Brasilien

Baustelle von Belo-Monte-Kraftwerk besetzt

28. Oktober 2011, 07:16

Demonstranten wollen Bauarbeiten stoppen

Sao Paulo - Rund 600 Demonstranten, darunter Indios und Fischer, haben im brasilianischen Amazonas-Gebiet die Baustelle für das umstrittene drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, Belo Monte, besetzt. Sie wollen die Bauarbeiten für das Kraftwerk im Teilstaat Para stoppen, für das über 500 Quadratkilometer Fläche überschwemmt werden sollen.

Auch die "Transamazonica"-Überlandstraße wurde nach Angaben des mit der katholischen Kirche verbundenen Indianer-Missionsrates am Donnerstag in der Nähe der Baustelle blockiert. Mit der Aktion reagierten die Demonstranten auf eine Entscheidung des Regionalen Gerichtshofes von Para, das Urteil über einen Baustopp bis zum 9. November hinauszuschieben. Indigene Gemeinschaften hatten auf Aussetzung der Arbeiten geklagt, weil sie nicht ordnungsgemäß über das Projekt in Anhörungen informiert worden seien. CIMI-Sprecher Eden Magalhaes sagte, die Demonstranten wollten die Besetzung "so lange wie nötig" fortsetzen.

Willen zum Widerstand

Indio-Sprecher Juma Xipaia bekräftigte den Willen zum Widerstand. "Das Projekt Belo Monte wird nur dann Erfolg haben, wenn wir nichts tun, um es zu verhindern. Wir werden nicht ruhig sein. Wir schreien laut, und wir tun das jetzt." Die brasilianische Regierung hält das Mega-Projekt am Xingu-Fluss rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira für notwendig, um die Energieversorgung der inzwischen siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt zu sichern.

Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten- Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Kritiker fürchten, dass durch das Wasserkraftwerk mehr als 30.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Einer der prominentesten Gegner ist der aus Vorarlberg stammende Bischof der Territorialprälatur Xingu, Erwin Kräutler, der 2010 den Alternativen Nobelpreis erhielt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 64
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Uniquin
 
31
29.10.2011, 05:58

alle die da motzen: strombedarf in deutschland ist etwa 82 gw, ganz grob wird der in österreich etwas weniger als 10% davon sein. mit anderen worten: mit belo monte bräuchte österreich kein dürnrohr, kein mellach, kein hainburg, kein freudenau, nichts an der mur, keine stromboje, kein einziges windrad, oder sonstiges kraftwerk. co2 auusstoß für die stromproduktion gäbe es gar keinen, akw müll ebenso. wenn wir die möglichkeit hätte und diese nicht nützen würden.....

Bernhard Marold
00
4.11.2011, 17:11
Sie verkennen die Lage

Dieses Kraftwerk kann nur wenige Monate pro Jahr seine Nennleistung erbringen. Den Rest des Jahres sinkt die Leistung wegen Wassermangels auf ein Bruchteil. Sonnen und Windenergie werden trotz bester klimatischer Voraussetzungen in Brasilien einfach ignoriert. Hier in Zentralbrasilien, wo ich wohne schiessen die Luxus-Hochhäuser wie die Pilze aus dem Boden. Bei meiner kleinen Privaterhebung fand ich kein einziges, das Sonnenenergie zur Warmwasserversorgung benutzt. Zur Information: Jeder Bewohner dieser Luxuswohnungen nimmt im Schnitt 3 Duschbäder täglich mir heissem Wasser aus dem elektrischen Durchlauferhitzer!!! - Im Übrigen: Die überschwemmten 500km2 Urwald werden auch nicht gerade wenig CO2 an die Umwelt abgeben.

Andreas Mittermayer
02
29.10.2011, 14:53
Und??

.
Wenn wir die Energie der schwarzen Löcher nützen könnten, hätten wir auch kein Energieproblem mehr!

;-))

Welchen Wert hat diese Aussage?

fritz1004
00
29.10.2011, 21:37

Ich bin fürs Zero Point Module!
Besser, als die Donau am eisernen Tor zu stauen, und einen einige 10000km² großen See in der ungarischen Tiefebene zu erzeugen.
... manchmal muß ich auch einen Blödsinn posten ...

Andreas Mittermayer
00
29.10.2011, 21:58
Gute Idee!

.
Ich musste allerdings erst einmal nachschauen, was das ist!!

;-))

fritz1004
00
29.10.2011, 22:13

Naja, das Zero Poinz Module ist reine Science Fiktion.
An der Energiegewinnung mittels schwarzem Loch, genauer einem mini-black-hole-relikt könnte evtl. sogar was dran sein. Mit Betonung auf "eventuell"!

http://www.muk.uni-frankfurt.de/Publikati... -Labor.pdf

Andreas Mittermayer
00
29.10.2011, 22:34
Interessant!

.
Na, vielleicht erübrigt sich ja bald unsere Diskussion über die Wahl des geeigneten Energieträgers.

fritz1004
00
29.10.2011, 23:28

Naja, das Herstellen schwarzer Löcher könnte man auch kritisch sehen ;-)
Die Diskussionen erübrigen sich aber auch, wenn es schiefgeht. - evtl. sehr schnell ....

