Kunsthochschulen

Künstler brauchen mehr Managementwissen

31. Oktober 2011, 09:22

Aktuelle Studie belegt: An Kunsthochschulen wird kaum Wirtschaftliches vermittelt

Warum verdienen Kunstschaffende meist weniger als jene, die rund um sie arbeiten? Eine Frage, der in einer Studie, die in Kooperation mit der WU Wien und der Universität Wien durchgeführt wurde, nachgegangen wird - mit dem Ziel, die Situation vieler Kunstschaffender zu verbessern.

Ein zentraler Grund für die häufig prekäre Einkommenssituation von Kreativen ist, dass diese meist als Selbstständige (Ein-Personen-Unternehmen, freischaffende Künstler, KMUs) tätig und in Fragen des Managements und der kaufmännischen Skills auf sich gestellt sind, so die Studienautoren.

Dies betreffe auch die Vermarktung der Kunstschaffenden selbst und ihrer Werke über die vielfältigen neuen Mechanismen des Internets - auch dies verlange nach Managementkompetenzen. Aber: Wird im Rahmen einer Ausbildung an Kunsthochschulen Managementwissen vermittelt? Kaum, so ein Ergebnis der Studie, für die Studienrichtungen von 154 Kunsthochschulen und Ausbildungsstätten in Österreich, Deutschland und der Schweiz analysiert worden sind. Hier gebe es ein deutliches Defizit.

Näher an Wertschöpfung

Es sei für Kunstschaffende wichtig, so die Studienautoren, sich Einblick in die Marktmechanismen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verschaffen, um für sich "gute Entscheidungen" treffen zu können. Hier gehe es nicht nur um das Abdecken eines unmittelbaren Bedarfs, sondern auch um einen guten Einblick in die ökonomischen Rahmenbedingungen der eigenen Tätigkeit.

Die Resultate der Untersuchung sind "verheerend", so die Studienautoren. Wenn überhaupt Managementinhalte vermittelt würden, dann nur in sehr geringem Ausmaß, heißt es.

Eine positive Ausnahme stelle die Universität für Musik und darstellende Kunst dar. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.10.2011)

Kommentar posten
16 Postings
censeo
21
6.11.2011, 12:29
Künstler,...

......die auch Manager sind....Ein Widerspruch!

Bodypainter
00
4.11.2011, 11:27

Die, die rund um Künstler arbeiten sind meist Angestellte, und die die sie anstellen Kriegen meist große Subventionen. Welches Museum könnte zb aus eigener kraft so viel Kapital haben wie die meisten österreichischen? Ohne Subvention wären sie mindestens so Arm wie der/ein Künstler...

mlzt
22
1.11.2011, 17:19

Künstler müssen in erster Linie ihr Handwerk berrschen! Managementseminare sind das Gegenteil von fundiertem Handwerk! Und: Blender gibt es unter den Künstlern schon genug (meistens gerade die kommerziell erfolgreichsten)

a weng
00
1.11.2011, 14:09

und wo ist die studie zu finden? wer hat sie erstellt? ist sie schon publiziert?
bitte die redaktion um quellenangaben!

Ranko Markovic
00
2.11.2011, 20:24
Im Internet recherchieren ist zu wenig

Wie kommt die Zahl von 154 "Kunsthochschulen" in DACH zustande? In Österreich gibt es davon nur 8!
Wie wurde untersucht? Die online gestellten Studienpläne auf Vorhandensein des Wortes "Management" abgefragt? Was wurde zu den Inhalten und Zielen der Studiengänge und Lehrveranstaltungen in Erfahrung gebracht, wie wurde deren Erfolg erhoben?
Fragen über Fragen - entweder ist die Erhebung oberflächlich, oder die Pressemeldung schlichtweg wertlos.

normal citizen
01
1.11.2011, 10:13
Guter Ansatz

aber sind nicht gerade die Manager in diesen Zeiten gescheitert. Samt ihrem Wissen.
Vom persönlichen Ruin waren sie nur durch das Arbeits- und Sozialrecht gesichert.
Und das findet bei Unternehmern keine Anwendung.

mlzt
01
31.10.2011, 20:40

Und wozu bräuchten wir dann noch die Manager?

Heavyweather
02
31.10.2011, 20:21

Genausogut könnte man eine Studie über kreative Kompetenzen bei WU Studenten anstellen...
Das Ergebnis wäre verheerend. Und gerade diese Skilzzzz bräucht die Wirtschaft doch.

byron sully
25
31.10.2011, 14:43

unsinn. das hauptproblem ist eher jenes, daß der künstlerberuf vom staat bzw. der gesellschaft nicht als vollwertiger beruf anerkannt wird (sondern eher als hobby betrachtet wird) - außer, man hat enorme verkaufszahlen.

readymate
21
31.10.2011, 19:47
Der Staat

soll also die Künstler durchfüttern, oder was wollen Sie sonst damit sagen?

.

byron sully
03
1.11.2011, 15:26

was heißt durchfüttern? künstlerInnen erbringen ja eine gewisse leistung. und die gehört auch honoriert.

Hausmeister und Bruder vom Lugner
04
31.10.2011, 11:26
Und wann beschäftigen sich dann die Verantwortlichen in Fernsehen und Zeitung mit ''Kunst'' und dessen ''Handwerk''?

Es ist nämlich nicht so, dass zB in Ö die diversen Musiker nur Dinge anbieten und produzieren, die das Publikum nicht interessieren würden:

das Publikum bekommt meistens gar nicht mehr die Chance irgendetwas mit auch nur etwas mehr Niveau oder etwas mehr Anspruch zu sehen oder zu hören! (Ich meine die große Bandbreite an Kunst zwischen absoluter Hochkultur und Musikantenstadl)

Oder, anderes Beispiel, die Drehbuchautoren im gesamten deutschsprachigen Raum beklagen die Mutlosigkeit der Sender ja vielleicht auch nicht nur ganz grundlos!

(In den USA sind die Serien vom Niveau her mittlerweile öfter schon höher als die Hollwood-Erzeugnisse und haben weltweit viel Publikum!)

Got Your Nose!
02
31.10.2011, 10:58

ist das die aufgabe eines kunststudiums?

readymate
20
31.10.2011, 19:49
Allerdings!

(Wenn Papi und Mami keinen Geldscheißer haben...!)

.

Samthand Schuh
08
31.10.2011, 09:49

Wenn Vincent van Gogh ein Management-Seminar besucht hätte, nicht auszudenken, wie reich er geworden wäre. Und wenn Anton Bruckner ein Flirt-Seminar besucht hätte, zehn an jedem Finger hätte er gehabt.

readymate
01
31.10.2011, 19:51
Wenn man bedenkt,

dass es an unseren Akademien von lauter van Goghs und Bruckners nur so wimmelt, dann haben S' natürlich recht...!

.

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