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Wien - "Ausschließlich die Politik schafft die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die im öffentlichen Gesundheitssystem tätigen Ärzte arbeiten dürfen", so Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Wenn also von "Ärztefehlern" gesprochen wird, weil sich die Ärzte aus Sicht der Patienten zu wenig Zeit nehmen, liegt das üblicherweise nicht am Unwillen der Ärzteschaft, sondern an den Verantwortlichen, die für die Einteilung der Ressourcen im Gesundheitssystem verantwortlich sind."
Die NÖ Ärztekammer macht seit Jahren unermüdlich auf den Personalmangel sowie die zunehmende, mittlerweile unerträgliche Arbeitsbelastung in den Spitälern und bei den niedergelassenen Ärzten aufmerksam, kann aber leider nichts unternehmen, um die Situation zu verbessern. "Ich fordere die Verantwortlichen aus der Politik hiermit zum wiederholten Male auf, Taten zu setzen, statt die Ärzteschaft ständig für Fehler verantwortlich zu machen, die nicht von uns, sondern von den Politikern selbst zu verantworten sind."
Zum Großteil keine Kunstfehler
Reisner verweist in Sachen Ärztefehler auf die Statistik der Patientenschiedsstelle der Ärztekammer: "An die Patientenanwaltschaft werden zwar zahlreiche Beschwerden herangetragen, diese sind aber zum Großteil keine Kunstfehler. Häufig sind es Kommunikationsmängel, Beschwerden über Wartezeiten oder Missverständnisse bei der ärztlichen Aufklärung." Nach einem "Vorfilter" durch die Patientenanwaltschaft werden schließlich pro Jahr etwa 120 "Verdachtsfälle" auf medizinische Behandlungsfehler an die Schiedsstelle der Ärztekammer weitergeleitet.
Letztendlich werden nur etwa ein Drittel dieser Fälle als klare oder "anerkannte" Behandlungsfehler eingestuft. "So lässt sich errechnen, dass nur etwa zwei Mal bei einer Million Behandlungen ein Fehler festgestellt werden kann. Fazit: Die Qualität unserer Ärzte wird von keiner anderen Branche auch nur annähernd erreicht", stellt Reisner fest.
Krankheit und Tod sind immer tragisch
Regelmäßig stehen bei "schicksalhaft" verlaufenden Erkrankungen ohne medizinische Heilungsmöglichkeit, besonders bei eintreffendem Tod, automatisch die behandelnden Ärzte im Schussfeld der Angehörigen. "Auch wenn die individuelle Situation der Hinterbliebenen immer sehr tragisch ist, muss man jedoch auch zur Kenntnis nehmen, dass Ärzte keine Zauberer sind. Die Medizin wird immer ihre Grenzen haben und Menschen können auch sterben, ohne dass Ärzte Fehler gemacht haben." (red)
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dann müßten sie auch einen Airbus-Absturz annehmen, wenn einer der x Microwellenherde an Bord ausfällt...
zitat aus dem Text:
Häufig sind es Kommunikationsmängel, Beschwerden über Wartezeiten oder Missverständnisse bei der ärztlichen Aufklärung.
die Mortalität in den Spitälern könnte durch bessere Hygiene gesenkt werden.
die Spitäler sollten verpflichtet werden, sämtliche Behandlungsfehler mit schwerwiegenden Folgen ohne Nachfrage zu melden
Praktische Ärzte sollten periodisch zu Fortbildungskursen verpflichtet werden. Auch ein praktischer Arzt muß zur Verantwortung gezogen werden können, wenn er ernsthafte Erkrankungen "übersieht".
Bis auf Punkt 2 alles schon Realität! Es gibt in jedem Kh Hygienebeauftragte die nur für genau dies Verantwortlich sind .
Praktische Ärzte sind verpflichtet sich fortzubilden (Stichwort DFP Programm....) und auch verklagbar!
Nicht soooo gscheid reden wenn man keine Ahnung hat bitte
Mfg
Hygienebeauftrager, wo?
Die Fehler liegen im System (z.b. Besucher ohne Schuhschutz) und in der persönlichen Verantwortung des Personals (z.B. Desinfizieren der Hände vor jedem Krankenkontakt). ich habe Mängel entdeckt.
Praktischer Arzt: Weiterbildung? In der Praxis nichts bemerkt. Regel: weiter zum Facharzt. Da kann ich mir den Praktiker ersparen.