Ernsthaft: Solche Bedenken gab es wegen dem LHC, doch, würde der LHC das können, hätten es noch schnellere Teilchen aus der kosmischen Strahlung auch gekonnt, ohne daß das bisher zu Schaden geführt hätte. Also geht es wahrscheinlich auch gar nicht?

Andreas Mittermayer
00
29.10.2011, 23:35
Ich weiß. Ich habe diese Überlegungen bereits in verschiedenen

.
Druckschriften und Fernsehsendungen mitbekommen.

Nach dem Motto: "Nichts Genaues weiß man nicht". Aber man ist sehr neugierig und gespannt.

fritz1004
00
30.10.2011, 00:07

...nichts Genaues weiß man nicht... Genau!

Andreas Mittermayer
00
30.10.2011, 00:10
;-))

Abelaard
00
28.10.2011, 08:09

eigentlich bin ich auch gegen das kraftwerk, rein gefühlsmäßig sozusagen, nachdem die energie in einem aufstrebenden land wie brasilien aber dringend gebraucht wird gibt es als alternative nur die atomkraft und der urwald hat in ruhe gelassen zu werden

Andreas Mittermayer
22
28.10.2011, 10:21
Wind, Sonne, Kleinwasserkraft (etwa Strömungskraftwerke), Geothermie etc.

Grisu der kleine Drache
00
28.10.2011, 14:18

Kleinwasserkraft sehe ich sehr skeptisch. Das hat etwas von "Wir teilen das große Problem in ganz viele kleine auf, dann sieht man es nicht mehr so gut." Und am Ende ist die Naturzerstörung vielleicht sogar noch schlimmer.

Den ökologischen Schaden durch Belo Monte kann ich kaum beurteilen, aber zumindest die überschwemmte Fläche ist in Relation zur Kraftwerksleistung relativ gering.

Solarenergie wäre in Brasilien allerdings sehr wohl ein heißer Tipp. Nur kostet Wasserkraft bisher weit weniger.

Andreas Mittermayer
23
28.10.2011, 14:45
Haben wir darüber nicht schon diskutiert?

.
Damit ich mich nicht wiederholen muss: siehe:

http://derstandard.at/plink/131... 0/23240651

Zur Solarenergie:

Wenn man Externe Kosten mit einbezieht, ist die Sonnenenergie jetzt bereits wettbewerbsfähig!

Brasilien wäre auf Grund der geographischen Lage auch für solarthermische Kraftwerke bestens geeignet.

WBR
01
29.10.2011, 11:26
"Externe Kosten"

Die Argumentation mit hypothetischen "externen Kosten" ist in der Regel unsauber, weil man ein und dasselbe Argument doppelt verwendet:
Da wird dann aus "Sonnenenergie ist sauber" ein "Sonnenenergie ist sauber UND billig".
"Billig" ist sie aber eben nur, wenn man die anderen Methoden wegen ihrem Nicht-Sauber-Sein künstlich verteuert.
Redlich kann man nur mit entweder sauber oder billig argumentieren, aber nicht mit beidem gleichzeitig.

Und in diesem speziellen Fall: Wenn schon ein reiches Öko-Musterland wie Deutschland auf externe Kosten scheisst und haufenweise neue Kohlekraftwerke baut, wie kann man dann von einem Entwicklungsland erwarten, statt sauberer Wasserkraft auf noch sauberere (?), aber teurere Sonnenenergie zu setzen?

Andreas Mittermayer
02
29.10.2011, 14:52
Wenn Sie eine vollständige volkswirtschaftliche Rechnung durchführen wollen, müssen sie sogar Externe Kosten miteinbeziehen.

.
Würden Sie etwa den (realen!) Schäden, die den Indios und den enormen ökologischen Eingriff durch den Bau des Bel Monte-Staudammes entstehen, nicht als "Kollateralschaden" abtun, sondern diesen Schäden einen monetären Wert zuordnen, hätten Sie eine Bewertung der Externen Kosten.
Die Schäden sind nämlich ganz und gar nicht hypothetisch.

Wenn Sie das getan haben, können sie direkt die Preise (etwa Preis por kWh) vergleichen und hätten auf diese Weise ein Werkzeug für eine Entscheidung.

Sie könnten dann sozusagen am Preis sehen, welche der Energieträger "sauber" bzw. "sauberer" sind.

(Fortsetzung unten)

Andreas Mittermayer
01
29.10.2011, 14:51
Fortsetzung:

.
Und Deutschland "scheißt" übrigens gar nicht auf die Externen Kosten.
Die Versäumnisse der Regierungen der vergangenen 20 Jahre haben aber in Deutschland eine schwierige Situation entstehen lassen, die die derzeitige Regirung unter Anderem mit dem Bau von Kohlekraftwerken zu lösen versucht.

Auch hier gäbe es Alternativen!

WBR
01
29.10.2011, 16:16
Wunderbare Wertvermehrung?

Mit "hypothetisch" meinte ich nicht, dass es diese externen Kosten nicht gibt, nur dass man diese sehr variabel ansetzen kann, je nachdem was man alles mit hineinnimmt (z.B. Kriege und Völkermorde durch den Klimawandel?).

