Das Finanzkapital pfändet das Sozialkapital - Wie lange noch?

Gastkommentar | Alexander Dill, 27. Oktober 2011, 15:47

Weder die Völker der EU noch die Schweizer dürfen über solche Themen abstimmen - Zum Glück für die Finanzwirtschaft und ihre Kunden

Am 26. Oktober 2011 stimmten 503 der 596 Abgeordneten des Deutschen Bundestages für die Bereitstellung eines sogenannten Euro-Rettungsschirmes in Höhe von einer Billion Euro. Fernsehreporter fanden zuvor heraus, dass die Abgeordneten wenig oder nichts über die Materie wussten. Das ist keine Schande. Sie gilt als Expertenthema. Zum Glück leistet sich deshalb der deutsche Staat zehntausende Finanzexperten an den Hochschulen, in der Bundesbank, in den Landesbanken und den Finanzministerien.

Drei Jahre zuvor, am 17. Oktober 2008, war es den Experten bereits einmal gelungen, die Abgeordneten zur Verabschiedung eines sogenannten Finanzmarktstabilisierungsgesetzes mit einem Verfügungsrahmen von 480 Milliarden Euro zu bewegen. In dessen Paragraph 11/3 fand sich der bemerkenswerte Satz "Ein Haushalts- und Wirtschaftsplan wird nicht aufgestellt". Der Autor dieser Zeilen fand dies und weiteres erwähnenswert und veröffentlichte dazu im März 2009 sein Buch "Der grosse Raubzug", das in einem Interview von Peter Mühlbauer vorgestellt wurde.

Da er nicht als Finanzexperte gilt, durfte er bisher seine Studien nur als sogenannter "Wirtschaftsjournalist" in die Öffentlichkeit bringen. Immerhin gibt es dazu doch einige Stellungnahmen der Politik, etwa von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der finanzpolitischen Sprecherin der SPD, Nicolette Kressl, und vom Finanzstaatssekretär Helmut Koschyk, der durch die parlamentarische Anfrage der Linken in der Drucksache 17435 der 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestages erschreckt wurde, wie denn die Bundesregierung zu der von mir vorgeschlagenen, freiwilligen Tilgung der Staatsschulden stehe. Selbstverständlich sprachen sich alle geschlossen gegen jede Form der Tilgung von Staatsschulden, freiwilig oder per Gesetz, aus.

Seit der Veröffentlichung des Buches haben sich die deutschen Staatsschulden um weitere 400 Milliarden erhöht. Im Oktober 2011 stellte dazu die sogenannte Gemeinschaftsprognose der Wirtschaftsforschungsinstitute, zu denen auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH-Zürich zählt, auf Seite sechs fest: "Die Finanzpolitik der Bundesrepublik sollte ihren Konsolidierungskurs fortsetzen."

In der Schweiz gab die Bundesregierung 2009 eine Garantie von 66 Milliarden Franken zur Rettung der UBS AG ab. Die Devisenreserven der Schweizer Nationalbank in Höhe von 189 Milliarden Franken sind fast völlig in noch immer von drei US-Ratingagenturen mit AAA bewerteten Staatsanleihen der USA, Deutschlands und Frankreichs angelegt.

Das Sozialkapital hält noch

Damit hängt nun das gesamte staatlich beeinflussbare Finanzkapital von Deutschland und der Schweiz von einer bisher unbeachteten Kapitalart abhängig: Von sogenanntem Sozialkapital. Dieses ist die Summe nichtmaterieller Güter wie Vertrauen, Geschenkkultur, Opferbereitschaft, Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Gemeinschaft. Sollten nämlich die Bürger auf die Idee kommen, den Zins und die Tilgung für die Staatsanleihen nicht mehr bezahlen zu wollen, weil sie ihre Steuergelder anders einsetzen möchten, etwa für regenerative Energien, Naturschutz, Bildung, Sozialhilfe, Kinderbetreuung, KMU-Förderung und öffentlichen Nahverkehr, sind die Schuldtitel wertlos.

Dies könnte bedeuten, dass Staatsanleihen neu bewertet werden müssen.

