ÖVP

"Schwarz-grüne Allianz" für Studiengebühren

30. Oktober 2011, 17:37
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    foto: apa/fohringer

    Alle Studien würden zeigen, dass ein Uni-System mit Gebühren und verstärkten Beihilfen sozialer sei, meint ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager.

Cortolezis-Schlager unterstützt Van der Bellen - Glawischnig: "Das ist eine Einzelmeinung"

Wien - Eine "Allianz der Vernunft" beim Thema Studiengebühren ortet ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager. Anlass für ihren Optimismus ist ein Standard-Interview mit Alexander Van der Bellen, dem grünen Uni-Beauftragten der Stadt Wien.

Dieser hatte sich für Studiengebühren ausgesprochen, wenn die Regierung ihre Ausgaben für den tertiären Sektor auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erhöht. "Genau dann und nur dann" kann sich der frühere grüne Bundessprecher Gebühren vorstellen. Mit dem Geld solle das Stipendiensystem ausgebaut werden, außerdem könnten die Studierenden mitbestimmen, was mit ihrem Geld passiert.

Alle Studien würden zeigen, dass ein Uni-System mit Gebühren und verstärkten Beihilfen sozialer sei, meint Cortolezis-Schlager. Sie ist optimistisch, dass es bis 2020 zwei Prozent des BIP für die Hochschulen geben werde, auch mit Unterstützung der Wirtschaft. Von Bundesseite könne man Geld aus einer Pensionsreform lukrieren und so einen Ausgleich zwischen den Generationen schaffen. Aus den Studiengebühren verspricht sie sich 170 bis 200 Millionen Euro pro Jahr.

"Einzelmeinung"

Weniger erfreut reagierten die Grünen auf Van der Bellens Ansage. Parteichefin Eva Glawischnig ließ ausrichten, es handle sich um eine "Einzelmeinung" . Besonders harsch fiel die Reaktion der grünen Studierenden aus: Van der Bellen solle die Partei verlassen und sich bei der ÖVP als neuer Wissenschaftsminister bewerben. "Die Anbiederung hat ja scheinbar schon begonnen." (hei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
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trace route
00
15.11.2011, 13:40
Studiengebühren treffen vor allem den MITTELSTAND.

Daher empfinde ich es zumindest als BEMERKENSWERT, wenn gerade die ÖVP und die Grünen, deren Wähler sich überwiegend aus dem Mittelstand rekrutieren, für Studiengebühren plädieren.

Ich meine ich verstehe ja, wenn die SPÖ gegen Steuererleichterungen bei den Bauern ist (ÖVP-Klientel) und die ÖVP gegen die Hackler-Regelung (SPÖ-Klientel), aber der EIGENEN WÄHLERSCHAFT zu schaden, daszu gehört schon eine kräftige Portion Chuzpe.

Oder ein Mangel an Intelligenz?

665
00
23.11.2011, 18:42
sehe ich nicht so

wenn man die studiengebühren mit einer (schleifend) gedeckelten steuerlichen Absetzbarkeit mit Negativ Steuer (ähnlich Ansetzbeträge) koppelt, dann wirkt die Studiengebühr primär bei sehr-gut-verdiener (je nach Deckel) und allen die nicht in Österreich steuerpflichtig sind (und das die zahlen sollen, steht ja wohl ausser jedem sozialen und politischen Zweifel)

trace route
00
23.11.2011, 18:56
Im Prinzip hört sich Ihr Vorschlag ja ganz nett an, Studiengebühren zu hundert Prozent "ansetzbar" durch Selbstverdiener oder Eltern, sodass jeder der arbeitet die Gebühren zu hundert Prozent rückerstattet bekommt. Allerdings denke ich, dass diese...

von Ihnen geschilderte Variante NICHT das Ziel von Töchterle und Co ist. Denen geht's darum Studenten abzucashen und wegen der viel größeren Zahl natürlich vorwiegend die ca 270.000 österreichischen Studenten. Studiengebühren, die allen Einkommensbeziehern rückerstattet werden, wäre ein riesiger Verwaltungsapparat der unterm Strich mehr kosten würde, als die Einnahmen von den 100 deutschen Medizinstudenten in Wien und Innsbruck und ein paar deutsche Biologie-Studenten in Salzburg "bringen". Idente oder zumindest ähnlichere Zulassungsverfahren in Deutschland und Österreich würde das Problem der "Migration" deutscher Zulassungs-Versager nach Österreich ebenso schlagartig beenden, und das ohne jegliche Kosten.

censeo
72
2.11.2011, 21:26
Studiengebühren...

