Begleitsymptom

Viele Krebspatienten leiden unter Fatigue

28. Oktober 2011, 09:08

Besonders junge Tumorpatienten zeigen typische Anzeichen chronischer Müdigkeit und Erschöpfung

Leipzig - Etwa ein Drittel der Menschen mit Krebs fühlt sich in Folge von Erkrankung und Therapie erschöpft, schwach und abgeschlagen. Unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt sind sogar 40 Prozent aller Krebspatienten von dieser „Fatigue" genannten Begleitsymptomatik betroffen, fanden Wissenschaftler des Universitätsklinikums Leipzig in einer Studie heraus. Leider bleibe Fatigue häufig unbemerkt, schreiben die Wissenschaftler jetzt im British Journal of Cancer. Dabei könnten unterstützende Angebote den Betroffenen helfen und sie für die Therapie motivieren.

„Fatigue ist eines der Hauptprobleme von Krebspatienten", sagt Susanne Singer, Mitarbeiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig. Um die Verbreitung von Fatigue bei Krebspatienten besser zu verstehen, hatte die Leipziger Psychologin in Zusammenarbeit mit Ärzten aus verschiedenen Kliniken des Universitätsklinikums insgesamt fast 1500 Patienten mit 27 unterschiedlichen Krebserkrankungen befragt. Die Wissenschaftler baten die Patienten bei Aufnahme auf die Station, am Entlassungstag und ein halbes Jahr nach dem Krankenhausaufenthalt mittels eines Selbsteinschätzungs-Fragebogens Angaben über psychische, körperliche, geistige und emotionale Anzeichen von Fatigue zu machen.

Wie sich zeigte, hinterließ der - durchschnittlich zwei Wochen dauernde - Krankenhausaufenthalt und die dabei stattgefundene Behandlung bei den Patienten Spuren: Während bei der Aufnahme zur stationären Behandlung insgesamt 32 Prozent die typischen Anzeichen der Fatigue-Symptomatik zeigten, waren es am Tag der Entlassung 40 Prozent. Ein halbes Jahr später war die Quote der Betroffenen wieder auf 34 Prozent zurückgegangen. „In den meisten Therapieplänen findet die Thematik leider zu wenig Beachtung", bedauert Singer. 

Jung vor alt

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass besonders junge Patienten durch Fatigue beeinträchtigt waren: in der Patientengruppe der unter 40-Jährigen zeigten am Tag der Klinikaufnahme über die Hälfte die typischen Anzeichen von chronischer Müdigkeit und Erschöpfung. Von den über 60-Jährigen war nur jeder fünfte Patient betroffen.

„Dieses Ergebnis ist beachtenswert", kommentiert Elmar Brähler, Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig. „In der Normalbevölkerung nimmt die Fatigue-Rate mit dem Alter zu." Das Ergebnis könne damit zusammenhängen, dass jüngere Patienten häufig aggressivere Chemo- oder Strahlentherapien bekommen als ältere, vermutet Susanne Singer. Möglich sei auch, dass die Jüngeren die Diskrepanz zwischen ihren bisherigen Energiereserven und der durch die Krankheit verminderten Kraft stärker wahrnehmen.

Körperliche und seelische Erschöpfung

Der Begriff „Fatigue" kommt aus dem Französischen und bedeutet "Ermüdung, Mattigkeit". Er beschreibt einen - häufig mit einer chronischen Erkrankung einhergehenden - körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand, der über Wochen und Monate anhält und die Lebensqualität stark einschränkt. Als Ursachen gelten sowohl psychische Faktoren als auch krankheits- und therapiebedingte körperliche Veränderungen. So kann etwa eine Anämie, umgangssprachlich „Blutarmut", an der quälenden Müdigkeit Schuld sein. Bei Krebserkrankungen wird die Fatigue häufig durch eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung ausgelöst. Aber auch die Erkrankung selbst führt oft zu den entsprechenden Symptomen.

„Um Patienten noch besser helfen zu können und auch die Compliance, also das kooperative Verhalten im Rahmen der Therapie, zu fördern, sollten Ärzte über das Fatigue-Syndrom informiert sein", sagt Singer. Eine Befragung im Rahmen der Krebs-Therapie könnte die Situation eventuell verbessern. Falls eine Blutarmut vorliegt, kommt als Behandlung zum Beispiel die Gabe roter Blutkörperchen als Transfusion in Frage. Auch körperliche Bewegung, etwa häufiges Spazierengehen oder fachkundig angeleitetes Training in Sportgruppen, können sich positiv auswirken. Hat die Fatigue vor allem eine psychosoziale Komponente, sind Gespräche mit einem Psychoonkologen empfehlenswert. (red)

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24 Postings
gesundheitsapostel
02
2.11.2011, 10:45
am besten

ist die empfehlung von onkologen: betreiben sie sport. das ist die beste vorbeugung!
Aber das ist unmöglich bei fatigue

AlBundyFan
 
00
31.10.2011, 09:27
ist da kein andere begriff eingefallen?

vielleicht sollte man das englische fatigue aufs deutsche übersetzen....dann würde man merken, daß dies kein geigneter begriff ist um eine erkrankung zu beschreiben.

man bezeichnete ja eine gehirnerkrankung auch nicht als thinking oder eine lähmung als sitting.
wäre gleich sinnlos.

ich leide übrigens fast jeden tag an fatigue - jedesmal vorm einschlafen.

astemp79
84
29.10.2011, 09:09
Fatigue = franz.: Müdigkeit

Weiß man wirklich nicht, woher diese Erschöpfung kommt??

