Chef des Pharmahändlers: "Was DocMorris angeht, so schließe ich keine Option aus"
Der Pharmahändler Celesio denkt über einen Verkauf seiner umstrittenen Versandapotheke DocMorris nach. "Was DocMorris angeht, so schließe ich keine Option aus", sagte Celesio-Chef Markus Pinger der "WirtschaftsWoche" laut Vorabbericht vom Samstag. Das Ziel, DocMorris zu einer europaweiten Dachmarke für Apotheken auszubauen, stellte Pinger in Frage und kündigte an, die Markenstrategie von Europas größtem Pharmahändler zu überprüfen. "Das muss nicht zwangsläufig alles unter der Marke DocMorris laufen."
Celesio hat DocMorris 2007 gekauft und damit einen Konflikt mit seinen Kunden heraufbeschworen, die gegen die Internet-Apotheke Sturm laufen. Am Mittwoch hatte Pinger bei der Vorstellung der neuen Firmenstrategie angekündigt, diesen Konflikt zu lösen und Modelle zu erarbeiten, bei denen lokale Apotheker an den Erträgen beteiligt werden können. "Schließlich hat nicht jeder die Möglichkeit, eine Versandapotheke zu betreiben." Details will der ehemalige Beiersdorf -Manager, der seit gut zwei Monaten das Sagen beim Stuttgarter Konzern hat, im nächsten Jahr vorlegen.
Sparmaßnahmen
Das Unternehmen leidet derzeit unter den staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem und dem harten Wettbewerb in wichtigen Märkten wie Frankreich und Deutschland. Die Gewinne des Konzerns schrumpfen und Celesio kassierte in diesem Jahr bereits drei mal seine Ergebnisprognose. Pinger will das Ruder nun mit einem Sparprogramm und der Konzentration auf das Kerngeschäft - Pharmahandel und Apotheken - herumreißen.
Ab nächstem Jahr sollten die Celesio-Gewinne wieder steigen, stellte Pinger laut "WirtschaftsWoche" in Aussicht. Zudem bekräftigte er, dass Mehrheitsaktionär Haniel und die übrigen Eigner in Zukunft auf eine steigende Gewinnausschüttungen hoffen dürfen: "Mittel- und langfristig wollen wir unseren Aktionären nicht nur eine stabile, sondern möglichst auch eine steigende Dividende bieten." (Reuters)