Prix Goncourt an Alexis Jenni

2. November 2011, 14:14
posten

Debütroman "L'art francais de la guerre" setzte sich bei Frankreichs renommiertestem Literaturpreis durch - Prix Renaudot an Emmanuel Carrere

Paris  - Frankreichs renommiertester Literaturpreis, der Prix Goncourt, geht heuer an den Nachwuchsautor Alexis Jenni für seinen Debütroman "L'art francais de la guerre", erschienen bei Gallimard. Darin thematisiert Jenni anhand der Geschichte eines einstigen Fallschirmjägers die Kolonialkriege seiner Heimat in Indochina und Algerien. Der 48-jährige Biologieprofessor wurde bereits in der ersten Runde mit fünf gegen drei Stimmen der Jurymitglieder gewählt, teilte Vorstandsmitglied Didier Decoin am Mittwoch mit.

Bis dato hat sich Jennis Werk 56.000 Mal verkauft - nach der Verleihung eines Goncourt schnellt die Zahl im Schnitt auf 400.000 Exemplare nach oben. Jenni, der sich selbst als "Sonntags-Schriftsteller" bezeichnet, hatte an seinem Erstlingswerk fünf Jahre geschrieben und das 700 Seiten starke Manuskript schließlich via E-Mail nur an den Verlag Gallimard geschickt, der sich unmittelbar zur Veröffentlichung entschloss.

Prix Renaudot

Der traditionell zur gleichen Zeit wie der Goncourt verliehene Prix Renaudot geht indes an Emmanuel Carrere für "Limonov (POL)", das Porträt von Eduard Weniaminowitsch Limonow, dem Underground-Literaturidol unter Breschnew, der nach der Ausweisung zum Obdachlosen in New York, Schriftsteller in Paris und schließlich zum Gründer einer ultranationalistischen Partei in Russland wurde.

Carrere wurde von der Jury in der zweiten Runde mit sechs Stimmen gegen vier ausgewählt. Geboren 1957 in Paris, wurden seine Werke, darunter "La Classe de neige" (1995), "L'Adversaire" (2000) oder "D'autres vies que la mienne" (2009) in zwanzig Sprachen übersetzt.

Grand prix du roman

  Der Journalist und Autor Sorj Chalandon (59) hatte vergangene  Donnerstag die erste Auszeichnung der literarischen Preis-Saison in Frankreich erhalten: Für "Retour à Killybegs", einem Roman über den Nordirland-Konflikt und den bitteren Schmerz des Verrats, wurde ihm der Grand prix du roman der Academie francaise zugesprochen.

Sorj Chalandon war Journalist bei der Zeitung "Libération". Seine Reportagen über Nordirland und den Barbie-Prozess wurden mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Mit "Retour à Killybegs" ist er auch noch für den Prix Interallié im Rennen.  Auf Deutsch ist bei dtv sein Roman "Die Legende unserer Väter"  erhältlich. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alexis Jenni

Share if you care.