Da der einzig messbare materielle Ausdruck des Sozialkapitals die freiwillig geleisteten Steuern an das Gemeinwesen sind, ist dieses faktisch gepfändet worden.

Zum Glück für die Emittenten und ihre Kunden, die weiter hartnäckig auf die kontinuierliche ("Wir brauchen Rechtssicherheit") Selbstvermehrung von Geld bestehenden Anleger, dürfen weder die Völker der EU noch die Schweizer über solche Themen abstimmen. Es reicht daher, eine parlamentarische Mehrheit für Schuldenermächtigungsgesetze zu bekommen.

Für diese aber sind die Expertenmeinungen ausschlaggebend. Der Staat hört dabei entgegen vieler Vorurteile selten und kaum auf nicht beim Staat angestellte Experten. Wenn also eine börsennotierte Bank, die sich in dem Paradox der Systemrelevanz (bei Verlusten) und des angeblichen Privatbesitzes (bei zu versteuernden Gewinnen und Haircuts) befindet, Einfluss auf den Geldsegen der Steuerkassen nehmen möchte, hält sie sich an die staatlichen Experten.

In Deutschland funktionierte dies bis zum Juli 2011 so: Private Banken, unter ihnen Morgan Stanley, Goldman Sachs und Lehman, finanzierten eine sogenannte Initiative Finanzstandort Deutschland. Da diese keine Rechtsform hatte, konnten in ihr ohne jede parlamentarische Kontrolle das Bundesfinanzministerium und die Bundesbank Mitglieder sein. Am 11. Dezember 2008 bedankte sich bei einem Treffen der Initiative Josef Ackermann bei Peer Steinbrück für die ausgereichte Bankenhilfe. Steinbrück wiederum forderte die Initiative auf, ein "fokussiertes Modell der Politikberatung" (Zitat) vorzulegen, um die europäische Integration im Finanzsektor zu vollziehen.

Mit der Abstimmung am 26.10.2011 ist dies gelungen. Ab jetzt sind die rund zwei Billionen Euro jährliche Steuern der Bürger in den 17 Euro-Staaten eine zwangsgepfändete Verfügungsmasse für jene angeblichen Marktteilnehmer, die bei Nichtzahlung mit dem Bankrott drohen können.

Hinter ihnen allerdings stehen weniger böse Spekulanten, sondern etwa 100 Millionen Rentner und Pensionäre in den USA, Frankreich, Österreich, Belgien, Holland, Finnland und Deutschland, die glauben, "das System" könne ihnen aus Steuermitteln anstatt 1.000 Euro monatlich 2-10.000 Euro monatlich plus Krankenversorgung bezahlen.

Unser Sozialkapital ist nicht weg - es hat jetzt nur ein anderer. Wie lange noch? (Gast-Kommentar, derStandard.at, 27.10.2011)

Person Alexander Dill ist Vorstand des ersten "Post-Finanzkrisen-Wirtschaftsforschungsinstituts", des Basel Institute of Commons and Economics.

Kommentar posten
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Thun23
 
01
28.10.2011, 16:39
Steuer oder Kredit

Das Geld das durch Steuerbetrug nicht an den Staat bezahlt werden muszte wird ihm dann mittels einer Staatsanleihe gegeben.

Ich wuerd meine Steuer auch gern mittels Kredit an den Staat begleichen und Ihm dann vorwerfen wie ueberschuldet er doch ist.

Aber natuerlich gehts nur um das Sparbuch der alten Omas um das man sich Sorgen macht - drum keine Vermoegenssteuer und aehnliches, schon gar keine Grundsteuer, selbst wenn diese nur eine Bagatellsteuer waere.