Chemo zerstört nicht nur kranke Zellen, sondern genau soi viele gesunde. Chemo verändert die gesamte Körperstruktur. Der Körper kann nicht so viele tote Zellen ausscheiden, wie er müsste. Dadurch erschöpft er sich. Und die Folgen sind noch nach Jahren da, auch wenn Müdigkeit schon vergangen sind.
Strahl tut etwas Ähnliches, nur inzwischen lokalisierter. Aber auch beim Strahl ist der Organismus mit der massiven Ausscheidung toter Zellen beschäftigt.
Und dann kommt noch der Kampf gegen neue Krebszellen hinzu.
Und dann kommt noch die Todesangst hinzu.

Krebs beginnt in der Seele - und diese muss behandelt werden. "Gespräche", die es ja schon gibt, sind sinnlos und greifen VIEL ZU KURZ.

gesundheitsapostel
01
2.11.2011, 10:51
bis auf "krebs beginnt in der seele"

gebe ich ihnen völlig recht!
krebs ist aber ein multifaktorielles geschehen, bei dessen entstehung aber die seele sicher auch entscheidend ist.
krebs ist die bankrotterklärung der immunabwehr der körperzellen. wir sind ständig angriffen von krebszellen ausgesetzt, die aber ein gesundes immunsystem problemlos abwehren kann. wenn die seele weint, dann ist auch die abwehr geschwächt. dazu kämen noch: ein ungesundes leben, stress, andere chronische erkrankungen, wenig bewegung, keine erfüllte sexualität, virusinfektionen, genetische disposition....
Das ist meine persönliche meinung.

Bonair
11
31.10.2011, 12:36
auch beim Strahl ist der Organismus mit der massiven Ausscheidung toter Zellen beschäftigt.

Was Sie nicht sagen! Wenn man Zellen abtötet, muss der Körper diese entsorgen! Haben Sie sonst noch welterschütternde Neuigkeiten für uns?

Sie sind einfach nur lächerlich.

gesundheitsapostel
00
2.11.2011, 10:56

warum lächerlich? erklären sie uns doch, wie sich der körper der zerstörten zellen entledigt? und wohin die belastenden strahlen verschwinden? noch nichts gehört von der wasserbelastung mit radioaktiven teilen aus der röntgen und strahlentherapie?

LGM
02
30.10.2011, 23:27

Eine Chemotherapie, die genau so viele gesunde Zellen wie kranke zerstört wäre wohl ziemlich sinnlos.
Woher haben Sie diese Information?

gesundheitsapostel
00
2.11.2011, 10:54

vielleicht aus persönlicher erfahrung am beispiel der langanhaltenden oder nie mehr verschwindenden nebenwirkungen. ich hoffe, Sie sind kein arzt!

LGM
00
2.11.2011, 11:42

Das war doch eine ganz normale Frage. Und nein, ich bin kein Arzt, als Onkologe wüsste ich ja die Antwort.

marty fink
25
29.10.2011, 13:52
Werden's nicht müde den Müll jedesmal abzuladen!

Ich kann nur hoffen, das kein Krebspatient, der schon genug mit seiner Krankheit durchzustehen hat, auf solche Scharlatane wie sie hereinfällt!
Große Behauptungen bar jeder Evidenz an deren Ende dann nur der sichere Tod steht!

gesundheitsapostel
00
2.11.2011, 10:59
verschonen sie uns bitte mit ihren zynischen ergüssen,

:der tod ist das natürliche ende jeden lebens, auch des ihren! meint ein krebspatient, der sich auskennt

think think
22
30.10.2011, 10:11
Werdens nicht mued den Muell jedesmal abzuladen...

S.g Herr Fink!
Aus meiner Sicht und persoenlichen Erfahrung sind die Ausfuehrungen von astemp 79 KEIN MUELL!
Ich hatte selbst Darmkrebs in T2/3 obwohl ca 10 Monate vorher bei einer Gesundenuntersuchung keine Krankheit festgestellt wurde
Nach einer Operation wurde ich aufgrund der gaengigen med.Vorschriften auf Chemotherapie verwiesen welche ich aber aus eigener Ueberzeugung+ homoeopath. Unterweisung+aus dem Gespraech mit behandelten Aerzten ueber die Wahrscheinlichkeitsrate der Heilung durch Chemo:alternativen Methoden wurde es 48% Chemo:52 Alternative bezeichnet.
Ich habe durch in Asien erlernte Meditation,sowie Aenderung meiner Lebensfuerhrung bereits mehr als 8 Jahre OHNE nenenswerte Nebenwirkung "ueberlebt" u.fuehle mich gesund !!

gesundheitsapostel
00
2.11.2011, 11:01
sie haben es geschafft,

gut so. aber bitte geben sie keine empfehlungen ab! jeder krebs ist anders, man kann das nicht vergleichen! und die chemotherapie, solange sie einen nicht umbringt, ist bislang für die meisten der einzige weg. also bitte nicht verunsichern!

