"Ich habe den Endsieg der Nazis nicht vorangetrieben"

Schriftstellerin Ruth Klüger über ihre Zeit in Auschwitz und den abnehmenden Rassimus in den USA unter Obama

"Das Holocaust-Thema ist mir durch die Zeitgeschichte aufgedrungen worden, das habe ich mir nicht ausgesucht", meint die Schriftstellerin Ruth Klüger im Gespräch mit Hans Rauscher. Sie komme auch nicht aus Auschwitz, sondern aus Wien. Klüger erzählt im Video-Interview, wie sie als 11-Jährige in das Konzentrationslager gekommen ist und wie sie von dort wieder flüchten konnte. Die Nazis seien mit ihr jedenfalls nicht glücklich gewesen: "Ich habe den Endsieg nicht vorangetrieben mit meiner bewussten Sabotage."

Nach Wien komme sie immer wieder gerne, die Stadt habe aber für sie noch immer etwas Bedrückendes an sich, weil sie sich daran erinnert, wie sie mit dem Judenstern herumgeschlichen ist. Deshalb fahre sie aus Wien gerne auch wieder weg.

In ihrer jetzigen Heimat USA habe der Rassenhass durch den Präsidenten Barack Obama "eine unvergleichliche Wende" genommen. Es sei nun nicht mehr cool, rassistisch zu sein. Ob Obama ein guter oder mittelmäßiger Präsident sei, stehe auf einem anderen Blatt. (rasch, derStandard.at, 28.10.2011)

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