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Anti-Terror-Paket: NGO-Widerstand formierte sich zu Plattform

28. Oktober 2011, 12:30
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Amnesty International und Greenpeace kritisieren schwammigen Entwurf - Funk hegt verfassungsrechtliche Bedenken

Mehrere NGOs haben sich zusammengeschlossen, um gegen die geplante Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG) im Zuge des Anti-Terror-Pakets der Regierung mobil zu machen. Vertreter von Amnesty International und Greenpeace kritisierten am Freitag in einer Pressekonferenz abermals angebliche Eingriffe in die Grundrechte. Unterstützung erhielten sie vom Verfassungsrechtsexperten Bernd-Christian Funk, der von "in einem demokratischen Rechtsstaat vorher nie dagewesenem" sprach.

"Schlecht und unpräzise"

Heinz Patzelt von Amnesty International kritisierte den seiner Meinung nach schwammigen Entwurf zur SPG-Novelle. Dieser sei "dermaßen schlecht und unpräzise", dass seine Organisation erstmals keine Stellungnahme in der Begutachtungsphase verfassen habe können. Der Text entziehe sich jeder "nüchternen und strukturierten Bewertung". So werde etwa der Polizei ermöglicht, ohne richterlichen Befehl Handys abzuhören und das Büro zu verwanzen, auch wenn dies nicht explizit formuliert sei. Patzelt: "Ich erwarte mir eine glasklare gesetzliche Definition."

"Aus unserer Sicht ist das kein Anti-Terror-Paket, sondern ein Anti-Grundrechts-Paket", findet auch Niklas Schinerl von Greenpeace. So sei es zwar klar, dass Terrorismus-Prävention nötig sei, durch die SPG-Novelle treibe diese aber nun seltsame Blüten in Österreich. Auch Greenpeace kritisiert die zu weit gefassten Formulierungen, durch die "ein gewisses Missbrauchspotenzial" durch die Exekutive bestehe. So brauche die Polizei bei Besetzungen keinen Räumungsbefehl, gewaltfreie Proteste wie etwa "unibrennt" aber auch jene in Hainburg und für die Wiener Arena wären nicht mehr möglich.

Kritisch

"Sehr kritisch" sieht die Novelle auch Verfassungsrechtler Funk. Es handle sich dabei um eine "massive Aufrüstung" der Exekutive, "in einem demokratischen Rechtsstaat etwas vorher nie dagewesenes". Der Weg, den die Regierung damit einschlage, sei allerdings nicht neu. Trotzdem sollte man diesen noch einmal überdenken. Was eine eventuelle Verfassungsbeschwerde angeht, ist sich allerdings auch Funk noch unsicher, da es nicht um die Gesetzeslage, sondern um die mögliche missbräuchliche Anwendung gehe.

"Wir werden mit dieser Plattform versuchen, die Änderungen zu verhindern", gab sich die ehemalige ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer optimistisch. Die Menschenrechte auf Privatsphäre und Datenschutz seien extrem gefährdet, was allerdings noch nicht so richtig ins allgemeine Bewusstsein gedrungen sei. Mit Aktionen und Vernetzung wollen sich nun die beteiligten NGOs auf "kreative Weise" Gehör bei der Regierung verschaffen. Neben Amnesty und Greenpeace sind etwa noch Global 2000, Attac, SOS Mitmensch und die ÖH beteiligt. (APA)

Kommentar posten
22 Postings
F G
00
8.11.2011, 11:35
Kleine Bemerkung am Rande:

Es gibt natürlich keine Verpflichtung immer und überall ein eingeschaltetes Handy mit sich zu tragen.

Johoomirsanschowiedado
03
30.10.2011, 11:22
Unterschreibt alle!

http://www.akvorrat.at/

Malkav
00
31.10.2011, 11:51
Diesen Link...

hätte man eigentlich auch im Artikel erwähnen sollen!

shinkyshonky
00
31.10.2011, 10:13
unterschreiben!!

hab schon unterschrieben, hier infos zum aktuellen stand:

Die Bürger_inneninitiative gegen die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung ist ein großer Erfolg - Pressestatement

http://www.akvorrat.at/Buerger-i... ser-erfolg

:)

a b1
18
29.10.2011, 21:20
Gerade las ich noch, dass ein Ex-CIA-Chef zugab

dass die Islamisten für den Westen keine Gefahr darstellten, da sie vorwiegend nur den Abzug von fremden Truppen aus eigenem Gebiet fordern.