..sind einfach notwendig!

Titus Feuerfuchs
00
7.11.2011, 14:22
Notwendig sind sie nicht,

aber unter bestimmten Umständen sehr wohl sinnvoll.

großkotzige
00
3.11.2011, 23:56
Weshalb?

censeo
20
4.11.2011, 12:11
Sicher...

...werden dadurch nicht alle Miseren gelöst, die es noch im Universitätssystem gibt, jedoch ist auch nicht einzusehen, warum in Ö reiche Abkömmlinge genuso nichts bezahlen wie ärmere Studenten.
Es muß bestimmte Kriterien geben, sonst hat niemand etwas davon.
Was ist ein Studium wert, dass völlig überbevölkert ist? Wo 800 Studenten auf 1 Prof kommen.Es ist nun einmal eine Tatsache, dass in Medizin und Psychologie, zuviele Deutsche hier in Ö zum Nulltarif studieren. Die BRD ist unwillig Ressourcen für ihre Studierwilligen zu schaffen, leider müssen das österreichische Studierwillige büßen. Ich betone, ich finde es gut und auch wichtig einige Semester im Ausland zu studieren aber nicht das gesamte Studium zum Nulltarif,wie jetzt für die D.

Hillsmith
00
4.11.2011, 20:12
Wölfe im Schafspelz

Das ständig wieder strapazierte Argument, dass Abkömmlinge Wohlhabenderer Schichten durch Studiengebühren nun endlich auch zur Kasse gebeten würden, ist doch sehr fragwürdig. Immerhin wir haben ja ein progressives Steuersystem, sodass die BesserverdienerInnen ohnehin mehr beitragen müssten. Widrigenfalls sollte man endlich das System von Ausnahmen und Steuertricks in Frage stellen und mancherorts die Steuerfahndung vorbeischicken. Priorität hat jetzt jedenfalls die soziale Durchlässigkeit des dem universitären Bereich vorgelagerten Schulsystems. Bis diese,durch Studien belegbar, nachweislich angewachsen ist, vergehen ohnehin noch Jahre. Die derzeitige Studiengebühren-Suderei kann daher nur ein schlechter Witz sein.

Marth
10
4.11.2011, 17:06
Keine Ahnung ist auch eine Ahnung

Die beiden erwähnten Studien von ihnen sind jene, die am wenigsten damit zu kämpfen haben.
Lesen sie mal, wie die Verteilungsgrenzen bei der Med Uni ausschaut. Dann reden sie weiter.
Die Psychologie hat als einer der wenigen auch einen Aufnahmetest, wo sich die Deutschen auch mal durchquälen müssen.
Die zwei besten Argumente für Studiengebühren. Und als nächstes behaupten sie noch, die Studiengebühren sind 100% sozialverträglich.
Ich kugel mich vor Lachen.

censeo
10
4.11.2011, 21:19

Gut, dass sie so viel Ahnung haben.
Wollen Sie etwa behaupten, dass es zu wenig Psychologie und Medizinstudenten gibt, es gibt noch genug, trotz Aufnahmeprüfung und da sind eben sehr viele Deutsche dabei. Das Betreuungsverhältnis ist im vergleich zu den USA katastrophal.
Aber mir soll es egal sein, denn ich werde hier keine Steuern mehr zahlen.

Ich bin bald in Australien.

