Präsident Napolitano: "Ein Regierungswechsel ist notwendig"

2. November 2011, 12:08
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Präsident schließt Allparteienkabinett nicht aus - Rechtspopulist und Berlusconi-Partner Bossi: "Das Land kann so nicht weitermachen"

Rom - Nachdem der Risikoaufschlag für Staatsanleihen des hoch verschuldeten Euro-Landes Italien am Dienstag auf einen neuen Rekordstand gestiegen ist, will der italienische Staatspräsident Napolitano die Möglichkeit der Bildung einer Allparteienregierung sondieren, wie sie von der Opposition als Alternative zur wackelnden Regierung von Ministerpräsident Berlusconi gefordert wird.

„In einer derart kritischen Phase kann das Land mit einer breiten Palette von sozialen und politischen Kräften rechnen, die sich über die Notwendigkeit einer neuen Perspektive bewusst sind", heißt es in einer Erklärung des Präsidenten. Napolitano führte telefonische Gespräche mit Premier Berlusconi und Oppositionschef Bersani. Es sei seine Pflicht, zu überprüfen, ob sich politische Alternativen in Italien anbahnen. Der Präsident handelt unter dem Druck der Opposition, die auf einen sofortigen Regierungswechsel drängt.

„Unser Sorge ist groß. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, ein Regierungswechsel ist notwendig, damit Italien die Stürme der Krise überleben kann. Beim G-20-Gipfel in Cannes soll Italien am Donnerstag eine neue Regierung nationalen Notstands ankündigen", betonte die oppositionelle Demokratische Partei (PD).

Bossi warnt vor Zusammenbruch

Der Chef von Italiens rechtspopulistischer Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, warnt vor dem Zusammenbruch Italiens. Mit seinen Steuergeldern müsse das industriereiche Norditalien Millionen von Menschen erhalten, die in Italien von der öffentlichen Hand leben. "Ich glaube nicht, dass dieses Land noch lang weitermachen kann", sagte Bossi bei einer Wahlveranstaltung unweit der norditalienischen Stadt Piacenza am Montagabend. Norditalien zahle einen zu hohen Preis, um den wirtschaftlich armen Süden zu erhalten. In dieser Krisephase könne sich der Norden all dies nicht mehr erlauben, meinte Bossi.

Italien habe zwar ein milliardenschweres Sparpaket zur Eindämmung der Staatsschuld verabschiedet, es sei vor der Pleite jedoch immer noch nicht sicher. "Wir sind an Kämpfe gewöhnt. Norditalien ist die stärkste Industriekraft Europas und es wird schwierig sein, uns zugrunde zu richten. Wir halten durch, bis wir frei sein werden", sagte Bossi vor Anhängern, die laut die Abtrennung vom Rest Italiens verlangten.

Die Opposition forderte indes erneut den Rücktritt von Premier Silvio Berlusconi. "Berlusconi hat jegliche internationale Glaubwürdigkeit verloren. Italien gerät zunehmend ins Visier der internationalen Spekulation. Wenn ihm sein Land noch am Herzen liegt, sollte der Premier sofort zurücktreten", sagte Oppositionschef Pierluigi Bersani. (APA)

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    Umberto Bossi liebt starke Worte und Zigarren.

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