Zeugen: Bombe traf offenbar Essens-Ausgabestelle für Flüchtlinge
Mogadischu - Die Zahl der bei dem jüngsten Luftangriff der kenianischen Armee in Somalia getöteten Zivilisten hat sich auf fünf erhöht. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vom Montag erlagen nach dem Angriff vom Vortag zwei weitere Menschen ihren Verletzungen. Bereits am Sonntag hatte die Organisation von drei Toten gesprochen. Bei den Opfern handle es sich um drei Kinder, eine Frau und einen Mann, gaben die Helfer an. Insgesamt 44 Verletzte würden in einem Krankenhaus behandelt.
Bei dem Luftangriff war laut der Organisation ein Flüchtlingslager in der südsomalischen Stadt Jibil getroffen worden, in dem 9000 Kinder untergebracht sind. Die kenianische Armee erklärte hingegen, es sei ein Stützpunkt der Shebab-Milizen bombardiert worden. Dabei seien zehn Kämpfer ums Leben gekommen. In einer Mitteilung rief Ärzte ohne Grenzen die Konfliktparteien in Somalia dazu auf, "die Rechte von Zivilisten in dem Konflikt zu respektieren".
Die kenianische Armee hatte Mitte Oktober Truppen über die Grenze nach Somalia geschickt und seither mehrfach Luftangriffe geflogen. Diese gelten der islamistischen Shebab-Miliz, die für die Entführung mehrerer Ausländer in Kenia verantwortlich gemacht wird. (APA)