Aber in Österreich ist das egal, man nutzt den Nachhall von Bushs "War on Terror", um das Volk noch besser im Zaum zu halten.

Gegenflieger
013
29.10.2011, 19:55

Dreizehn lächerliche Postings,zu einem so wichtigem Thema.
Aber 500 zu Iphone 4.
Die eigene Freiheit fällt wohl nicht mehr unter Prioritäten,solange man das neueste Spielzeug hat.

mukl
02
30.10.2011, 15:47

stimmt schon. aber die paar postings hier sind unendlich gehaltvoller als die 500 der smartphone-experten.

loundy
 
03
29.10.2011, 19:07
nach all den skandalen sollen wir dem innenministerium nun trauen...

das vertrauen in die justiz sinkt, aufgrund ihrer eigenen aktionen (tierschützerprozess, ex-öh-vorsitzende auf terrorwatchlisten, null-korruptionsbekämpfung wenn nicht sogar schützend davor gestellt, aufweichung von antikorruptionsbestimmungen,...).

das vertrauen darin dass daten geschützt werden ist gleich null (öffentlichmachung von ermittlungsdetails bei allen möglichen fällen, private daten von polizisten, kampusch-tagebücher,...).

und wie immer ein gesetz bei dem es bei missbrauch keinerlei konsequenzen gibt.

was mir sorgen macht ist allerdings nicht die polizei sondern schlichtweg die tatsache dass, wenn es keinen friedlichen protest geben kann, der grossteil der betrogenen und verlierer des systems zu anderen mitteln greifen...

Gegenflieger
00
29.10.2011, 17:55

Ein essentiel wichtiges Thema, zur Freiheitsbeschränkung 12 Postings.
Das neue Iphone 4 über 400 Postings.
Manche verdienen die freiheit anscheinend nicht.

erkelteter tiger
04
29.10.2011, 15:08
du bist verdächtig?

nein, du bist terrorist, sobald es auch nur irgenjemand im innenministerium behauptet.

Thomas....
07
29.10.2011, 14:15

um den terrorismus in österreich erfolgreich zu bekämpfen, fordere ich eine offenlegung ALLER parteispenden (jeder einzelne euro)

Brötchen aufs Pfötchen
00
29.10.2011, 03:00
BTW

Warum bloß ein völlig unpassendes WP-Theme, welches komplett veraltet ist?

Die kritische Stimme
01
28.10.2011, 16:16
Komisch...

Ich dachte immer, in totalitären Staaten gibt's viel mehr und heftigere Terroranschläge als bei uns. Z.B. Russland / Tschtschenien, Pakistan, zuletzt Revolutionen in Tunesien, Libyen und Ägypten.

In vielen Ländern, die mit Antiterrorgesetzen vorgeprescht sind, z.B. Großbritanien, hat man diese schon wieder gelockert, wenn auch vorerst nur durch Durchführungsverordnungen, die vorschreiben, wie diese anzuwenden sind (also nicht z.B. gegen fotografierende Touristen und Journalisten).

Und in Norwegen hat man erkannt, dass gesetzliche Gewalt reale nach sich zieht und keine schärferen Regeln nach dem verheerdenden Anschlag durch Anders Breivik erlassen.

Nur Österreich ist wieder mal ein gallisches Dorf: anders und 10 Jahre hinten nach...

Korgan1
04
28.10.2011, 16:36

Ja, das ist aber auch unsere "i bin i"-Mentalität.

Ich bekomm immer die selben Antworten:
"Ich hab ja nix zu verbergen."
"Können mich ruhig überwachen, gibt eh nix interessantes"
"Wenn gegen X vorgegangen wird, dann wird da schon was wahres dran sein"
"Mich betriffts ja eh nicht, sondern die anderen".
"Is scho gut, wenn ma da härter durchgreift, bei uns machen die Leut eh was sie wollen"
"Früher wars auch net anders und da gabs net solche Zuständ"

Bei uns kannst auf der Mariahilfer Straße krepieren und 95% der Leute ists egal, ist ja net ihr Problem.

