Raketenabschüsse auf US-Truppen: Militär soll Rebellen unterstützen

Florian Gossy, 28. Oktober 2011, 18:32
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    grafik: creative commons, urheber: pahari sahib, derivate von pethrus und furfur

    Der Westen Pakistans: Karte der Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (Federally Administered Tribal Areas, FATA) innerhalb der Nordwestlichen Grenzprovinz (North-West Frontier Province, NWFP). (Siehe kleine Pakistan-Karte rechts unten.)

Vorwurf eines US-Generals - Gerücht: China will Basis in westlichen Stammesgebieten

Libyen? Check. Irak? Abzug. Afghanistan? Dauert noch. Was 2001 unter dem Titel "Operation Enduring Freedom" (Anm.: "Operation andauernde Freiheit") begann, wird für die USA immer ungemütlicher. Einer der Gründe hiefür ist die unklare Situation in den "westlichen Stammesgebieten" (siehe Karte links) in Pakistan. Denn Teile werden von den pakistanischen Taliban und dem mit ihnen verbündeten Terrornetzwerk der Haqqani kontrolliert.

US-General: Pakistans Militär unterstützt die Aufständischen

Attacken aus diesem Grenzgebiet auf Truppen der USA und Afghanistan werden immer heftiger. Trotzdem wiegt der jüngste Vorwurf des US-Generals Curtis Scaparrotti besonders schwer: Teile des pakistanischen Militärs sollen den Aufständischen dabei behilflich sein, Raketen auf Stellungen des amerikanischen Militärs abzufeuern. Es gebe "visuelle Zeichen" dafür, dass Raketen- oder Mörser-Abschüsse der Aufständischen von pakistanischen Posten ausgingen, sagte Scaparrotti. Es ginge dem hochrangigen Militär aber keineswegs darum, die pakistanische Armee zu beschuldigen, führt der Security-Blog "Dangerroom" aus. Schuldig wären die Sympathien der einfachen pakistanischen Soldaten, welche aus den gleichen Dörfern stammen, wo auch Aufständische operieren.

Die diplomatische und die militärische Ebene

Die USA können in den westlichen Stammesgebieten kaum Einfluss nehmen. Deshalb wird auf zwei verschiedenen Ebenen operiert, auf der diplomatischen und auf der militärischen. Seit der überraschenden Kommandoaktion gegen Osama bin Laden in Abbottabad im Mai dieses Jahres ist der Nachrichtenstrom in den diplomatischen Kabeln zwischen Washington und Islamabad relativ beschränkt. Passte es Pakistan nicht, dass amerikanische Truppen in ihren Gefilden operieren, warfen die USA dem pakistanischen Geheimdienst vor, bin Laden versteckt zu haben.

Erst in der vergangenen Woche forderte US-Außenministerin Hillary Clinton Pakistan, Angriffe des Haqqani-Netzwerkes auf US-geführte Truppen zu unterbinden. Der Druck auf dieses islamistische Terrornetzwerk müsse erhöht werden. Generalstabschef Mike Mullen hatte den Pakistanis im September vorgeworfen, das Haqqani-Netzwerk sogar zu fördern.

Obamas Drohnenkrieg

Die amerikanischen Erfolge beschränken sich auf die militärische Ebene. US-Präsident Barack Obama scheint Gefallen am Einsatz von bewaffneten Drohnen gefunden zu haben. Drohnen sind zum einen billiger als Bodentruppen, zum anderen wird dadurch kein amerikanisches Leben in Gefahr gebracht. Drohnen sind auch billiger als Kampfjets. Eine "Reaper"-Drohne - von den USA in Afghanistan eingesetzt - kostet rund 10,5 Millionen Dollar, rund 14-mal weniger als ein F22-Kampfjet, wie beim "Spiegel" zu lesen ist.

