Sponsoring

Grüne: Staat soll Bürgerinitiativen finanziell unterstützen

30. Oktober 2011, 18:03

Betreiber umstrittener Projekte sollen Fonds für Bürgerinitiativen einrichten oder Staat soll helfen

Wien - Die grüne Umweltsprecherin Christine Brunner möchte, dass Betreiber umstrittener Projekte vom Staat verpflichtet werden, einen Bürgerinitiativen-Fonds zu speisen. Dass man so die eigenen Gegner finanziert, will Brunner nicht gelten lassen. "Was Projektbetreiber wirtschaftlichen Nutzen bringt, bedeutet für Anrainer oft zumindest einen Verlust der Lebensqualität" , sagt sie. Bürgerinitiativen fehlten hingegen oft die finanziellen Mittel, um den Betreibern des jeweiligen Projekts auf Augenhöhe entgegentreten zu können.

Beispielhaft könnte ein Projekt der Grünen sein. Seit 20 Jahren gibt es den "Verein zur Unterstützung von Bürgerinitiativen" (BIV), den grüne Nationalratsabgeordnete durch eine Art Selbstbesteuerung finanzieren (Der Standard berichtete).

Von diesem Bürgerinitiativen-Sponsoring profitiert hat etwa eine Initiative, die gegen Fluglärm, speziell über Wien-Favoriten, kämpft. "Wir müssen unsere Gutachten auf gleichem fachlichem Niveau erbringen, und das bedeutet, Gutachter und Anwalt zu zahlen" , sagt Johann Hinteregger.

Marlis Meyer, die im BIV-Vorstand sitzt, plädiert daher für staatliche Hilfen, weil "Partizipation leistbar sein muss" . (pm, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10.2011)

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10 Postings
Humtata
12
31.10.2011, 10:36
Bürgerinitiativen sind...

...wichtig und richtig.

Allerdings stört mich eines massiv: die Grünen sind -wie andere Mitglieder der übrigen Parteien - gewählte Volksvrtreter, die die "Macht" haben, Gesetze zu initiieren, zu verhindern oder zu verabschieden.

Die ganze "Drecksarbeit" bzw unangenehmen Themen auf Bürgerinitiativen "out zu sourcen", finde ich persönlich feige.

Liebe Grüne, es liegt an EUCH (und natürlich an den anderen Parteien), die Interessen und Ängste der Bevälkerung ernst zu nehmen und sich um deren ANliegen zu kümmern. Dann bräuchte es keine einzige Bürgerinitiative, sondern nur mutige Politiker, die schlicht und einfach ihre ihnen aufgetragene ARBEIT machen.

anyuser
 
12
31.10.2011, 09:50
grüne: arme sollen reiche finanziell unterstützen

steuerzahler sollen dubiose organisationen wie global2000 und andere anti-menschen-kampagnen finanzieren, das ist gemeint.

Section Control
03
31.10.2011, 09:49
Was werden die Grünen sagen, wenn folgende Bürgerinitiativen einen staatliche Unterstützung bekommen

*) gegen den Moscheenbau
*) Initiative für eine neue L601 in der Steiermark
*) Initiative gegen eine neue L601 in der Steiermark
*) Initiative gegen den Bau von Windkraftanlagen
*) Intiative für den Bau eines Flußkraftwerks
*) Initiative fpr den Bau des Semmeringtunnels
*) Initiative gegen den Bau des Semmeringtunnels

Also bei der L601 haben wir in der Steiermark dann das Beispiel, dass eigentlich die Befürworter und Gegner unterstützt werden müssen.

ravenna
11
31.10.2011, 09:42

Klar. Jetzt soll man das Querulantentum auch noch finanziell unterstützen.

So wie unserer Regierung nichts weiterbringt, muss jetzt auch noch der Volkswiderstand gegen alles und jedes gestärkt werden. Na toll. Es lebe der komplette Stillstand.

Carlos Clementin
30
31.10.2011, 08:19
"Bist im Kopferl hin, dann bist Du Green"?

Bitte meine Bürgerinitiative zur Abschaffung der Politiker und Banken unterstützen.

tablespace65
31
31.10.2011, 08:00
Den "Verein zur Unterstützung von Bürgerinitiativen" der GrünInnen als Beispiel anzuführen, ist an Skurillität nicht zu überbieten!

Bedauerlicherweise gibt es heutzutage eh schon gegen alles und jeden eine "Bürgerinitiative"!

Wenn diese Initiativen wenigstens nicht nur die Partikularinteressen einzelner Menschen vertreten würden, dann wären sie ja durchaus sinnvoll und interessant. Aber so bleibt halt leider nur der schale Beigeschmack übrig, dass es sich nur um "egoistische Verhinderungsinstrumente" handelt...

Der Kluge
23
30.10.2011, 22:03

Erschreckend, dass die Politiker auch in Zeiten der Schuldenkrise auch weiterhin bereit sind, Steuergeld derart zu verschleudern - und wie ich meine in Wahrheit fast zu veruntreuen.

Dass nur solche Bürgerinitiativen gefördert würden, die der politische Führung eh genehm sind, ist im Übrigen eine Selbstverständlichkeit. Oder glaubt jemand an eine Förderung von "Bürgerinitiative Dammstraße" udgl.?
Nein, die Politiker werden nur fördern, was sie fördern wollen.

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
11
30.10.2011, 20:35
besser policy skills als NIMBY fördern!

Die Politiker sind so schlecht aufgestellt, dass es Sinn machen würde in Institutionen zu investieren die die Zusammenhänge erforschen und gesamtheitlich urteilen können. Partikulärinteressen und NIMBY sind eher schädlich für die Gesellschaft, manche soziale Gruppen können sich nicht artikulieren, wollt ihr die totale Macht der Lehrer und Beamten?

Johannes Oetztaler
01
30.10.2011, 19:04
Staat soll Bürgerinitiativen finanziell unterstützen

frage an christine brunner:
wo fängt man an - wo hört man auf

Hubert Ungeist
 
12
31.10.2011, 06:13
Ganz einfach

Grüne Anliege - fördern. Blaue Anliegen - verbieten.

Und ab und zu ein rotes Anliegen fördern - damit es nicht gar so unobjektiv aussieht

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