Die 3,500 Reichsten besitzen zusammen soviel wie die 1.5 Millionen Aermsten in Oesterreich.

santa fe
 
31
28.10.2011, 15:37

das sozialkapital muss von der FI (finanzindustrie) zurückerstattet werden. die FI muss das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

finanzieren, das von der 99%-bewegung gefordert wird. auf diese weise wird das richtigerweise als "gepfändet" bezeichnete kapital direkt für jeden einzelnen ausgelöst bzw. zurückgezahlt.

vorgestern wurde eine US-umfrage veröffentlicht, derzufolge die zustimmung zu den 99ern in amerika bereits die ablehnung überbetrifft.

ein von der UNO eingesetztes expertengremium hat gestern generalsekretär ban ki-moon die globale einführung des BGE plus krankenversicherung für alle vorgeschlagen, und ban ki-moon hat diesen bericht als "entscheidend" bezeichnet.

http://www.bge-portal.de/

das BGE wird kommen.

Treibhauseffekt
00
1.11.2011, 19:52
Wie immer Unsinn!

LGM
00
28.10.2011, 20:53

Die Finanzindustrie wird das ganz sicher nicht finanzieren, wie käme sie auch dazu.
Finanziert kann ein BGE nur über steuern werden, die der arbeitende Teil der Bevölkerung zahlen muss. Dementsprechend wird auch die Höhe ausfallen.
Dieses ganze Gerede über das Raubrittertum der FI soll doch nur verschleiern, dass ein BGE massive Steuererhöhungen nach sich ziehen wird.

O5
31
28.10.2011, 14:17

Beim Titel des Artikels war mir sofort klar dass der Autor von diesem pseudowissenschaftlichen Humbug-Institut das sich in letzter Zeit sehr aggressiv versucht selbst zu vermarkten kommen muss ;-)))

Alexander Dill
01
28.10.2011, 22:48
Wieso erst "in letzter Zeit"?

Unser Institut muss sich seit seiner Gründung aggressiv vermarkten. Alle anderen Institute sind staatlich oder werden von der Grossindustrie finanziert (Bertelsmann-Stiftung, INSM).

Schwarz Grün
44
28.10.2011, 13:10
das ist ja süss .......

zuerst nehmen die staaten beim privatsektor und den finanzinstitutionen schulden auf, um anders nicht finanzierbare sozialleistungen und wahlgeschenke zu bezahlen, und wenn da diese gläubiger sagen, es reicht, wir glauben euch nicht mehr, dass ihr unserer geld jemals zurückzahlen könnt, dann kommt bei den sozialhilfeemfängern das grosse jammern: diese gauner (banken, spekulanten) wollen unsere wohlerworbenen rechte nicht mehr finanzieren.

sie haben es sich ziemlich nett eingerichtet in ihrem wolkenkuckucksheim - es ist zeit aufzuwachen und auf die erde zurückzukehren

wien 1220
 
00
28.10.2011, 17:04

Somalia als soziales Ziel?

saunaecho
00
28.10.2011, 16:41
Raubritter-Logik

Wie war das früher bei den Raubrittern ? Zuerst die Juden um Geld anbetteln und wenn sie es zurückhaben wollen, werden sie als Christusmörder totgeschlagen - so gehts den Banken heute. Dabei haben die Banken ja nicht ihr eigenes Geld für die Wahlgeschenke verborgt, sondern das ihrer Kunden, die nun auch ihr Geld zurückhaben wollen. Wenn man die auch totschlägt bleiben nur Bettler und Märchenerzähler übrig.

Heefcleeve
03
28.10.2011, 15:28

Ja, es ist Zeit, aufzuwachen und die Sozialhilfe für Reiche zu beenden...

Parkschwein
00
28.10.2011, 13:19

ja der ist wirklich witzig:

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 89,00.html

halt eine der zahlreichen varianten von "die anderen sollen zahlen" ohne jeglichen kontakt mit der realität.

Alexander Dill
01
28.10.2011, 22:44
Wir zahlen doch!

Vielleicht wissen Sie es nicht, aber wir zahlen:
www.hurrawirtilgen.de
Ab 17.11.2011 auch in Österreich.