Gerüchte um chinesische Militärbasis in Stammesgebieten

Aber nicht nur die USA, sondern auch China hat in den Stammesgebieten Interessen. China fühlt sich vom East Turkestan Islamic Movement (ETIM) bedroht, einer Mujaheddin-Gruppe, die von Waziristan aus operiert. Die Nachrichtenseite Asia Times Online berichtet nun von chinesischen Plänen, in diesen Stammesgebieten Stützpunkte zu errichten. Asia Times Online beruftt sich auf "gut platzierte diplomatische Kreise in Islamabad", was freilich auch als anti-amerikanische Provokation gedeutet werden kann. Doch: Seit dem Tod Osama bin Ladens haben sich nicht nur die Verbindungen zwischen den USA und Pakistan verschlechtert, sondern auch jene zwischen Pakistan und China verbessert. (flog, derStandard.at, 28.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 68
1 2
Peacefaktor
29
29.10.2011, 15:34
In einer Welt wie dieser...

findet ein Friedensnobelpreisträger immer mehr Gefallen an Drohneneinsätzen, also am Töten von Menschen. Er findet es demnach rechtens Menschen ohne Gerichtsverhandlung auf Verdacht zu liquidieren, Unschuldige Opfer werden locker in Kauf genommen.
Zynismus liegt in der Luft. Wie hasserfüllt und innerlich zerfressen muss man sein, um am Töten Gefallen zu finden?

Leute, die angegriffen werden, wehren sich. Das darf natürlich nicht sein. Morden, Lynchen, Killen, Zerbomben, dass dürfen nur die USA. Befiehlt doch ein Friedensnobelpreisträger all das Töten und Massakrieren.

In einer Welt wie dieser, fühlen sich auch noch genau jene Mörder und Verbrecher moralisch überlegen. Dabei stehen sie selbst bereits mit einem Bein über dem Abgrund.

Peter Traudi
 
01
17.11.2011, 07:14
Friedensnobelpreisträger?

krieg ist Frieden und Frieden ist Krieg.Ewiger Frieden ist ewiger Krieg= Friedensnobelpreis.

Hans Hansen
02
1.11.2011, 01:56

und die Taliban sind unschuldige weisse Häschen..

Mostbluzza
00
29.11.2011, 10:24
nicht unschuldiger als damals

als die eselfi**** bei präsident bush auf seiner ranch waren.

vergessens das geschwafel, willkommen in der realität.

ob wer gut oder böse ist entscheiden nicht die opfer, die ermordeten der regierungen oder der revolutionäre. natürlich sind die taliban auch schlächter, aber sie sind weder die einzigen auf der welt noch sind ihre bekämpfer die guten.

wer das ist entscheiden die ... meinungsführer. und da ist der westen weit vorn.

Kuehlschrank .
 
03
29.10.2011, 09:30
Die schießen zurück!

Ja derfen 's denn des?

Fritz Meyer
34
29.10.2011, 08:49
Folgende Möglichkeiten stünden auch zur Auswahl:

- In einem pakistanischen Hafen wird ein amerikanisches Schiff versenkt.
- Pakistanische Flugzeugträger greifen einen amerikanischen Stützpunkt an.
- Pakistanische Torpedoboote greifen amerikanische Zerstörer an.

Die USA finden schon noch einen passenden Kriegsgrund.

Chrissi244
 
10
29.10.2011, 08:43
Nun Leutchen

ein Träumerle der, der Pakistan für einen loyalen Verbündeten hält - von Anfang an -. Auch die Afghanen werden sich - Karsai hat es schon angekündigt - im Konfliktfall mit Pakistan und gegen den Westen verbünden. Aber ... war das eigentlich nicht von Anfang an klar?

Dass sich China dort etabliert, dürfte wohl eher wirtschaftliche Interessen haben und ist auch klar wie Kloßbrühe. China etabliert sich auch nur dort, wo es was zu holen gibt ... und - chapeau - die machen es cleverer als der Westen.