Besucher mit Schuhschutz sind auf Normalstation auch maßlos übertrieben ! Solche Maßnahmen fördern sogar unter Umständen noch die Züchtung hochpathogener Keime !
Na Gratuliere - wenn alle mit nem Schnupfen oder ner Grippe bzw zum Blutdruckeinstellen zum Facharzt rennen wirds erst richtig teuer ... Zumindest am Land funktioniert der "Filter" Allgemeinmedizin sehr gut und hält tausende Patienten von den ohnehin überlasteten Spitalsambulanzen ab.
Abschaffung der 24-36 Stunden Dienste wäre nur ein Stichwort mit dem um einiges mehr an Fehlerreduzierung gelingen würde.
Mfg
Maßnahmen gegen MRSA in der EU und Deutschland:
Es gibt keine einheitliche Regelung.
Führend in der MRSA- Prävention der EU ist Holland. Dort besteht seit 11 Jahren sowohl eine Anzeige- und Meldepflicht als auch ein MRSA- Reglement. Jeder Patient wird bei der Einweisung in ein Krankenhaus auf MRSA untersucht und wenn das Screening positiv ausfällt, kohorten- isoliert behandelt.
Und in Österreich?
Um Ihnen beim sinnerfassenden Lesen unter die Arme greifen zu dürfen, weise ich darauf hin, dass im Artikel Stellung zu jenen "vermeintlichen Ärztefehlern" bezogen wird, die eben keine "Kunstfehler" sind: Lange Wartezeiten, zu wenig Zeit für die Aufklärung etc.
Diese unerwünschten Ereignisse sind also solche lästig bis mitunter gefährlich, ABER systemimmanent und kein "individueller Ärztepfusch", den man den Medizinern so gerne kollektiv unterstellt.
Die Ursache hierfür ist ganz einfach: zu wenig Personal bei steigender Bürokratie.
Für den Patienten ist die eigentliche Ursache auch ziemlich piepegal, wenn es ihm schlechter statt erwartbar besser geht.
Dass es so wenige "echte" Ärztefehler gibt, liegt daran, dass nicht gut genug dokumentiert und auch vertuscht wird. Selbst erlebt: Ich als Sanitäterin soll doch bitte mein Transportprotokoll vernichten, denn da drauf stehen Befunde, die man im Spital dann nicht kontrolliert hat, und drum liegt der Mann jetzt auf IT. Und wenn die Angehörigen sich beschweren, sollen sie nicht rausfinden, dass bei der Einweisung das bestimmte Problem schon bekannt gewesen wäre ...
Auch selbst erlebt: Chefarzt der Chirurgie: "Ich brauche keine Kontrollen vor der OP. Wenn Sie das brauchen, machen Sie diesen Job nicht gut genug ..."
Wenn ich so etwas höre, werde ich wirklich grantig.
Der Grund dafür, dass so wenige Fehler entdeckt werden, ist die mangelhafte Qualitätssicherung, die nicht einmal annähernd auf dem Niveau der Industrie oder gar der Luftfahrt ist.
Dort werden Fehlerquellen systematisch gesucht und behoben, während im österreichischen Medizinwesen systematisch verschleiert wird.
Ganz klar sieht man das daran, dass in Ö. weit weniger Kunstfehler entdeckt werden als in allen anderen vergleichbaren Ländern.
Wenn man die Arbeitsbedingungen von Spitalsärzten kennt ist klar, dass laufend Fehler passieren müssen, aber statt diese Bedingungen zu ändern sondern Funtionäre lieber Jubelmeldungen im Soviet-Stil ab.
Es stört mich noch gar so besonders, dass Ärzte andere Ärzte beurteilen, wer sollte dsa mit der notwendigen Sachkenntnis sonst tun?
Ich zweifle aber daran, dass die dafür notwendigen Datengrundlage nicht systematisch und einheitlich erhoben und ausgewertet werden.
Es dürfte in Österreich dafür im Gegensatz zu Deutschland auch keine gesetzliche Verpflichtung dazu bestehen.
Bei einer kurzen Web-Recherge habe ich festgestellt, dass in Deutschland die Qualitätssicherung im ärztlichen Bereich ein breit und tief diskutiertes Thema ist und Daten veröffentlicht werden, für Österreich findet man nichts ähnliches....
