Microsoft habe Milliarden in F&E investiert - Lizenzgebühren als einzige Lösung für Patentprobleme
Um im derzeitigen Patentklagen-Schwall Übersicht zu behalten, bedarf es einiger Aufmerksamkeit. Apple verklagt HTC, während Kodak es auf Apple, Samsung und Sony abgesehen hat. RIM stand Kodak und Motorola vor Gericht gegenüber. Die jüngsten Patenstreitigkeiten zwischen Apple und Samsung nicht zu vergessen, et cetera. Immer wieder müssen sich Unternehmen außerdem vor so genannten "Patenttrollen" hüten, die Patente in unrechtmäßiger Weise nutzen.
Patentsystem beschädigt
Derzeit scheint das Patentsystem selbst beschädigt zu sein. Unternehmen seien gezwungen, mehr Zeit und Geld auf Gezanke vor Gericht zu investieren, als für Forschung und Entwicklung.
"Auf Schultern"
Microsoft hat eine klare Position zur Situation. In einem Interview mit SFGate erklärt Microsoft-Vizepräsident und Anwalt Horacio Gutierrez, Google "steht auf den Schultern" von Unternehmen wie Microsoft. Ein Lizenz-Abkommen sei eine gesunde Lösung für die ewigen Patentkonflikte. Dazu gehört Gutierrez zufolge Microsoft, der Geräteanbieter zu Lizenzgebühren motivieren möchte: "Lizenzgebühren sollten die Menschen nicht beunruhigen. Tatsächlich ist es die Lösung auf das Patentproblem, das Auslöser für so viele negative Reaktionen ist."
Smartphones effizienter machen
Der Rechtsberater nennet auch Beispiele für Microsoft-Patente, die Teil der Patentabkommen sind. Dabei handelt es um Technologien, die wesentlich zu heutigen Smartphones beigetragen haben. Gutierrrez nennt hier Synchronisierungsfunktionen und Funktionen, die Mobiltelefone effizienter machen und tief im Betriebssystem verankert sind.
Investitionen in Milliardenhöhe
"Microsoft hat jahrzehntelang mehr Geld als jedes andere Unternehmen in Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der Effizienz von Betriebssystemen investiert" sagt der Jurist. Heute profitieren davon die Anbieter und hätten lange genug auf den Schultern von Microsoft gestanden, die Milliarden investiert haben.
Patentabkommen
Microsoft hatte vergangene Woche erklärt, mittlerweile für über 50 Prozent der in den USA abgesetzten Android-Smartphones Lizenzgebühren kassiert - der WebStandard berichtete. Dafür hat das Softwareunternehmen Patentvereinbarungen mit Acer, Samsung oder Foxconn geschlossen. (ez, derStandard.at, 31.10.2011)