Gesetzesentwurf

Elektronische Gesundheitsakte: Ärztekammer warnt vor Hast

30. Oktober 2011, 15:33

Gesundheitsminister will Gesetzesentworf rasch in den Ministerrat bringen - Den Ärzten sind von dem Vorhaben irritiert

Wien - Der Plan von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), das Gesetz für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) so rasch wie möglich in den Ministerrat zu bringen, stößt bei der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) auf Widerstand. In einer Aussendung am Sonntag war von "schwerer Irritation" die Rede, Präsident Walter Dorner warnte vor "verantwortungsloser Hast". Auch auf Wiener Ebene sieht man sich "meilenweit von einer Einigung entfernt".

Laut Dorner sind noch mehr als 60 Fragen in Hinblick auf Technik, Organisation, Finanzierung, Datenschutz und Datensicherheit offen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die "definitive Zusage" des Gesundheitsministers gegenüber dem ÖÄK-Präsidium, die Umsetzung des elektronischen Gesundheitsaktes erst nach einer detaillierten Evaluierung des Pilotprojektes zur E-Medikation einzuleiten.

Für die Wiener Kammer hatte Vizepräsident Johannes Steinhart schon am Samstag vollkommene Unklarheit und breiten Dissens konstatiert. Diese Lösungen in einigen wenigen Tagen finden zu wollen, sei für die Bevölkerung "unzumutbar und bei dieser heiklen Materie unverantwortlich". Die FPÖ forderte einmal mehr einen sofortigen Stopp des "Millionengrabs" ELGA. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 62
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www.gesundheits-blog.org
 
01
4.11.2011, 12:58
na wie hätten wir es gern....

Die Ärztekammer schafft an und das Ministerium folgt unaufgefordert? Die Kammer scheint nun alle Mittel einzusetzen damit ELGA und damit auch E-Mediakation zu Grabe getragen wird. Die österreich./wiener Ärztekammer war in den Beratungen stets immer dabei, ihre Gutachten wurden immer gehört. Ich kann es nur immer wieder wiederholen-Ärztekammerwahlen sind im März 2012 -es ist notwendig billiges politisches Kleingeld auf dem Rücken der PatientInnen zu wechseln .Wer nun glaubt, dass die Parteien im Parlament besser Bescheid wissen und dagegen sind-FPÖ/BZÖ Grüße aus dem Milliardengrab Hypo-Grüne-nicht der Arzt Grünewald sondern der Sozialexperte Öllinger reagiert und Rasinger ist Fraktionskollege von Steinhart/Dorner-wie objektiv ist das nun?

Sarepta
00
5.11.2011, 16:59

Die ÄK hat sich seit jeher nie wirklich um das Wohl der Patienten gekümmert, eine echte Interessensvertretung war sie noch nie, zumindest nicht von angestellten Ärzten. Sinn und Zweck war wohl eher illegale Bereicherung und Genehmigung von hochdotierten Pensionen der obersten Liga. Weswegen die Zwangsmitgliedschaft schon längst abgeschafft gehört...

RS69
 
00
4.11.2011, 14:11

Es ist ja nicht so, dass "die Patienten" von der elektronischen Gesundheitsakte begeistert wären.

Das ist ein politisches Projekt, und weniger eines zum Patientennutzen.

www.gesundheits-blog.org
 
00
4.11.2011, 14:25

Die PatientInnen haben die Möglichkeit den Zugang selbst zu bestimmen - wer in meinen Akt reinschauen darf und bei Verdachtsfällen von Behandlungsfehler ist der Akt als Zeuge aufrufbar.

Die PatientInnen müssen nicht mehr ihren ganzen Akt nicht von ÄrztIn zu ÄrztIn mitschleppen sondern er/sie sieht das am Bildschirm.

Ein weiteres Argument ist, dass im Bedarfsfall das behandelnde Krankenhaus mögliche Unverträglichkeiten gleich sieht und darauf Rücksicht nehmen kann. Stichwort: Allergien

RS69
 
00
4.11.2011, 23:24

Gschichtl.

Sobald die Daten online und gesammelt sind, hab ich keinerlei Kontrolle, wohin die (legal oder illegal) verteilt werden.

EIn Ministerbeschluss, eine kleine Gesetzeesänderung, eine kleines gefülltes Kuvert, oder auch einfach die übliche Inkompetenz im Umgang mit personenbezgenen Daten,...

...und die Daten sind öffentlich oder zumindest in den falschen Händen.

Und schon

ErikaGutjahr
00
4.11.2011, 18:06
also ehrlich gesagt....

ad "die Patienten müssen nicht mehr ihren gesamten Akt mit sich herumschleppen"
ich denke nicht, dass das derart mühsam ist, seine Befundsammlung mitzuschleppen, dass man deswegen gleich all seine Daten den Gefahren vermeintlicher Lecks im Datenschutz preisgeben muss. (und falls man tatsächlich mal Probleme mit dem Tragen hat, *rofl* was spricht dagegen, die Befunde einfach mal am USB-Stick zum Arzt zu bringen)
ad "Unverträglichkeiten und Allergien":
ich glaube auch nicht, dass das bisher unmöglich war, seine Allergie oder Unverträglichkeit mitzuteilen - wegen der viele sogar einen eigenen Ausweis, ein Ketterl um den Hals o.ä. haben.

