Neue Forschungseinheit: Reduktion von Gewicht und Reibung soll Energieeinsatz vermindern
Graz - Die Automobilindustrie setzt auf Gewichtsreduktion, um dem Ziel
nach mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung nachzukommen. Die Entwicklung
von dazu notwendigen Werkstoffen, Komponenten und Werkstoffsystemen ist Ziel des
von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten "Research Studio" an
der Montanuni Leoben. Die neue Forschungseinheit konzentriert sich auf die
Bereiche Automobil, Luftfahrt, Solarthermie und Photovoltaik.
Leichte Materialien im Autobau können Energie sparen und Ressourcen schonen.
Gemeinsam mit der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Research (Institut
für Oberflächentechnologien und Photonik) hat sich die neue Einrichtung an der
Montanuniversität Leoben der Steigerung der Effizienz von Motoren und
Antriebssystemen von Autos und Flugzeugen verschrieben. Dabei setzt es vor allem
auf Gewichts- und Reibungsreduktion.
Erfolge erhofft man sich u.a. durch die weitere Optimierung von innovativen
Leichtbauwerkstoffen wie Titan-Aluminiden. Aber auch die Entwicklung von
Fügetechnologien für Leichtbaukomponenten und der Einsatz von
Niedrigreibungsschichten für Kolbenringe, Führungen, Lager und Getriebe soll zur
energiesparenden Nutzung der Fahrzeuge beitragen, schildert Christian Mitterer
vom Department Metallkunde und Werkstoffprüfung der Montanuni Leoben.
Materialien mit längerer Lebensdauer
Zusätzlich wollen die Experten vom neuen Research Studio "Energy-drive -
Materials and components for energy-efficient engines and drive systems as well
as for energy technology" durch die Entwicklung oxidationsbeständiger Schichten
temperaturempfindliche Werkstoffe besser schützen und damit sowohl ihre Leistung
als auch Lebensdauer steigern. Weiters will man die Entwicklung von grünen
Technologien wie Solarthermie und Photovoltaik vor allem durch die Verbesserung
von Absorberschichten vorantreiben. Herausforderungen sieht das Research Studio
auch im Bereich der Batterien und Brennstoffzellen, wo die Fügetechnik optimiert
werden soll.
"Wichtig ist uns die Entwicklung von Prototypen und ihre industrielle
Umsetzung", skizziert Mitterer. Das primäre Ziel des FFG-Strukturprogrammes
"Research Studios Austria" ist es, Forschungsergebnisse möglichst rasch in
marktfähige Dienstleistungen und Produkte umzusetzen. In den kommenden drei
Jahren stehen dem steirischen Konsortium dazu 1,4 Millionen Euro zur
Verfügung. (APA)