Militärgericht ordnete Haft für Blogger an

31. Oktober 2011, 07:46

Menschenrechtler sehen "Jagd auf Aktivisten"

Kairo - Ein ägyptischer Blogger und Aktivist ist von einem Militärgericht vorübergehend für 15 Tage inhaftiert worden. Ihm werde vorgeworfen, zur Gewalt bei einer Demonstration von Kopten am 9. Oktober beigetragen zu haben, teilte die ägyptische Menschenrechtsorganisation ANHRI am Sonntag mit. Der Organisation zufolge handelt es sich um eine Kampagne "zur Jagd auf Aktivisten".

Der inhaftierte Blogger Alaa Abdel Fatah hatte bereits 2006 unter der Regierung des heuer gestürzten Präsident Hosni Mubarak eine Gefängnisstrafe verbüßen müssen. Die jüngste Inhaftierung kam nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Barack Obama das derzeit an der Macht befindliche ägyptische Militär aufgefordert hatte, den Ausnahmezustand aufzuheben und Militärprozesse für Zivilisten zu beenden. (APA/AFP)

Kommentar posten
14 Postings
chezgarando
00
1.11.2011, 00:55
man müsste hier irgendwie

die türkei mehr involvieren

sicher da sitzt auch grad ein religiöser an der macht...aber ein moderater...da wäre die vertrauensbasis geschaffen

wenn irgend ein westlicher politiker in diese staaten fährt stellts doch vielen schon die haare auf...die vertreter der türkei sind beides. westlich und muslime.

da muss doch jetzt gehandelt werden, solange sich die macht des militärs nicht gefestigt hat...wenn man jetzt (wie so oft) mal 5 jahre wartet dann gibt keiner mehr auch nur einen funken macht ab

nation building ist gefragt...und die türkei wäre der beste partner dafür

NONE
01
31.10.2011, 20:24

So eine Lügerei!

Die Militärdiktatur lässt in die Menge schiessen, Menschen überfahren, und danach erdreistet sie sich den Bloggern das anzuhängen!

Je länger die Ägypter dem untätig zusehen umso dreister wird die Militärdiktatur.

Honzo1122
00
31.10.2011, 20:49

Was sollen die Ägypter machen?

Kottan's Erben
 
00
1.11.2011, 02:36
Mäh machen, so wie die anderen Schafe

Revolution ist ja vorbei

2010sdafrika
02
31.10.2011, 12:38
Blogger enttäuscht

Die Bloggerszene Ägyptens und Tunesiens beobachtet die Lage in Kairo mit großer Besorgnis. Denn ohne Meinungsfreiheit wäre die jetzige Militärregierung vom Mubarak-Regime nicht zu unterscheiden. Islamisten jedoch - so meine Befürchtung - dürfte diese Situation zugute kommen: http://wp.me/pNjq9-3k0.

NONE
00
31.10.2011, 20:25

Die Islamisten werden eine Diktatur durch eine andere ersetzen.

Aber hier geht es nicht primär um die Islamisten sondern um die Militärdiktatur die nicht die Macht hergeben will.

Lupus67
03
31.10.2011, 17:25
wo ist

eigentlich der wirkliche unterschied? ich habs bis jetzt nicht kapiert.

Nexialist
01
31.10.2011, 14:48
als anders Gläubiger hat man in einem arabischen Land nur eingeschränkte Rechte

http://de.wikipedia.org/wiki/Scha... .C3.B6lker

man gilt als "Dhimmis" - eingeschränkte Rechte, zahlen Sondersteuern und dürfen Islamisten nicht behindern.

Bei aller Toleranz - ich halte derartige Gesetze für mittelalterlich... was würden Muslime in christlichen Ländern sagen, wenn wir das auch einführen würden?

Bei uns entspricht das (vernünftigerweise) nicht dem Gleichbehandlungsgrundsatz...

...und durch die nicht vorhandene Gewaltenteilung zwischen islamischer Kirche und Staat sind diese Regierungen im Verhältnis zu dem was wir gewohnt sind auch extrem emotional geführt.

Dark Angel
 
31
31.10.2011, 16:32
Was für ein Blödsinn

in welchem arabischen Land sind Nicht-Moslems denn bitte Dhimmis? Lesen Sie nicht soviel Karl-May ;-)
Tatsache: Weder im Libanon, noch in Syrien, Ägypten, Tunesien, Irak (unter Saddam), etc. durften Christen nicht wählen, sich nicht wählen lassen oder wurden offiziell sonst irgendwie in ihren Rechten beschränkt. Die Diskriminierung ist viel subtiler: Quoten beim Militär, Benachteiligung bei öffentlichen Stellen oder Beförderungen, etc., etc.
Vergleichen Sie es mit der Stellung der Frau in Österreich ;-)

Chien de Pique
02
1.11.2011, 00:42
Von Dhimmistatus zu reden ist natürlich unsinnig. Selbst im liberalen Tunesien noch ohne Ennahda konnten aber Christen und sonstige Andersgläubige aber schon bisher nicht

Staatspräsident werden; dass eine Frau ein Amt nicht einmal in der Theorie anstreben darf, gibt es zum Glück in Österreich schon länger nicht. Jedenfalls sind bzw. waren das bislang sozialistisch orientierte Staaten, wie es unter einer religiösen Regierung aussehen wird, wird man sehen (der Libanon ist sowieso ein Sonderfall, da ein multireligiöses Land mit Proporzverfassung und überdies bis in die jüngere Zeit christlicher Mehrheit).
Und jetzt haben wir im Irak und in Ägypten (und demnächst in Syrien) Zustände, die über Diskriminierung der ChristInnen (oder anderer Gruppen, die noch elender dran sind) weit hinausgehen, da ist teilweise echte Pogromstimmung, auch das übertrifft die Situation der Frau in Österreich schon noch ein wenig.

Hofzwerg
30
31.10.2011, 08:45
demokratie in den hirnen zu manifestieren , geht nicht so schnell

Hofzwerg
00
2.11.2011, 07:42
es ist interesant , was alles in meiner aussage gelesen wird

IoI gg ;)

NONE
00
31.10.2011, 20:26

Eh? Die Militärdiktatur will die Macht nicht abgeben, das sieht jeder Blinde. Siehe auch das Video wo die Militärfahrzeuge die Menge provozieren, reinschiessen und Menschen überfahren.

Nexialist
00
31.10.2011, 15:22
machen sie nicht den Fehler die islamische Kultur mit unserer zu vergleichen

siehe mein obiges Posting...

es ist islamischen Staaten durch die Sharia vorgeschrieben so zu reagieren, weil sie das als Behinderung der eigenen Religionsausübung auslegen.

Nachdem Staat und Kirche nicht getrennt ist, ist eine negative Äußerung über die Politik auch schnell auf dieser Stufe und wird dem entsprechend bestraft.

Dieses Urteil ist keine Frage der Demokratie, es ist eine Frage der Kultur... leider...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.