Stadtmann
33
28.10.2011, 13:09
Beste Überschrift seit ich lesen kann

Und nochmal tausendmal Grün für den Untertitel. Das war das Beste seit es den Standard gibt. Herr Dill ich ziehe den Hut:
.."Mit der Abstimmung am 26.10.2011 ist dies gelungen. Ab jetzt sind die rund zwei Billionen Euro jährliche Steuern der Bürger in den 17 Euro-Staaten eine zwangsgepfändete Verfügungsmasse für jene angeblichen Marktteilnehmer, die bei Nichtzahlung mit dem Bankrott drohen können..." Meine Politikverdrossenheit steigert sich ins Unendliche. EUweite Wahlen her, sofort

Schwarz Grün
30
28.10.2011, 13:35
seit wann kannst du lesen ...... ?

und können alle menschen die lesen können auch denken?

fragen über fragen .....

Parkschwein
02
28.10.2011, 12:57

"Sollten nämlich die Bürger auf die Idee kommen, den Zins und die Tilgung für die Staatsanleihen nicht mehr bezahlen zu wollen"
kein wunder dass der autor nicht als finanzexperte gilt. sollten die bürger nämlich auf diese idee kommen, wird der staat keine einzige staatsanleihe mehr an den mann bringen, kein einziges windradl wird aufgestellt werden und die universitätsprofessoren bekommen dann auch erstmal garnix.

"Selbstvermehrung von Geld bestehenden"
das geld vermehrt sich nicht einfach so selbst, schließlich erleidet man dafür einen verlust an liquidität. außerdem werden die gewinne großteils von der inflation gefressen.

recycling
00
2.11.2011, 18:56

"sollten die bürger nämlich auf diese idee kommen, wird der staat keine einzige staatsanleihe mehr an den mann bringen."

Aber nein, die Bürger sind dabei nicht so wichtig.

In Zimbabwe wird dann die Notenpresse angeworfen (QE 0).

In den USA kauft die FED inzwischen schon bis zu 3 Billionen USD (QE 1-3).

In Europa hält man sich noch ziemlich vornehm zurück und weiß noch nicht so recht (QE ?).

obibiber
11
28.10.2011, 11:56

"Das Finanzkapital pfändet das Sozialkapital"

in aller kürze wohl gut auf den punkt gebracht, was da grade so abläuft.

Erwin Wolfram
02
28.10.2011, 11:37
nein sowas

missbrauchsopfer finden recht schwer anwaelte, banken leicht... wie kann das sein? liegt es vielleicht daran, dass die ausbildungsinstitutionen von nationalsozialisten durchsetzt sind...

Sternchen100
06
28.10.2011, 09:29
Vom Staat an Aktienspekulanten zwangsverhökerte Gehälter (=Abfertigungen)

Ja, in der Theorie steht seit Schüssel jedem Arbeitnehmer noch immer eine Abfertigung zu. Nur sieht er sie niemals wieder, denn a. wurde sie von den Tschüsseligen gekürzt und b. wird sie per Gesetz an den nächstbesten Aktienspekulanten, sprich private Pensionskasse, abgeführt. Dort bringt sie dem Arbeitnehmer NULL mal NICHTS, weniger als auf dem Sparbuch MINUS saftige Gebühren und Spesen dieser Kassen: man bekommt weniger heraus (!) als man eingezahlt hat. Gewinner ist somit: erraten, der Spekulant, der mit diesen Geldern an der Börse zocken darf, wo es kaum Kontrollen gibt, denn die wurden bekanntlich abgeschafft. c. Darf der Arbeitnehmer beileibe nicht zwischen den privaten Kassen frei wählen - nein, das macht der jeweilige Arbeitgeber!

AllesWieImmer
01
28.10.2011, 10:27
Sie haben recht

... extrem dubios.
Vor allem der Verfügungsanspruch ist ein Witz:
"Verfügungsanspruch nur bei Vorhandensein
von 3 Einzahlungsjahren UND der Beendigung eines
Arbeitsverhältnisses
durch
• Dienstgeberkündigung
• einvernehmliche Lösung
• Zeitablauf
• berechtigten vorzeitigen Austritt und
• Kündigung des Teilzeitbeschäftigten während eines
Karenzanspruches nach dem Mutterschutzgesetz
oder der Väterkarenz."