Bonair
03
31.10.2011, 12:33
obwohl ca 10 Monate vorher bei einer Gesundenuntersuchung keine Krankheit festgestellt wurde

Umfasste diese Gesundenuntersuchung auch eine Darmspiegelung?

Außerdem: T2-3 hat bei fehlendem Lymphknotenbefall eine 5-Jahres-Überlebensrate von ca. 80% - dass Sie Ihre heutige Gesundheit auf die Homöopathie schieben, ist eine ziemlich krasse Fehldeutung.

Matthias Schindler
11
31.10.2011, 16:17

Anscheinend hat think think keine Chemo mehr gemacht. Auf was würden Sie den, verehrter Bonair, die heutige Gesundheit von think think zurückführen?

expedit regal
00
2.11.2011, 08:05

Vorsätzliches Verschweigen weiterer krankheitsrelevanter Information?

marty fink
11
30.10.2011, 15:03
Gut, und ich kenne 2 Leute bei denen es nicht funktioniert hat und weiter?

think think
02
31.10.2011, 04:28
...und weiter..

und weiter...meine Nachbarin hatte 12 Chemo ..und keine Hilfe..was ich Ihnen erklaeren wollte ist..Sie sollten Andersdenkende nicht generell als Scharlatane abqualifizieren,denn jeder Mensch ist ein besonderes Individium und braucht seiner Eigenheit betreffend eine Behandlung,man sollte Menschen nicht als eine einzigen Masse behandeln,und alle ueber einen Kamm scheren!
Menschen sind kein genormtes Werkstueck!

marty fink
03
31.10.2011, 08:31
Schauen sie:

Gäbe es irgend eine Indikation, dass Homöopathie auch in iregendeinem Fall wirksamer als ein Placebo wäre könnten wir weiter diskutieren, das ist es aber nicht.
Ich spreche in keinster Weise jemanden seine Besserung ab, aber seine Qualifikation nicht ins "Post Hoc ergo propter hoc" - Muster zu fallen. Homöopathie bleibt nach 200 Jahren noch immer unwirksam, diesen Leistungsnachweis hat sie nicht erbracht und Korrelation in Form einer Anekdote wie in ihrem Beispiel sagt rein gar nichts aus.
Wobei ich mich frage welcher Scharlatan die Prozentrate der Genesung bei Alternativbehandlung angegeben hat...

LGM
12
31.10.2011, 09:32

Homöopathie wirkt aber doch, und zwar direkt und nachweislich auf das Urteilsvermögen der Befürworter. Sie scheint dort einen Art Lähmung der Teile des Gehirns hervorzurufen, die für rationales Denken verantwortlich sind, wobei diese Lähmung aber oft nur themenspezifisch wirkt.

krikri
03
31.10.2011, 16:00

lgm, man kann das wort "homöopathie" durch das wort "religion" ersetzen und es triffts genauso

AltFreak
011
28.10.2011, 10:54

Es ist gut und richtig, daß solche Studien gemacht werden.

Ich habe beruflich mit onkologischen Patienten zu tun und könnte aus der Praxis erzählen...über Aufklärungsgespräche unter Zeitdruck...Patienten, die gerne hätten, daß ihnen zugehört wird, aber niemand kann aktuell auch nur 5 Minuten erübrigen...über zwischen Tür und Angel fließbandartig verabreichte Chemotherapien, weil kein Bett frei ist...über ausgebrannte Schwestern, Pfleger und Ärzte..und vieles mehr.
Der berühmte Unterschied zwischen Theorie und der von Rationalisierern und Managern diktierten Realität.

Trotzdem finde ich es gut und richtig, daß solche Studien gemacht werden und hoffe, daß die Erkenntnisse daraus es auch irgendwie in die tägliche Praxis schaffen.

krikri
11
29.10.2011, 03:49

es ist leider sehr traurig, dass die situation der medizinischen versorgung auf jedem gebiet unter zeitdruck und personalmangel etc. stattfindet. wenn man die krankenkassenbeiträge nur um 10 % erhöhen würde, könnte man eine ausgezeichnete versorgung ohne all den von ihnen aufgezeigten zuständen auf die beine stellen, aber obwohl ein raucher, täglicher mastfleischessser, etc etc. unsummen dafür ausgibt, würde er sich nur bei andenken einer oa. erhöhung vermutlich sofort persönlich zur demo am ballhausplatz einfinden

zhang sanfeng
00
29.10.2011, 10:27

bin mir nicht sicher.
für alternativmedizin, deren größter trumpf wohl ist, dass die praktizierenden zeit und aufmerksamkeit schenken geben die leute gerne ein vielfaches aus.

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