Zehntausende bei neuen Sozialprotesten

30. Oktober 2011, 10:54

20.000 in Tel Aviv - 5.000 in Jerusalem - Demonstranten halten die vorgelegten Reformvorhaben für nicht ausreichend

Tel Aviv - Zehntausende Israelis haben am Samstagabend bei den ersten Sozialprotesten seit der großen Sommerkampagne gegen die hohen Lebenshaltungskosten demonstriert. Die größte Kundgebung fand in Tel Aviv statt, wo nach Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen auf die Straße gingen. Der Fernsehsender Channel 10 meldete sogar 45.000 Teilnehmer.

In Jerusalem waren 5.000 Menschen auf den Beinen, teilte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld weiter mit. Auch aus Modiin, Kiriat Shmona, Eilat und Hod Hasharon wurden Demonstrationen gemeldet. Die Kundgebung in der Stadt Beersheva im Süden des Landes musste jedoch wegen Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen kurzfristig abgesagt werden.

Höhepunkt im August

Die Protestbewegung hatte ihren bisherigen Höhepunkt im August, als Samstag für Samstag Demonstrationen statt fanden. Am 4. September hatten sich landesweit etwa 450.000 Menschen an der größten Kundgebung in der Geschichte Israels beteiligt. Bei der neuen Protestaktion "Zurück auf die Straße" wurden Forderungen laut, den Staatshaushalt für 2012 in seiner jetzigen Form zu verwerfen. Die Regierung solle stattdessen gemeinsam mit dem Volk eine Alternative ausarbeiten.

Der konservative Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte unter dem Eindruck der Sommerproteste eine Expertenkommission einberufen. Sie legte im September Vorschläge vor, die vom Kabinett inzwischen im Grundsatz gebilligt wurden. Demnach sollen unter anderem die Ausgaben für das Militär gekürzt und Hunderttausende neue Wohnungen gebaut werden, um die hohen Mieten zu senken. Auch plant die Regierung Steuersenkungen im Energiebereich und die stufenweise Abschaffung von Importzöllen. Zudem sollen die Unternehmens- und Spekulationssteuern sowie die Abgaben für Reiche erhöht werden. (APA)

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11 Postings
F S 3
05
19.11.2011, 19:11
Zu einem recht unpassenden Zeitpunkt erschien eine Ausgabe des Forbes Magazins, welches eine aktuelle Liste aus dem "Land der Blaumilch, des Honig und der sagenhaft Reichen" veröffentlichte. - "Reich" für isr.Verhältnisse zumindest, und …

…Knesset Mitglieder obendrein, was bei Vizepremier Silvian Shaloms bester Ehefrau von Allen und Miteigentümerin von Yediot wohl nicht gut ankam, da sie sofort Bibi anrief und verlangte, daß der Premier „entsprechende Schritte zum Stop der Herausgabe“ des Mediums veranlassen müsse, da sonst ihr Mann(!) im Sicherheitsausschuß der Knesset seine Zustimmung zu einem Angriff auf den Iran(!) verweigern werde.

Rich Silverstein (Tikun Olam) und Dvorit Shargel recherchierten:
http://tinyurl.com/7m3mptk
http://velvetunderground.co.il/?p=11530#e

Ein ganz normaler Tag in Isreals innenpolitischer Landschaft.

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11
6.11.2011, 09:49
Ich bin nicht still, Jimmy-Ringo!

Die Demos zeigen, dass der Israeli ein freier Mensch ist, der sich (im Gegensatz zu seinen feindlich gesinnten Nachbarn) bei Demos nicht vor israelischer Polizei und Armee fürchtet noch vor den Politikern. Er fürchtet sich nur vor den Raketen der Hamas und Co.
Zitat: "Die Kundgebung in der Stadt Beersheva im Süden des Landes musste jedoch wegen Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen kurzfristig abgesagt werden."

