Matt: Bezahlte Nebentätigkeit bei KÖR

27. Oktober 2011, 16:26

Stadtrat plant Neustrukturierung der Kunsthalle und "neue Leitlinien"

Wien - Keiner Fleißaufgabe, sondern einer bezahlten Nebentätigkeit soll Kunsthallen-Direktor Gerald Matt als Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft des Ausstellungshauses nachgegangen sein. Wie der "Falter" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben sowohl Matt als auch Kunsthalle-Geschäftsführerin Bettina Leidl als Geschäftsführer der Kunst im öffentlichen Raum GmbH (KÖR) ein Gehalt für ihren "Nebenjob im Hauptjob" erhalten. Dies wurde aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gegenüber dem "Falter" bestätigt, eine Summe wurde aber nicht genannt.

KÖR hat die "Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten" zum Ziel und wird mit einem Fonds von 800.000 Euro von kommunalen Geschäftsgruppen subventioniert. Diesen hatte der Kulturstadtrat einst an den Verein Kunsthalle ausgegliedert, um "wirtschaftliche Stabilität zu gewähren und Expertise zu nutzen", sagte eine Sprecherin der Kunsthalle dazu. In ebendiesem Sinne haben Matt und Leidl 2007 die Funktion der Geschäftsführung übernommen - dabei seien "die Projekte, das Inhaltliche und die Umsetzung zufriedenstellend abgewickelt" worden.

Im "Falter" argumentierte Leidl, es habe sich bei der Entlohnung nicht um ein Gehalt, sondern eine "betragsmäßig geringe Funktionszulage" gehandelt. Mit dem Wechsel Leidls von der Kunsthalle zur Wiener Kreativförderagentur "departure" mit 1. Dezember werden sich laut Kunsthalle "personelle Veränderungen ergeben" und "Dinge neu überlegt". Ob Matt weiterhin KÖR-Geschäftsführer bleibt, ist noch nicht klar. Fix ist hingegen die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens - laut "Falter" im Rahmen von 40 Wochenstunden.

Das Ausmaß sei zweitrangig, betonte Mailath-Pokorny am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz:  "Wir suchen einfach eine neue Leitung." In den kommenden Wochen solle auch die angekündigte Neustrukturierung der Kunsthalle Gestalt annehmen. Dabei wird auch über "neue Leitlinien" für andere öffentlich subventionierte Kulturvereine nachgedacht. "Die Politik muss wieder stärker Kontrolle übernehmen können", betonte Mailath-Pokorny erneut seinen "Corporate governance"-Ansatz. Das heiße nicht, dass nun alle Vereine unter Generalverdacht stehen: "Man darf Kulturpolitik nicht mit staatsanwaltschaftlicher Tätigkeit verwechseln."  (APA)

Hanns Ch.1
22
28.10.2011, 00:47
..auflösen,..

kör und zwangsverkünstlichung des öffentlichen raumes gehören ersatzlos gestrichen,.. besser, man schüttet diese gelder direkt an die künstler in form eines gehalts aus, die arbeiten
können sie behalten,..
und dann wären diese korrupten machenschaften zumindest um eine ebene weniger,.. das spielen sie übriges in allen bundesländern so,..

Cle Mens
00
29.10.2011, 18:44
Das wäre nicht sinnvoll.

Wozu entstehen die Arbeiten?

EINSZWO
25
27.10.2011, 18:18
Man darf Kulturpolitik nicht mit staatsanwaltschaftlicher Tätigkeit verwechseln

... sagt einer, der seine Kinder vom Dienstchauffeur im Dienstauto vom Boboviertel KarmMa in die Schule bringen lässt ...

Da lässt sich verflixt nochmal die Trennung zwischen Beruf und Privatleben einfach nicht so leicht ziehen - wenn man der Politik 24/7 zur Verfügung steht ; )

MfG

Renate Rapf
22
28.10.2011, 13:33
Man sollte Polemik nicht mit Kritik verwechseln

Als Pressesprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny möchte ich das Posting von einszwo berichtigen:
1. Stadtrat Mailath bringt seine Kinder auf dem Weg ins Büro in die Schule - so wie hunderttausend andere ÖsterreicherInnen auch.
2. Stadtrat Mailath zahlt für die Benützung seines Dienstkraftwagens.
3. Er hat seine Wohnung im "Bobo-Viertel" Karmelitermarkt bereits bezogen, als das Wort "Bobo" noch gar nicht erfunden war.

aweanaweib
00
31.10.2011, 22:23
Re: Politik mit Kultur verwechseln...

...s.g. renate rampf, reagieren Sie sich nicht auf dieses niveau der "anschüttungsposter". die überwiegende mehrheit der ösis sind dumme, niederträchtige und neidvolle menschen. leider.

donna corleona
13
28.10.2011, 15:51

Man darf Kulturpolitik aber auch nicht mit Günstlingswirtschaft und Ahnungslosigkeit verwechseln!
Und dass sich Pressesprecherin Rapf ausgerechnet zum (wohl eher unbedeutenden) Dienstautovorwurf zu Wort meldet, ist nicht nur eine Provokation für all jene, die nicht zu Mailath's "Freunden" gehören und somit auch nicht Privilegien bis hin zur Narrenfreiheit genießen, sondern auch ein trauriges Indiz für das erschreckende Ausmaß seiner Ahnungslosigkeit.

powidl
25
28.10.2011, 15:07
Liebe Frau Rapf!

Nicht nur ist es unzeitgemäß (um nicht vertrottelt zu sagen) vom Karmelitermarkt ins Rathaus mit dem Auto zu fahren, es ist auch eine Zumutung dieses Verhalten hunderttausend anderen Städtern zu unterstellen. Wäre es so, alles stünde still!

Ich bemitleide Mailaths Kinder dafür, dass sie mit dem fetten Dienstauto vom Chauffeur des Herren Stadtrats zur Schule müssen. Sie werden, sollten sie ihre ererbten Privilegien einmal nicht mehr genießen können, Schwierigkeiten haben das zu akzeptieren.

Die SP - Wien hat jegliche Relation verloren und verwaltet nur noch die Verdienste vergangener Tage.

Polarschwimmer
00
2.11.2011, 11:17
sorry, das ist aber schwachsinn ...

... haben sie schon einmal den terminkalender eines politikers gesehen? dann wissen sie, wofür ein dienstwagen notwendig ist. und ob mp im karmeliterviertel wohnt oder nicht ist irrelevant bzw. eine reine neidveranstaltung.

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