Gendo
00
23.11.2011, 13:40

Hm die Chinesen haben dort weniger wirtschafliche Interessen (da gibst rein gar nix zu hohlen außer wenn man auf Steine und Drogen steht). Pakistan ist vor der Haustüre Chinas. Die USA sitz weit weit weg wenn es da knallt. Die Chinesen hingen haben da Fußfrei!
Das nette daran ist das die Taliban mal einen Gegner abbekommen der sich auch recht wenig um Moral im Krieg kümmern wird. Eigendlich könnten die Amis froh sein und die Chinesen dort die Drecksarbeit erledigen lassen (und auch hier im Forum wird dann keiner mehr desswegen Jammern, die Täter ist ja dann nicht mehr der Westen und die Chinesen wissen schon wie man unschöne Meldungen verhindert!)

Chrissi244
 
00
23.11.2011, 14:05
Gendo

Noch nicht, wobei die Betonung auf "noch" liegt. Dennoch aber ist Pakistan für China schon deswegen interessant auf Grund seiner Grenze zum Iran ... ;-).

Gendo
00
23.11.2011, 18:11

Am wichtigsten für China ist das die Region stabiel und berechnebar bleibt, dass mit der Wirtschaft kann dann kommen.

Martin Müller10
 
02
29.10.2011, 10:31
Guten Morgen Chrissi, wenn es überhaupt eine Chance auf etwas

Ruhe und Stabilität in dieser Region gibt, dann ruht meiner Meinung die Hoffnung auf China. Mit der Fähigkeit zu einem beinahe grenzenlosen Pragmatismus und die richtigen zu kaufen hat China da die besten Karten.

Chrissi244
 
00
23.11.2011, 14:04
Guten Tag zurück Martin

Das sehe ich ebenso-

Chrissi244
 
01
29.10.2011, 14:12
Hallo Martin

Nicht wirklich, weil die Chinesen innerhalb ihres Ländles ja auch heftige Probleme mit ihren muslimischen Landsleuten haben.

Ob das funktioniert, weiß ich nicht, weil ich augenblicklich kein extremes islamisches Land im Auge habe, wo China die Oberhand besäße. Auch in Schwarzafrika bewegen die sich meines Wissens nur in christlichen Gebieten.

Chrissi244
 
00
23.11.2011, 14:06
Martin

ich ziehe das Posting hier zurück. Hatte die Sache nicht gründlich durchdacht. Du hast natürlich Recht.

Kowosch
 
00
29.10.2011, 16:56
"Auch in Schwarzafrika bewegen die sich meines Wissens nur in christlichen Gebieten."

Dann zählen Sie den (Nord-) Sudan also explizit nicht zu "Schwarzafrika"?

Auch die küstennäheren Gebiete in Tansania, wo chinesische Investitionen durchaus zunehmen, sind eher deutlich islamisch geprägt.

Chrissi244
 
00
29.10.2011, 17:03
Doch Kowosch

Danke für die Information. Mit anderen Worten, wir reden also über den gesamten schwarzen Kontinent. Ich wusste nicht, wo die überall einflussreich sind und wusste es nur hinsichtlich Ghana, wo sie fast "Hausrecht" genießen ... . Bewerten Sie also mein letztes Posting eher als Fragestellung.

Kowosch
 
10
29.10.2011, 21:36
Kein Problem

Sollte auch nur der Information dienen.