Es stimmt schon, man kann solche Kosten in Geld ausdrücken und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Der CO2-Handel ist z.B. so ein System.

Aber wenn ich das tue, dann übertrage ich den Wert "saubere Stromerzeugung" auf "Geldersparnis".
Man kann nicht für einen 1000-Euro-Schein eine Goldmünze kaufen und dann mit dem 1000-Euro-Schein und der Goldmünze einkaufen gehen.

Genau das tut man aber, wenn man z.B. Sonnenenergie als "sauber und billig" bezeichnet.

Andreas Mittermayer
00
29.10.2011, 16:39
"...nur dass man diese sehr variabel ansetzen kann, je nachdem was man alles mit hineinnimmt..."

.
Das ist keine Frage!

Und: Sie können die Sonnenenergie gerne als: "sauber" ODER "billig" bezeichnen!

Wobei dann beim "billig" keine anderen Kriterien mehr zu berücksichtigen sind.

Uniquin
 
00
28.10.2011, 15:28

solar ist nicht wettbewerbsfähig weil sie nicht zur verfügung steht wenn man sie braucht, das ist so und bleit dauerhaft so. zur diskussion stehen 11 gw kontinuierlich mit ein paar schwankungen. das sind unter tags in solarfläche wieviel km²(bzw wieviel mal die benötige fläche des wasserkraftwerks) - die nacht sei unberücksichtig? zu den Strombojen: um ein donaukraftwerk mit strombojen zu ersetzen reicht kaum die gesamtlänge der donau in österreich.
geothermie: warmwasser zu füße waschen aber nicht für sinnvolle stromerzeugung.
wind: da gilt das gleiche wie bei solar, abgesehen davon das man freie felder und keinen urwald als aufstellungsplatz braucht.
wann geben sie endlich mit den sinnlosen vorschlägen auf?

Andreas Mittermayer
12
28.10.2011, 20:26
Na, einen Teil der Atnwort hat Ihnen ja schon *fritz 1004* gegeben.

.
Weiters:

- Solar IST bereits wettbewerbsfähig, wenn man Externe Kosten berücksichtigt. Und wird in naher Zukunft noch deutlich billiger werden.

- Strombojen können das Energieproblem nicht alleine lösen, können aber ein Teil davon sein.
Ebenso Gravitationswasserwirbelkraftwerke. Diese alleine hätten bspw. in Europa ein Potenzial von durschnittlich 32 AKWs.

- Geothermie kann den Wärmebedarf teilweise decken, der sonst mit Hilfe von Strom hätte erzeugt werden müssen.

- Gerade bei Windenerige ist das Potenzial in Brasilien sehr hoch. Bei entsprechender Vernetzung und einer geringfügigen Speicherung wäre der Strombedarf im EE-Verbund Tag und Nacht und über die Jahreszeiten gedeckt.

NICHTS davon ist sinnlos! ;-))

Uniquin
 
11
29.10.2011, 05:51

solr ist nie wettbewerbsfähig weil sie autark nicht verwendbar ist -zum beispiel gerade jetzt.
strombojen sind nett zur teilweisen versorgung einer fischerhütte an der donau und das wars.
gravitationswirbelkraftwerke sind der gleiche spaß für kleinstverbraucher.
bis man mit geothermie die wärme gewonnen hat die man für bohrung und nötigen stahl verbraucht hat hat einer meiner kolegen schon mal überschlagen.
ich habe keine ahnung von geograpie, im gebiet von belo monte gehts jedenfall nicht weil die bäume im weg stehen.
geringfügig speichern von windkraft ist unfug, es müssen 75% gespeichert werden, und das ist wirtschaftlich nicht darstellbar sofern einem das fluten von allem was an tälern da ist nicht egal ist.

Andreas Mittermayer
11
29.10.2011, 09:08
Uniquin! Leben Sie hinter´m Mond??

.
1.) Solar braucht in den meisten Fällen nicht autark verwerdet werden. Es wird im EE-Verbund eingesetzt. Darüber hinaus: Siehe *fritz 1004*

2.) Kleinwasserkraftwerke einschließlich der von mir erwähnten haben - in entsprechender Anzahl eingesetzt - ein enormes Potenzial! Siehe auch Posting oben. Sie tragen auch entsprechend zum Mix bei.

3.) Geothermie zur Wärmegewinnung rechnet sich auch bereits in Österreich.

4.) "...windkraft ist unfug, es müssen 75% gespeichert werden..."

Das ist absoluter Unsinn!

Eine Simulation für Deutschland hat ergeben, dass der Speicherbedarf bei einem 100% EE-Mix gerade einmal zwischen 10 und maximal 15% beträgt.

(Fortsetzung unten)

Andreas Mittermayer
11
29.10.2011, 09:08
Fortsetzung:

.
In Brasilien wo im Gegensatz zu Deutschland aufgrund der geographischen Lage auch solarthermische Kraftwerke (grundlastfähig! Siehe auch *fritz 1004*) einsetzbar wären, wäre der Speicherbedarf sogar noch deutlich kleiner.

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