Schweizer Piratenpartei klagt gegen Einsatz von Trojaner

29. Oktober 2011, 10:37

Einsatz von umstrittener Spionage-Software in der Schweiz

Die Schweizer Piratenpartei hat am Freitag bei der eidgenössischen Bundesanwaltschaft eine Klage eingereicht wegen der Verwendung von Spionage-Software im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. Der Kampf gegen Verbrechen rechtfertige das Verletzen der Privatsphäre nicht.

Einsatz gegen Drogenhändler

Medien hatten Mitte Oktober über den Einsatz der umstrittenen Spionage-Software berichtet. Darauf hatte das Schweizer Justizministerium mitgeteilt, dass die Bundeskriminalpolizei in der Schweiz solche in vier Fällen eingesetzt hatte - dreimal in der Terrorismusbekämpfung und einmal gegen organisierte Kriminalität. Der Kanton Zürich war mit einem sogenannten Staatstrojaner gegen Drogenhändler vorgegangen.

Nicht auf Kosten von Privatsphäre

Mit Trojanern können etwa die Tastaturanschläge mitgelesen, die Festplatte gescannt oder Computer-Mikrofon in eine Wanze verwandelt werden. "Mit unserer Klage wollen wir den juristischen Nebel bei der Internet-Überwachung lichten, sagte Pascal Gloor, Vize-Präsident der Piratenpartei, am Freitag zur Nachrichtenagentur sda. "Der Kampf gegen den Terrorismus und andere schwere Verbrechen ist notwendig. Aber dies darf nicht auf Kosten von Prinzipien wie der Schutz der Privatsphäre geschehen." (APA)

Fritz Meyer
00
30.10.2011, 09:16
Und in Österreich...

fallen die Blätter von den Bäumen, der erste Schnee taut wieder ab und die einheimischen Piraten halten schon fest den Winterschlaf.

No banker left behind
11
30.10.2011, 02:39

Zeigt gut, warum wir in Österreich auch ein paar Piraten bräuchten...

Darius Minor
140
29.10.2011, 12:53
Purer Populismus.

Fritz Meyer
11
30.10.2011, 09:15
"minor"

Scheint wohl auch auf den Verstand zuzutreffen.

Bat0ut0fHell
00
29.10.2011, 21:07
wer/was sind sie

das sie sich so sicher fuehlen?
ein kiberer?

Darius Minor
00
30.10.2011, 14:20
Nein, ich kenn' schlicht ein paar "Piraten" persoenlich.

Nicht in der Schweiz, zugegebener Maßen, aber warum sollten die dort anders drauf sein?

E.Stampfl
013
29.10.2011, 16:19
Absolut notwendig, ..

noch dazu, weil die Polizei damit gefälschten 'Beweise' auf den observierten Rechner nachladen kann, was vor Gericht dann zu einem legalen Beweis wird.
Die Art und Weise, WIE der Trojaner eingesetzt wird -ohne Kontrolle , ohne Wissen der Obervierten, vor allem ohne Wissen des Gerichts- gibt das nicht zu denken? Haarstreubend, was damit in Österreich gemacht wurde , Auskunft seitens Polizei und BMI gibt's bis jetzt nicht, trotz parlamentarischer Anfrage. Das Argument: Die Mittel, welche die Polizei einsetzt, gehen die Öffentlichkeit nichts an. Missbrauch und Überschreitung von Gestzesbefugnissen darf vermutet werden, ist halt schwierig zu beweisen. Von Transparenz -zumindest nachträglich- keine Spur.

skip intro
02
30.10.2011, 08:24

HaarstrÄubend, ja.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.