Auch als Kassenpatientin fühle ich mich in Wien absolut gut ärztlich versorgt- sowohl von Niedergelasenen Ärzten als auch in Spitälern und einem Ambulatorium der Gebietskrankenkasse.
Ich sehe allerdings Ärzte nicht als "Halbgötter in Weiss" an, sondern informiere mich, frage nach, diskutiere auch über Alternativen und denke mit. Bisher hat mir dies noch kein Arzt übel genommen, sondenr ich habe öfter zu hören bekommen, man wünsche sich mehr Patienten, die aktiv mitarbeiten würden.
Nun bin ich in Behandlung. aufklärung Fehlanzeige. Da ich nicht ewig lange herum ziehen kann und Schmerzen habe, bleibt mir nichts anderes über als das zu akzeptieren.
Sprich: bin ich nicht bedürftig krank und hab genug Zeit und Geld, dann leg ich mich gerne mit den behandelnden Ärzten an (= Fragen stellen und Antworten erwarten), wenn nicht, dann muss ich mir diese Behandlung gefallen lassen. Erstaunlich, was man da alles so selbet von guten Ärzten da so erwqrten kann (das Infiltrationsmittel wird nicht mitgeteilt - bei der Therapie beigemischte Medikationen im Wasser werdne nicht mitgeteilt, etc.)
das stimmt auch in vielen fällen
aber das system ist so konstruiert dass ein unverantwortlich hohe zahl von fehlern jeden tag geschehen
es geht hier nicht darum einen einzelnen arzt zu verurteilen, sondern darum, die politiker und funktionäre die ähnlich wie bei den missbrauchsfällen so lange vertuschen und beschöningen bis es zu spät ist
wie die NÖ Ärtztekammer in diesem artikel!
Wer eigentlich muss wie heftig darum kämpfen?
Politiker werden wohl am ehesten zu Wahlärzten gehen und nicht wissen, wie es ist, krank drei Stunden lang im Wartezimmer zu sitzen... Vielleicht werden sie auch im Spital nicht ganz so behandelt wie der Normalbüger. Alleine schon, weil die BVA bessere Bedingungen für ihre Versicherten anbietet.
Beispiel: Verwandte hat ein behindertes Kind. Unter der GKK hieß es: Keine Behandlungsmöglichkeiten. Dann wurde sie Beamtin, und damit bei der BVA versichert. Und plötzlich gibt es Behandlungen und dem Kind geht es besser.
Alleine schon der Unterschied, in einem Dreibettzimmer oder einem Sechsbettzimmer zu liegen.
Wenn ein verantwortlicher Minister mal "Normpatient" wäre, sähe vieles anders aus.
Also meiner persönlichen Erfahrung nach ist das viel mehr vom Engagement des Arztes abhängig als sonst was. Ich bin auch schon von Arzt zu Arzt gelaufen, schließlich auch zu privaten "Speziallisten" und am Ende hat mir eine sehr engagierte Oberärztin in einem öffentlichen Spital geholfen und das auf Gebietskrankenkasse.
Sie sehen also es geht auch umgekehrt.
Meiner Meinung nach haben wir ein System in dem es aufrgund der mangelnden Qualitätssicherungs- und Versorgungsstandards darauf ankommt jemand guten zu kennen oder eben Glück zu haben.
"So lässt sich errechnen, dass nur etwa zwei Mal bei einer Million Behandlungen ein Fehler festgestellt werden kann. Fazit: Die Qualität unserer Ärzte wird von keiner anderen Branche auch nur annähernd erreicht"
An Arroganz mangelts ihnen jedenfalls wirklich nichts ;-)))
Verringerung der durchgehenden Arbeitszeiten, turnusärzte nur in Gegenwart von fertigen Normalärzten behandeln zu lassen (sind ja schliesslich in ihrer praktischen Ausbildung!, aber oft statt ausgebildeter Arzte eingesetzt), mehr Personal und verbesserte Lokalitäten. Und natürlich vieles mehr, am Wichtigsten Allerdings die Sammlung der aufgedeckten aber auch internen Fehler, um diese weiterzugeben, um sie in Zukunft vermeiden zu können.
Der poster Opti, ich möchte gar nicht wissen, mit welchen Emotionen er neben dem Verlust eines geliebten Menschen noch zu kämpfen hat und wünsche ihm Frieden im Herzen. Aber gerade diesen Opfern ist es wichtig, diese Fehlerliste zusammen zu schreiben, es wäre so wichtig.
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