Die neue BMW S 1000 RR

31. Oktober 2011, 16:49
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Gleiches Gewicht, gleiche Leistung und gleiches G‘schau, und trotzdem ist die Supersport-BMW komplett anders


BMW gibt wieder einmal den Takt in der Motorrad-Branche an und bringt eine neue S 1000 RR. Vor zwei Jahren startete BMW in der Supersport-Klasse. Und stellte gleich ein Motorrad auf die Räder, das ganz vorne mit dabei war - noch dazu zu einem wirklich fairen Preis. Während sich die Japaner bei den Supersportlern der Schockstarre der Wirtschaftskrise hingeben, lassen die Bayern nicht nach.

Josef Mächler, Produktmanager der BMW S 1000 RR, erklärt auch ganz banal, warum das so ist: „Als wir vor zwei Jahren unsere erste Supersport-Maschine auf den Markt gebracht haben, war uns klar, dass wir aus dem Stand ein sehr gutes Motorrad produziert haben. Wir wussten aber auch, dass sich die eingesessenen Marken das nicht gefallen lassen werden und bald mit den nächsten Innovationen den Markt stürmen würden. Um diesem Druck nicht hilflos ausgeliefert zu sein, haben wir sofort begonnen, an der S 1000 RR weiterzuarbeiten. Wir befragten Rennfahrer und Kunden, begannen nachzubessern und haben jetzt die neue Version der S 1000 RR fertig." Nur die Konkurrenz hält eben nicht mit, und BMW, das in dem Segment schnell Fuß gefasst haben, prescht weiter nach vor.

Wer jetzt hofft, dass nach zwei Jahren, wie üblich, nur ein Facelift kommt, die asymmetrisch dreinschauende BMW ein normales Gesicht bekommt, sonst aber alles beim Alten bleibt, der wird enttäuscht sein. „Doch, doch, wir haben schon auch Reaktionen bekommen, von Fahrern, denen die Lichtmaske nicht so gut gefällt, aber die Scheinwerfer haben wir der S 1000 RR gelassen. Damit ist die S 1000 RR das Gesicht in der Masse und zu einem Markenbotschafter geworden."

Um an der Front die Änderungen zu sehen, muss man schon genau hinschauen. Zwei Luftleitflügel, sogenannte Winglets, wurden in die seitliche Front integriert, um bei hohen Geschwindigkeiten den Staudruck auf die Hände und Arme zu minimieren.

Was man gleich sieht, ist das deutlich schmalere Heck. Das Ufo über dem Hinterreifen hat deutlich abgespeckt, das Airbox-Mittelcover hat neue Öffnungsgitter bekommen, und die Seitenverkleidung wurde im Detail überarbeitet.

Das Gewicht und die Leistung der S 1000 RR bleiben gleich. Das heißt auch, dass der Motor natürlich der gleiche geblieben ist, aber neu abgestimmt wurde. Er bekommt jetzt mehr Luft durch die Airbox und hat eine deutlich schönere Drehmoment-Kurve. Auch dadurch wird die Supersport-BMW im Sport- und Race-Modus deutlich besser ansprechen.

Sie erinnern sich: Die BMW kam vor zwei Jahren mit Traktionskontrolle, Race-ABS und vier Fahrmodi - Rain, Sport, Race und Slick - die jeweils eine andere Gasannahme hatten. Im Regenmodus spricht das Gas weiterhin sehr sanft an, und der Motor leistet „nur" 163 PS. In den anderen drei Modi liegen die gesamten 193 PS an und die Gasannahme ist überall gleich direkt, dass Grobmotoriker lieber Ersatzunterhosen zu jeder Ausfahrt mitnehmen.

Der Regenmodus wurde zudem so überarbeitet, dass er auch am Ring sinnvoll ist - so es eben schüttet. Traktionskontrolle und Race-ABS wurden für alle vier Modi verfeinert abgestimmt. Die größte Überarbeitung betrifft aber die gesamte Geometrie des Motorrades. Damit sie mehr Feedback gibt, ist die S 1000 RR nun stärker nach vorne ausgerichtet. Der Radstand wurde verkürzt, Steuerkopfwinkel, Offset, die Lage des Schwingendrehpunktes, der Gabelüberstand und die Federbeinlänge wurden verändert.

Sinn und Zweck der kompletten Überarbeitung des Motorrades ist es aber nicht nur, das Motorrad auf den Rennstrecken noch flotter zu machen - nach dem Vizemeister greift Michael Ranseder nächstes Jahr mit der neuen S 1000 RR nach dem Meister-Titel - sondern auch das Handling und die Fahrbarkeit auf der Straße zu erhöhen. Gerade durch die neue Geometrie und neue Federelemente konnte diese weitere Spreizung umgesetzt werden.

Im Jänner kommt die neue Supersport-BMW zu den Händlern. Bis dahin wissen wir auch, was sie kosten wird - aber viel teurer als die Vorgängerin wird sie nicht werden. Noch ein Grund, uns zu freuen, während sich die Konkurrenz gehörig in den Allerwertesten beißen wird - so sie irgendwann aufwacht.

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  • BMW S 1000 RR
Motor: 4 Zylinder-4-Takt-MotorHubraum: 999 ccmLeistung: 142 kW (193 PS) bei 13.000 U/minDrehmoment: 112 Nm bei 9750 U/minKraftübertragung: KetteRadaufhängung vorne: 46 mm USD-GabelRadaufhängung hinten: Zweiarm-Schwinge mit ZentralfederbeinBremse vorne: Scheibenbremse, Ø 320 mm DoppelscheibenbremseBremse hinten: Scheibenbremse, Ø 220 mm EinscheibenbremseReifen vorne: 120/70 ZR17Reifen hinten: 190/55 ZR17Gewicht fahrfertig: 204 kg (206,5 kg mit Race-ABS)Sitzhöhe: 820 mm
    foto: werk

    BMW S 1000 RR

    Motor: 4 Zylinder-4-Takt-Motor
    Hubraum: 999 ccm
    Leistung:
    142 kW (193 PS) bei 13.000 U/min
    Drehmoment: 112 Nm bei 9750 U/min
    Kraftübertragung: Kette
    Radaufhängung vorne: 46 mm USD-Gabel
    Radaufhängung hinten: Zweiarm-Schwinge mit Zentralfederbein
    Bremse vorne: Scheibenbremse, Ø 320 mm Doppelscheibenbremse
    Bremse hinten: Scheibenbremse, Ø 220 mm Einscheibenbremse
    Reifen vorne: 120/70 ZR17
    Reifen hinten: 190/55 ZR17
    Gewicht fahrfertig: 204 kg (206,5 kg mit Race-ABS)
    Sitzhöhe: 820 mm

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