Sind die chinesischen Firmen denn in Ghana vor allem im Süden aktiv (wegen der "christlichen Gebiete" - wobei man die Animisten jedoch nie vergessen sollte. Okay, im südlichen Ghana ist das Christliche schon sehr allgegenwärtig... )? Haben Sie da vielleicht näheres? Ist schon eine halbe Ewigkeit her, daß ich mal dort war, wüßte aber gerne, was sich so getan hat. Wäre für eine Zeitersparnis beim Suchen nach Information oder gar einen Direktbericht sehr dankbar! ;-)

Chrissi244
 
01
29.10.2011, 21:46
Kowosch

Ich war nie in Ghana. Habe aber meine Informationen von Ghanaen, die hier in Düsseldorf leben. Und die sagen, dass die Chinesen dort schon so weit sind, sich unliebsame europäische Konkurrenz mit Hilfe der Behörden vom Hals schaffen zu können. Dass die Chinesen dort den größten Schrott verhökern, so dass hier lebende Ghanaen hergehen und ihr Zeugs hier kaufen, um es dann nach Ghana zu schicken. Selbst teilweise Baumaterialien.

walter prohaska
00
29.10.2011, 10:21

na das sei dahingestellt, das waere das ende der staatlichen eigenstaendigkeit von afghanistan. der pakistanische geheimdienst haette sein jahrzehntealtes ziel erreicht. da laeuft eigentlich ein nicht erklaerter krieg zwischen pakistan und einem von den usa und indien unterstuetzten afghanistan.
aber wie auch immer wenn pakistan afghanistan einsteckt haben die dortigen kaempfer halt wieder ein neues ziel und das leid der bevoelkerung geht weiter fuer die naechsten jahrzehnte.

Chrissi244
 
00
29.10.2011, 14:14
'Moment mal Walter

das mit der Unterstützung Pakistans durch Afghanistan sind nicht meine Worte, sondern es ist eine Äußerung des Karsai.

walter prohaska
00
29.10.2011, 16:35

ich weiss, ich hab es auch gehoert, aber worte und taten haben in diesem und vielleicht auch in anderen teilen der welt nicht viel miteinander zu tun.
wer aller die worte freiheit, gleichheit, demokratie, gerechtigkeit, bruederlichkeit.....verwendet.......

Chrissi244
 
00
29.10.2011, 17:06
Na Walter ...

das ist zwar richtig im Grunde ... aber in diesem Fall dürfte es sich wohl eher bestätigen, da es naheliegender ist und sich der Westen explizit in Afghanistan schon zu viel geleistet hat und nicht unbedingt erwünscht ist, es sei denn zur Übergabe von Schecks.

walter prohaska
00
29.10.2011, 17:53

so eindeutig ist das auch nicht, bei einem kampf jeder gegen jeden sucht sich jeder seine allianzen und rein vom prozentanteil der bevoelkerung her haben, glaube ich, die inder und amis mehr anhaenger, die normalen menschen halt die ein ruhiges und schoenes leben fuehren wollen und nicht die unglaeubigen bekaempfen. nur sind die anderen halt gewalttaetiger und verbreiten angst und schrecken.
war bei uns ja auch einmal so zum glueck haben wir uns schon etwas weiter entwickelt.

Chrissi244
 
00
29.10.2011, 18:08
Walter

wir reden von einem Teil der Welt, wo die Religion eine übergroße Rolle spielt. Hinzu käme, abgesehen von Afghanistan auch noch der Iran, der die Pakistani aus gutem Grund auch nicht im Regen stehen ließe, selbst, wenn er nicht aktiv und offen eingriffe.

Es hat in Afghanistan schon zu viele "Kollateralschäden" gegeben, bei denen der Westen, respektive die NATO in äußerster Erklärungsnot waren.

Unsere Weiterentwicklung ... ;-) ... das lasse ich mal so stehen. Versehe es höchstens mit dem Hinweis, dass wir uns auf fremden Terrain bewegen und nicht gebeten wurden.

walter prohaska
00
30.10.2011, 10:07

wir wurden gebeten von einer der hauptstreitparteien.
unsere weiterentwicklung bewirkt halt dass wir nicht die situation wie in dieser weltgegen haben, nicht alles perfekt aber es kann wesentlich unperfekter sein. man kann hoffen dass es so bleibt, einige stroemungen gerade in der oesterreichischen politik steuern in die falsche richtung, richtung hass auf den anderen und das gibt probleme.

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