Marth
00
5.11.2011, 08:22

Also zu Medizin, es gibt intern eine Quotenregelung, Österreicher, EU-Bürger und nicht EU-Bürger. Soviel mal dazu. Desweitern gibt es nicht genug Medizinstudenten. Die Zahl der Ärzte sinkt und das bei einem immer höheren Durchschnittsalter. Sehr sinnvoll also.
Psychologie, ist trotzdem durchsetzt. Ob es zuviele oder zu wenig gibt? Das werden wir nich beurteilen können. Mit Psychologie eröffenen sich viele weitere Ausbildungen erst, vergessen sie das mal lieber nicht.
Faktum ist, wenn sie schon über Studiengebühren senieren wollen, dann wenigstens mit guten Argumenten.

censeo
00
5.11.2011, 09:10

Die Quotenregelung ist nur eine bestimmte Zeit gültig.
Was kommt danach? Soviel ich weiß bis 2012.

Marth
10
5.11.2011, 11:21

Also git es eine. Danke
Was danach? Nicht die Quotenregelung würde 2012 auslaufen, sonder das gesamte Verfahren. Aber ob das wirklich so sein wird weis keiner.
Lassen sie sich mal andere Argumente einfallen.
Ich hab eines auf ihrem Niveau. Wer sagt denn, dass die Deutschen dann wieder nach Deutschland gehen wenn sie fertig sind? Gähn ... genau so nutzlos, wenn man über Studiengebühren spricht. Außerdem was haben die Gebühren mit den Deutschen zu tun, selbst wenn wir welche hätten. Würde die Deutschen kommen. Die flüchten, wenn, vor dem Numerus Clausus. Geld spielt da weniger eine Rolle.

censeo
10
6.11.2011, 12:20
Sind se Deutscher?

Sie sind ja lustig, üben Sie lieber sinnerfassend zu lesen, bevor Sie sich hier so echauffieren. Siehe mein oberes Kommentar dort habe ich erläutert, dass Studiengebühren alleine nicht ausreichend sind.

Es hat keinen Sinn, engstirnigen Typen etwas zu erläutern, Sie verstehen es ja doch nicht. Sie sollten sich dringend um Ihr eigenes Niveau kümmern, es kann ja nur besser werden für Sie.

Ciao.

Marth
00
6.11.2011, 12:51

Es freut mich zu sehen, dass sie auf eingebrachtes Argument nicht eingehen, vermutlich aber eher nicht können.
Denn dieses zielt sehrwohl auf ihre eingebrachte obige Aussage ab. Das Deutsche nichts in Österreich für das Studium zahlen mag zwar stimmen, es ändert aber nichts daran, dass jene Aussage für Studiengebühren völlig unzulänglich ist. Würde man nämlich über eine Kostenfrage hier argumentieren, müsste man sehrwohl bedenken, beleiben Deutsche in Österreich auch nach dem Studium? Und werden Studenten über die Eltern finanziert, fließt Geld von Deutschland nach Österreich. Das ist wie beim Urlaub.
Zwei Ideen warum sie nicht weiter argumentieren:
1) Ihnen fällt nichts besseres ein
2) Sie wollen die wahre Intention nicht offenlegen

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
11
3.11.2011, 15:33

Sie haben einfach keine Argumente? Politik einfach so, weil wir uns einfach einbilden aus einfach unerfindlichen Gründen, weil wir einfach denken, das einfach einfach darum? Ist das nicht einfach blöd?

censeo
00
4.11.2011, 11:35

Wenn es für Sie nicht plausibel ist, warum Studiengebühren notwendig sind, dann hat es wohl keinen Sinn wenn ich es ausführlich erläutere, denn Sie sind offensichtlich ideologisch festgefahren.

wolfgangwanicek
23
31.10.2011, 20:24

Mit Sutdiengebühren werden Menschen die langsamer und damit länger studieren bestraft und abgeschreckt. Menschen die parallel arbeiten und studieren dürfen nicht bestraft werden. Ganz einfach ist das. Überall hört man das Gebrabbel von lebenslangem Lernen und hier wird scheinbar von Menschen ausgegangen die ganz schnell studieren - vielleicht noch direkt nach der Matura - ohne was von der (Arbeits- und sonstigen) Welt mitgekriegt zu haben.

