, 11:58

Dann schreiben sie bitte auch was sie meinen.

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