Palliative Care

Lebensqualität am Lebensende

28. Oktober 2011, 10:08

Der Physiotherapie kommt in der modernen Palliativ-Betreuung eine zentrale Bedeutung zu

Wien - Rund um Allerheiligen und Allerseelen machen sich viele Menschen auch Gedanken über ihre eigene Vergänglichkeit, über Leben und Lebensende. Besonders schwer ist diese Zeit für Menschen, die bereits in dem Bewusstsein leben, bald sterben zu müssen, nicht wissend, ob sie das nächste Weihnachtsfest noch erleben - Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt, die mit lebensbegrenzenden Erkrankungen in Spitälern, Pflegeheimen oder auch noch in ihrem eigenen Heim leben.

Palliative Care ist in den vergangenen Jahren zu einem international gebräuchlichen Begriff für die Betreuung von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt geworden. Wörtlich übersetzt bedeutet Palliative Care "lindernde Betreuung".

Selbstständigkeit bewahren

Ziel von Palliative Care ist immer, Beschwerden und Leiden der betroffenen Patienten auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch soll ihnen ein möglichst angenehmes, würdevolles und selbstbestimmtes Leben sowie größtmögliche Selbstständigkeit bis zu ihrem Tod ermöglicht werden.

Der Physiotherapie kommt in der modernen Palliativ-Betreuung eine zentrale Bedeutung zu. Die meisten Patienten, die sterbend krank sind, leiden vorrangig an körperlichen Einschränkungen und am Verlust von Aktivitäten des täglichen Lebens. Der Verlust an Selbstständigkeit bedeutet zumeist auch einen Verlust an menschlicher Würde.

Hier spielt die Physiotherapie eine entscheidende Rolle zur Erhaltung der Lebensqualität der Betroffenen. Sich selbstständig aufsetzen können, sich ohne Hilfe kämmen oder auf die Toilette gehen können - kurzum: elementare Lebensfunktionen bestmöglich zu erhalten - ist die Aufgabe der Physiotherapie. Atemnot, Ödeme und Schmerzen zu lindern bzw. zu behandeln, sind wesentliche Kriterien für die Lebensqualität am Lebensende.

Symptome lindern

Die palliative Physiotherapie in Form von Linderung von belastenden Symptomen und Begleitung der Patienten und deren pflegenden Angehörigen bildet daher einen wichtigen Baustein in der multiprofessionellen palliativen Versorgung.

Eine entsprechende Betreuung ist allerdings meist nur in einschlägigen Hospiz-Einrichtungen gegeben. Außerhalb dieser Einrichtungen werden viele PatientInnen (z.B. in der Geriatrie) offiziell nicht als Palliativ-Patienten geführt.

In Österreich ist die Physiotherapie noch kein fester Bestandteil mobiler Palliativteams.  Palliativversorgung daheim wird zwar mittlerweile fast flächendeckend in Österreich angeboten, allerdings nur durch mobile Krankenpfleger und Ärzte. Bei einer physiotherapeutischen Betreuung müssen die Patienten für einen Großteil der Kosten selbst aufkommen. (red)

astemp79
00
30.10.2011, 15:49
Bitte besser recherchieren!

"Eine entsprechende Betreuung ist allerdings meist nur in einschlägigen Hospiz-Einrichtungen gegeben."
Das stimmt nicht. Es gibt mobile Hospize, die die Menschen zu Hause palliativ betreuen.

Das Mobile Hospiz der Caritas betreut sterbenskranke Menschen zu Hause. Und das ohne Kosten, was auch Material, Medikamente, Apparate betrifft. Das Personal ist auch für die Angehörigen da (wichtig!), in jeder Phase des Abschieds, und auch nach dem Todesfall. (Ich wurde 1/2 Jahr später noch tel. kontaktiert, wie es mir ginge ...) - Täglich kommt eine Schwester, wöchentlich oder, falls nötig, öfter, ein Arzt. Es gibt auch einen diensthabenden Arzt außerhalb der üblichen Zeiten.
Eine großartige und vorbildliche Unterstützung für die Pflege zu Hause.

Christoph Karl Steininger
23
28.10.2011, 11:55
Habe gerade einen solchen Fall in der Familie.

Die betroffene Person war mittelständischer Unternehmer mit bis zu 10 Arbeitnehmern. Die Kosten sind so hoch daß die Lebensersparnisse dafür herhalten müssen. Die Pension + Pflegegeld reicht bei Weitem nicht!

Für arme Leute gibts das alles nicht!

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