Die Kapitalisierung von "Pensionsansprüchen" insgesamt ist ja ein Witz: Dadurch dass die Renditen über dem Wirtschaftswachstum liegen sollen, geht das zu Lasten der Einkommen zu Lebzeiten! Solche Konstruktionen sind extrem Leistungsfeindlich, da nicht die Arbeit hochgehalten wird sondern "monetäre Aneignungsprozesse"

brix
00
28.10.2011, 08:59

das geht, solange wir so schwache politiker haben, ganz wie geschmiert. ein ehemaliger vizekanzler und finanzminister heute capo in der raiffeisenbank, was soll man da noch viel nachfragen!

LiTaiPe
04
28.10.2011, 06:35
chop suy...

eine vermengung von ein paar fakten die man nicht in einen topf werfen sollte

das kleine 1x1 geht immer noch so: staatsanleihen werden begeben weil ein staat offensichtlich geld braucht. d.h. mehr ausgaben hat als einnahmen

für was das liebe geld ausgegeben wird hängt von der budgetgebarung ab. hier sind themen wie sicherheit, sozial(leistungen), investitionen, und auch förderungen (erwähnte KMU initiativen etc.) ENTHALTEN! und ja - man glaube es oder nicht - der bürger entscheidet darüber bereits - in dem er/sie eine partei mit entsprechendem programm wählt!

größere investitionen die nie zu 100% mit eigenkapital finanziert werden können (ähnlich hausbau) benötigen "kredit" - damit werden aber "assets" für die zukunft geschaffen..

Sternchen100
12
28.10.2011, 09:40
Schmiergeldnehmer und Gauner überall!

Kann mir bitte einer sagen, ob wir neuerdings von der USA, der NATO und Merkel regiert werden oder noch von unserer eigenen Ö. Bundesregierung?! Sollen wir die Steuern zukünftig direkt an Deutschland abführen, oder direkt an die Deutsche Bank und Commerzbank?

Der ganze Schmofu wegen Griechenland, der hauptsächlich sich darum dreht, die Spekulationsbanken in Deutschland und Frankreich zu finanzieren!

Der "Haircut" auf 50% des Werts der Staatsanleihen, man hat bereits berichtet, dass diverse Banken ihre Anleihen um 35% verkauft haben und die neuen Besitzer sich jetzt auf 15% Gewinne in Milliardenhöhe freuen!

Außerdem hat der dt. Staat bewusst auf die Einflussnahme bei der Auszahlung der Bankerboni in Höhe hunderter Mio. Euro verzichtet!

LiTaiPe
04
28.10.2011, 06:47
eintopf..

d.h. er viel geschmähte "pump" ist an sich nichts schlechtes. es hängt einfach davon ab für was ausgegeben wird..

e.g. gute infrastruktur (high speed rail lines) sind kapital und stehen auf der asset seite einer staatsbilanz. die sind nicht nur ihr geld wert, sondern erhöhen auch das "sozialkapital", also vertrauen & teilnahme der bürger am gesellschaftssystem

darüber wird abgestimmt. man muss halt endlich verantwortungsvoll WÄHLEN und politiker die sich nicht ans programm halten zur verantwortung ziehen

die erwartungshaltung der 100m pensionäre (über fonds) sind eher im equity bereich zu sehen. mit immer höher erwarteten ROE renditen die zwangslos zu arbeitskostenreduktion (arbeitsplatzverlust) führen

also totales chop suy hier

her wig
02
28.10.2011, 09:01
Die Kreditfinanzierung hat sich ad absurdum geführt

wenn der Kreditrahmen voll ausgeschöfpt wurde und die Hauptanstrengung des Kreditnehmers darin besteht die Zinsen zurückzuzahlen - völlig ohne Aussicht auf Tilgung oder gar Genuss der Vorteile welche die kreditfinanzierten Investitionen hätten bringen sollen.

Schuldenfalle nennt man das. Griechenland wäre ohne Hilfe schon lange abgesoffen, bei Italien ist schwer zu sagen ob die noch frei sprechen können oder es nur noch blubbert weil der Mund schon unter Wasser steht, und fast allen anderen EU-Staaten steht das Wasser auch mindestens bis zum Hals.

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