Obama und das Geld der Lobbyisten

28. Oktober 2011, 15:07

Lobbyisten dürfen Präsident Obamas Wahlkampf nicht finanzieren - Oder doch?

Präsident Barack Obama hat angekündigt, im Wahlkampf auf Gelder von Lobbyisten verzichten zu wollen. Wie die New York Times am Freitag berichtet sind allerdings mindestens 15 der Fundraiser für Obamas Wahlkampf mehr oder weniger direkt mit Lobby- oder PR-Firmen verbunden. Sie sollen insgesamt fünf Millionen zum Obamas Wiederwahlbudget beigetragen haben.

Eine der 15 Geldsammler ist Sally Susman, die beim Medikamentenhersteller Pfizer angestellt ist. Sie hat bisher 500.000 US-Dollar für Obama eingesammelt und ein Dinner ausgerichtet, an dem jeder teilnehmen konnte, der zuvor 35.800 Dollar hingeblättert hatte. Auch David L. Cohen, Chef der Lobbying Aktivitäten der Comcast Corporation, hat Obamas Wahlkampf mit 500.000 US-Dollar unterstützt.

Schwammiges Gesetz

Obama will für die Kampagne für seine Wiederwahl kein Geld von bundesweit registrierten Lobbyisten annehmen. Das Gesetz, wer sich als bundesweiter Lobbyist registrieren muss, ist allerdings schwammig formuliert. Lobbying wird im „Lobbying Disclosure Act" als „aktiver" und „direkter" Kontakt definiert, der darauf abzielt, einen Amtsträger zu beeinflussen. „Routinekontakte" bei denen es nur um Informationsvermittlung geht, fallen nicht unter den Registrierungszwang.

So ist zum Beispiel Michael Kempner, der auch 500.000 US-Dollar zu Obamas Wahlkampf beiträgt und Chef der Lobbyingfirma MWW Group ist, nicht als Lobbyist in Washington eingetragen. Sieben seiner Angestellten hingegen schon.

Obamas offiziell hartes Vorgehen gegen Lobbyisten habe dazu geführt, dass sich viele einfach nicht registrieren lassen. „Dieses Vorgehen treibt Lobbyisten weiter in die Anonymität", zitiert die New York Times einen Eingeweihten, der seinen Namen aber lieber nicht in der Zeitung lesen will. „Obama wird von registrierten Lobbyisten wie mir kein Geld nehmen, aber das bedeutet nicht, dass er kein Geld von Leuten nimmt, die Lobbying betreiben". (mka, derStandard.at, 28.10.2011)

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15 Postings
Freie Welt
00
14.11.2011, 00:32
Die haben dort einen eigenen Lobbying Disclosure Act!

Mit angemeldeten Lobbyisten!
Schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass in Österreich das Wort Lobbyist eine Art Schimpfwort ist, das gleichbedeutend mit "korrupter Verbrecher" Verwendung findet.

Broz_Filip_Tito
00
31.10.2011, 08:19
von YES WE CANN zu NO WE DONT?

da hätte sich der liebe Friendesnobelpreisträger aber was besser einfallen können

am See
00
30.10.2011, 08:48

die Lobbyistengesetze sind wieder mal ......

http://upload.wikimedia.org/wikipedia... n-crop.jpg

Walter KURTZ
 
31
29.10.2011, 12:24

Das ist wahrscheinlich die größte Enttäuschung Obamas - sein "Change" war nicht einer der politischen Kultur, sondern lediglich der Partei, die den Präsidenten stellt. Aber was konnte man von jemanden erwarten, der aus Chicago kommt...

Und das wird nie aufhören: Kongressabgeordnete brauchen alle 2 Jahre Geld für ihre Wiederwahl. Währenddessen sind die Unternehmenssteuern theoretisch recht hoch - wodurch es sich für Unternehmen auszahlt Lobbying zu betreiben, um in den Genuß von Steuerlöchern zu kommen (die dann die Unternehmenssteuern effektiv stark senken).
Da muß DC irgendwie einen Weg aus dem "crony capitalism" finden, sonst geht v.a. die Wirtschaft irgendwann zugrunde.

Borat Sagdiyev : jak sie masz?
22
29.10.2011, 08:54
Obama war und ist ein Lobbyisten Produkt - ein Teleprompter-Leser sonst nichts.

wie Bush, Clinton,...

Einzige Beständigkeit sind Konzerninteressen insbesondere Öl, garniert mit Freiheit, Demokratie, sonst noch was - im Mittelpunkt stehen.

Ein US Präsident wurde auf einen Teleprompter-Leser degradiert - aber der Text kommt von Wallstreet.

NONE
36
29.10.2011, 05:18

Obama lügt. Auch keine Neuigkeit.

Es ist auch völlig wurscht denn die Politiker sind selbst die grössten Lobbyisten. Allein die Aktienanteile von Cheney und Rumsfeld ...

Das ist schon lange keine "Demokratie" mehr. Warum das noch intelligente Menschen unterstützen können ist mir unbegreiflich.

DerStadtrat
00
9.11.2011, 07:36
Intelligente Menschen unterstützen das nicht.

Aber von denen gibts leider immer weniger.

badlwand
06
29.10.2011, 00:55
wieso nennt sich das ganze noch demolratie???

am See
00
30.10.2011, 08:51

die Demokratie des Geldes - wer die Mehrheit hat, bestimmt

Robert Hawke
 
00
6.11.2011, 23:32

... nennt sich übrigens plutokratie

A.M.A
00
28.10.2011, 21:09
Money runs this world,...

egal welche Farbe, Land, System, weiß der Geier.
Mit Geld bekommt man alles, na zumindest fast alles, GOTTSEIDANK

CGLFP2001
00
28.10.2011, 19:09

Kein Wunder... nur aus privten Spenden werden sich die hunderten Millionen Dollar, die der Wahlkampf kostet, nicht auftreiben lassen. Sein Budget lag schon bei der letzten Wahl bei über 700 Mio. Dollar und dank dem Supreme Court wurde die Geldverbrennmaschinerie nur noch weiter angeheizt (Citizen United v FEC, 2010).

hart_aber_fair
24
28.10.2011, 17:27
ich würde sowas korruption nennen...

aber korrupt sind westliche systeme natürlich nicht, es sind immer die anderen welche korrupt sind.

Martin_1004
02
28.10.2011, 15:22

Wos woar mei Leistung?

h 90
02
28.10.2011, 16:23

Obama hat viel fuer die Pharmaindustrie gemacht.

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