Finanzmarktkritiker zelteten vor der St Paul's Cathedral, die nach einer Woche wieder geöffnet hat
London - Der Streit um ein Camp von Finanzmarktkritikern
vor der St Paul's Cathedral in der britischen Hauptstadt verschärft
sich: Die zuständige Londoner Stadtteilverwaltung kündigte am Freitag
an, man werde nun juristisch gegen das Zeltlager vor dem
Touristenmagneten vorgehen. Vor Gericht solle erreicht werden, dass
die rund 200 Zelte abgebrochen werden, teilte die City of London mit.
Unterdessen öffnete die Kirche nach einer Woche Schließung wegen des
Lagers wieder ihre Türen.
Man habe vor Gericht gute Chancen, weil die Demonstranten wichtige
Wege blockierten, die täglich von Tausenden Menschen genutzt würden,
sagte ein Sprecher der City of London. Ein Kirchenvertreter erklärte,
bedauerlicherweise sei der juristische Weg nötig geworden.
Die Demonstranten hatten sich vor rund zwei Wochen in Anlehnung an
die Proteste an der New Yorker Wall Street vor der Londoner Börse
niederlassen wollen. Als ihnen das untersagt wurde, hieß die nahe
gelegene Kirche sie willkommen.
Vergangene Woche hatte sie die Camper jedoch gebeten, das Lager
abzubrechen, da Gesundheitsgefahr auch für die Besucher der
Kathedrale mit ihrer markanten Kuppel bestehe. Daran hatte sich aber
niemand gehalten. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wurde St
Paul's geschlossen. Der Kirche gingen damit nach eigenen Angaben
täglich Einnahmen von rund 20.000 Pfund (22.800 Euro) verloren, die
für die Instandhaltung gebraucht werden.
Die Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts nach einem Brand neu
errichtete Kathedrale beherbergt den Sitz der Diözese London der
Anglikanischen Kirche. (APA)