Solang es nicht mehr kostet oder deswegen das Auto, der Fernseher oder der Heurigenbesuch dran glauben muss, is alles egal - weil "uns" betriffts ja "eh" net, sondern "die anderen" ;-)

Raphae1
02
28.10.2011, 18:03

Und wer zahlt? Wie blöd muss man sein, wenn man für seine eigene Überwachung bezahlen will?

Gleichheit
06
28.10.2011, 14:03
Die Urheberinnen Mikl-Leitner und Karl

haben gerade zurecht den Big Brother Award für Überwachung bekommen.
Die geplanten Maßnahmen sind eine Frechheit und dürfen so nicht kommen! Es ist traurig dass ich dafür auf die vernunft der spö hoffen muss...

maruh
09
28.10.2011, 13:01

hat man in ö echt angst vor terror?

ich hab mehr "angst" davor bei einem verkehrsunfall ums leben zu kommen

ok, die wahrscheinlichkeit ist auch bedeutend höher

terroranschläge in der eu
london - 56 tote (2005)
madrid - 191 tote (2004)
= 247

"Im Jahr 2010 ereigneten sich auf Österreichs Straßen 35.348 Unfälle, bei denen 45.858 Personen verletzt und 552 getötet wurden."
http://www.statistik.at/web_de/st... index.html

HotDoc
04
28.10.2011, 22:43

angst hab ich nur vor der regierung,
unfälle sollten doch eher schicksal sein

Korgan1
03
28.10.2011, 16:11

Klar hat man in Ö Angst vor Terror!

Und Terror ist eben ein dehnbarer Begriff - hat man wunderbar am Tierschützerprozess gesehen. Eigentlich ist alles "Terror", was irgendwelchen Mächtigen zu gefährlich werden könnte.

Sie könnten also schneller zum "Terroristen" werden, als ihnen eigentlich lieb ist. Sollte die Novelle wirklich so kommen, sollte man sich in Zukunft lieber 2x überlegen, was man sagt, schreibt oder macht - es könnte die Existenz kosten.

xrqkt
05
28.10.2011, 13:30

Der Werner Gruber hat einmal erzählt es seien in den USA nach 9/11, wegen Flugangst bzw. Terrorangst, viele aufs Auto umgestiegen und aber bei den daraus resultierenden Unfällen gab es dadurch eine so starke Steigerung an Toten, dass die Opfer der Twin Tower überboten wurde.

Ganz abgesehen von den Unfallopfer die es schon davor gab, und andere Mordopfer und Selbstmordopfer, und Todesfälle als Folge von Herzleiden, Zuckerkrankheit, etc. Selten ist etwas so harmlos wie Terrorismus.

Rene P.
 
06
28.10.2011, 12:40
der prozess

War gestern auf der Viennale und hab mir der prozess angesehen:
http://www.youtube.com/watch?v=RtuoNQkm360

Danach gabs noch eine interesse podiumsdiskussion mit den fast allen beteiligten(ueberraschung vom innenministerium war "offiziel" keiner da) wo auch unter anderem das neue terrorpaket zur sprache kam, sehr traurig das ganze.

bad user
00
5.11.2011, 12:29
Bin schon sehr gespannt auf den Film ... (Danke für den Tipp)

Das einzige was ich bei dem Film moralisch nicht korrekt finde, dass der Staat durch die Steuereinnahmen beim Ticket-Verkauf auch noch der GRÖSSTE Profiteur sein wird.

Ich würde deshalb dem Inhaber der DVD-Rechte dringend empfehlen, die DVD's AUSSCHLIESSLICH über Kanäle außerhalb von Österreich zu vertreiben ...
(Amazon.de ?)

Es wäre ja die größte Frechheit, den Staat für seine skandalösen und illegalen Machenschaften auch noch am Gewinn zu beteiligen!!!

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