Jimmy_Ringo
02
31.10.2011, 14:48
na nu

Dani B., Fritz Wunderlich ...etc

So still?

santa fe
 
43
30.10.2011, 13:13
in israel wurden die protest camps erfunden, mehr als einen monat vor occupy wall street.und israel bietet den beweis, dass die friedlichkeit von demonstrationen ihren erfolg bestimmt. 450.000 teilnehmer ist bisher international unerreicht.

die nun alle protste umfassende globale 99%-bewegung ist vor allem auch eine friedensbewegung. in israel ist ihr die PEACE NOW bewegung vorangegangen.

israelis wehren sich auch und vor allem gegen die kriegspolitik ihres eigenen landes. diese ist mit der raubkriegspolitik der FI (finanzindustrie) verbündet.
die destabilisierung des erdölreichsten gebietes zwischen mittelmeer und indien entspricht gleichzeitig der vorwärtsverteidigung israels.

2 millionen ziviltote seit 1991 haben weder der FI noch israel mehr gewinn bzw. sicherheit gebracht, im gegenteil. auch israel ist FI- und kriegsmüde und der verarmung, die die bevölkerung hinnehmen muss, damit 1% übersüchtig bleiben können.

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEIKOMMEN für alle,

FI-finanziert.

LGM
26
30.10.2011, 14:14

Die Israelis wehren sich in den bisher größten Protesten vor allem gegen gestiegene Lebenshaltungskosten. Verantwortlich dafür gemacht werden eine protektionistische Lebensmittelindustrie, die hohen Wohnungspreise und z.B. die Elektrizitätskonzerne. Der Krieg spielt nur insofern eine Rolle, als Israel sehr hohe Militärausgaben hat, wobei die Notwendigkeit des Heeres nur von einer kleinen Minderheit angezweifelt wird.
Mit der Finanzindustrie haben die Proteste aber überhaupt nichts zu tun.
Das alles könnten Sie wissen, wenn Sie israelische Medien verfolgen würden anstatt einfach ihren Wunschträumen nachzuhängen

Stephan Schaefer
 
01
1.11.2011, 03:18

--- Mit der Finanzindustrie haben die Proteste aber überhaupt nichts zu tun.
Das alles könnten Sie wissen, wenn Sie israelische Medien verfolgen würden anstatt einfach ihren Wunschträumen nachzuhängen

Wenn Sie nur israelische Medien verfolgen, dann können Sie die Wahrheit gar nicht erkennen!

LGM
10
1.11.2011, 07:22

Erstens war ja nicht von "nur israelischen Medien" die Rede.
Zweitens macht es sicher einen Unterschied, ob es z.B. um den Konflikt mit den Palästinensern geht, oder um soziale Probleme. Bei ersterem ist es klar, dass die (meisten) Medien parteiisch sind.
Was die sozialen Proteste betrifft, so gab es jede Menge Interviews und Diskussionsrunden mit Beteiligten, Leuten aus der Politik, von Universitäten und dem "Mann von der Straße". Dazu kommt, dass der Journalismus in Israel teilweise viel härter ist, als wir es hier gewohnt sind. Wenn ein Politiker im Interview vom Thema abweicht, dann wird er z.B. einfach unterbrochen und wieder "auf Schiene" gebracht.
Zu diesem Thema denke ich schon, dass die isr. Medien ein ausgewogenes Bild liefern.

Adam Markus
25
30.10.2011, 12:28

Benjamin Netanyahu ist nicht konservativ, er ist rechts. Manche seiner Koalitionspartner sogar rechtsextrem.

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10
6.11.2011, 10:15
Netanyahu ist konservativ!

Rechts im österreichischen Kontext ist auf Grund WWII ein anderer Begriff, als er es im Ausland ist.

rasenmähermann
21
30.10.2011, 13:01

Konservativ ist rechts, nur in Österreich nicht.

das ende ist nah
00
2.11.2011, 14:00

die övp ist eindeutig mitte rechts

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