Also echt, die Argumente, die hier so angeführt werden, die sind echt an den Haaren herbeigezogen..

www.gesundheits-blog.org
 
00
4.11.2011, 18:30

Ich verweise auf England - wo es möglich war eine CD ( kein weiterer Unterschied zu USB) mit den Gesundheitsdaten verloren gegangen ist und bis heute nicht mehr aufgetaucht ist. Manche ältere Menschen wissen gar nicht was USB Sicks geschweige denn dass sie ihre Gesundheitsdaten drauf geben.

Wer die wohl nun hat ? Die Ketterl oder Ausweise gibts ja schon aber ich schau mir die Geldtasche mit allen Unverträglichkeitshinweisen gerne an.

ErikaGutjahr
00
4.11.2011, 18:43

ich erwähnte den USB-Stick nur deshalb, weil ich das jetzt so praktiziere, nicht weil ich mir wünsche, dass das dann allgemein mit "staatlichem Stick" eingeführt wird. Ich trage meine Befunde usw immer mit einem USB-Stick zum Arzt, der Arzt kann sich das dann alles gleich auf seinen PC rüberladen und muss nicht dauernd scannen.

ErikaGutjahr
00
4.11.2011, 17:46

ja, deshalb sollte man die Opting-Out-Variante wählen ;-)

sirius5one
00
3.11.2011, 12:25
www.gesundemeinung.at

60 Fragen. Hm. Anonymus hat sicher 60 Antworten. Remember remember the 5th of November. Als ob elektronische Daten auch nur im Geringsten sicher sein könnten. Mich überrascht - und stört - das schon lange nicht.

rrrn
 
20
2.11.2011, 07:04
Fatale E-welt

Computer-/Kommunikationsnetzwerke sind (fast) beliebig manipulierbar und
niemand weiss, was man mit der Informationsflut anfangen soll : E-dinge sind
Menschen aus Fleisch und Blut nicht zuordenbar : traditionelle Information
kann elektronisch kontaminiert sein.

Salop1238
00
1.11.2011, 10:50
Lieber Standard

Gesundheitsminister will Gesetzesentworf rasch in den Ministerrat bringen - Den Ärzten sind von dem Vorhaben irritiert

Dazu fällt mir nur ein Deutsch 5 setzen!

Fisch Suppe
00
1.11.2011, 21:23
"..die Umsetzung des elektronischen Gesundheitsaktes erst nach einer..."

...ist eigentlich österreichisches Deutsch (der Akt, des Aktes,..), und ob das die Mitarbeiter der Zeit-Im-Bild-Redaktion des ORF verstehen?

Herzerzog Johann
00
1.11.2011, 09:59
Eines ist sicher:

Herzerzog Johann
31
1.11.2011, 10:02
Eines ist sicher:

Bedenken der Ärztekammer haben sich noch immer mit Geld ausräumen lassen.

hot doc
03
2.11.2011, 11:33

unsinn. glauben sie wirklich an datenschutz?

übrigens ist das nicht nur ein hervorragendes tool für die private versicherungswirtschaft und die großen arbeitgeber, sondern auch, um gesundheitsausgaben erst zu überwachen, und danach mit dem rotstift zusammenzustreichen, und die oberhoheit über diagnose und therapie den ärzten zu einsparungszwecken ohne rücksicht auf versorgungsqualität aus der hand zu nehmen.

Fritz Meyer
00
1.11.2011, 07:37
Einfach nach Deutschland schauen.

Dort kann man sich auch (aus guten Gründen) nicht für die "eCard" begeistern.

http://stoppt-die-e-card.de/

Wird Zeit dass da eine .at-Version hinzukommt.

Befreier von Butter und Eier
15
31.10.2011, 18:04

Warum habe ich immer ein ungutes Gefühl im Bauch wenn ich von der elektronischen Gesundheitsakte lese?
Weil ich davon aus gehe, dass meine Daten nicht sicher sind und ich dem Staat den ersten Schritt zur Überwachung frei Haus liefere.

Fisch Suppe
01
1.11.2011, 21:32
Piefke-Deutsch: ungutes Gefühl...

Auch ich habe immer ein ungutes Gefühl im Bauch, wenn ich von "der elektronischen Gesundheitsakte" lese.

Nur in den seltenen Fällen, wo ich vom ELEKTRONISCHEN GESUNDHEITSAKT lese, geht's ma ehrlich gsogt glei bessa!

Sarepta
131
31.10.2011, 22:51

Weilst ein paranoider kleinkarierter Ösi bist?

Fritz Meyer
02
1.11.2011, 07:35
Und selber?

Armleuchter mit Vorurteilen?

Lemure
 
02
31.10.2011, 10:48
Was noch nirgends zu lesen war:

WO, WIE und WANN kann man sich aus diesem System ABMELDEN?

Hab ich das übersehen? Bitte um Info!

monothematisch
00
1.11.2011, 02:07

Das war in der Begutachtung ein Kritikpunkt am Gesetzesentwurf, dass das noch nirgends so genau drin steht.
Die Frage ist, wie lange man das opt out durchhält - wenn zB Arztbesuche dadurch deutlich teurer werden oder man ohne Elga-Teilnahme keine Versicherung bekommt....

doctor schiwago
00
31.10.2011, 21:59
eine Antwort auf ihre Frage steht weiter unten im Postingbereich

ich zitiere von weiter unten aus einem posting:....sie haben natürlich recht - ein 'opt in'-ansatz...
... wäre für elga viel sinnvoller. nur wäre dann elga absolut unnötig und eine reine geldverbrennungsmaschine, da kaum jemand sich aktiv freiwillig beteiligen würde.
daher geht man den umgekehrten weg und rechnet mit der trägheit und obrigkeitshörigkeit der österreicher - leider ein sehr erfolgversprechender ansatz.

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