Der Chronist
03
2.11.2011, 13:51

Sie sollen ja lebenslang lernen, um dem Markt zu dienen - es hat niemand gesagt, dass sie auch abschlüsse haben sollen, die ihnen einen Aufstieg ermöglichen. Sie sollen brav unten bleiben und billig, aber zuverlässig fukntionieren. Uni-Abschluß ist etwas für Bonzenkinder und den Kindern der Freunderl der Bonzen.

walter kogler
00
31.10.2011, 23:13

das mit dem "lebenslangen lernen" ist ein gutes argument gegen studiengebühren. allerdings sollte der durchschnittsstudent schon gleich nach der matura mit dem studium beginnen und möglichst ohne einen nebenjob (=höhere beihilfen bzw. eltern halt) sich viel wissen aneignen.was soll ein 18jähriger denn bitte nach der matura arbeiten? die jungen bekommen ohnehin fast ausnahmslos in diesem alter schlechte job.bringt höchstens vielleicht bei betriebswirtschaft oder ähnlichem humbug was. wenn ich mir aber an so manchen unis den fuhrpark der studenten so ansehe, dann könnten manche wohl statt dem neuen audi doch was zur finanzierung der unis beitragen

Top spin
00
5.11.2011, 10:08

sie haben wehrdienst vergessen, der drängt sich noch dazwischen. will ja die övp auch nicht abschaffen.

Marth
00
5.11.2011, 08:35

Ich stimmt ihnen zu.
Jedoch wie könnte man praktisch eine Reichen-Studiengebühr vollziehen?
Man müsste z.B.: über die Einkommenssteuer das monatliche Gehalt der Eltern errechnen. Dann müsste man abgleichen, gibt es Kinder die studieren. Nun müsste man, damit das gerecht bleibt hinterfragen, gibt es noch eine Unterhaltspflicht, wenn ja, wir dieser auch gezahlt. (Ist ja bei Scheidungsfällen zum Beispiel nicht immer so) Und wenn ich das alles geklärt habe, könnte ich eine sozialverträgliche Gebühr erheben. Das bedeutet aber viel Aufwand. Deswegen ist das Auschließungsprinzip nur schwer anwendbar und teuer. Also ist Uni ein öffentliches Gut, welches der Staat bereitstellen muss. Gebühren müssten also wenn alle zahlen und das ist nicht sozial.

Hillsmith
00
31.10.2011, 18:10
Sado-Maso

Man könnte es ja mit einer AkademikerInnensteuer statt Studiengebühren probieren. Damit enfällt wenigstens der Verdacht, jemanden gleich eingangs vom Studieren abschrecken zu wollen, indem man ihnen gleich vorne weg Gebühren oder vielleicht auch noch einen Kredit aufbürdet. Aber nein, bei uns darf es ein bisserl Peitsche (Studiengebühren) und Zuckerbrot (Stipendien) sein. Finanzielle Hürden kombiniert mit neuen Sozialhilfeprogrammen - das schafft gleiche Chancen. Wenn man da mal rausfällt, dann fällt einem wenigstens gleich alles doppelt auf den Kopf. Wirklich gut gemeint! Felix Austria vermeint offenbar wirklich, Heimat zu vieler MaturantInnen und AkademikerInnen zu sein...

Erz-Schelm
01
31.10.2011, 14:16
Wenn die Studiengebühren nur...

110 Mill Euro ausmachen, wieviel bekommt da der Herr Hochegger?

Aguirre74
 
05
31.10.2011, 13:04

Vernunft? Die ÖVP ist vieles, allen voran fällt mir jetzt korrupt, machtgeil, engstirnig und ewiggestrig ein. Aber vernünftig? Interessante, wenngleich neue, Perspektive. Allein, entspringt wohl eher der verzerrten Selbstwahrnehmung einer VP-Apparatschik.

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Posting 1 bis 25 von 65
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