Bedenken unter Abgeordneten
Washington - Die US-Regierung hat den Kongress
offiziell von einem ungewöhnlichen Plan unterrichtet,
Kampfhubschrauber an die Türkei zu verkaufen. In einer Erklärung des
US-Verteidigungsministeriums an die Abgeordneten hieß es am Freitag,
drei AH-1W "SuperCobra" der Marineinfanterie sollten aus dem aktiven
Dienst heraus an die Regierung in Ankara verkauft werden.
Das Geschäft mit einem Umfang von 111 Millionen Dollar (78,4 Mio.
Euro) werde die Fähigkeit der Türkei zur Selbstverteidigung sowie zur
Zusammenarbeit mit anderen NATO-Staaten verbessern, hieß es.
Kongress-Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Marines
sollten im Gegenzug zwei neue Maschinen des Typs AH-1Z erhalten. Es
ist in den USA nicht üblich, Kriegsgerät für derartige Lieferungen
aus dem aktiven Dienst zu nehmen.
Nach US-Recht muss der Präsident den Kongress 15 Tage im Voraus
über eine Waffenlieferung an einen NATO-Partner informieren. Die
Benachrichtigung bedeutet nicht, dass das Geschäft auch stattfinden
wird. Reuters hatte aus Kongress-Kreisen erfahren, dass es unter den
Abgeordneten Bedenken unter anderem wegen der zuletzt schlechteren
Beziehungen zwischen beiden Staaten gab.
Das NATO-Mitglied Türkei hatte in den 90er Jahren zehn
AH-1W-Kampfhubschrauber gekauft. Die Regierung in Ankara will weitere
Helikopter dieser Art erwerben, um ihre Verluste bei den Kämpfen
gegen die radikale Kurdengruppe PKK zu ersetzen. Gegenwärtig geht das
türkische Militär im Grenzgebiet zum Irak gegen PKK-Rebellen vor.
Beide Staaten stufen die PKK als Terror-Organisation ein. (APA/Reuters)