Faymann mit F wie Fail

Kommentar | Rosa Winkler-Hermaden, 27. Oktober 2011, 15:01

Warum die Social-Media-Strategie des Bundeskanzlers trotz allem Potenzial hat

Ein Klick auf "Gefällt mir" reicht. Dann kann man verfolgen, was Werner Faymann und vor allem sein Team auf Facebook posten. 2,6 Millionen Österreicher sind auf Facebook, 2.300 Personen folgen nun dem Bundeskanzler, der die Plattform, wie er in seiner einleitenden Botschaft meinte, nutzen will, "um über Neues, Wichtiges für unser Land zu informieren".

Bei seiner Videobotschaft steht Faymann im Bundeskanzleramt vor dem Verhandlungstisch, an dem er normalerweise mit den Ministern seine wöchentliche Arbeitssitzung abhält. Sehr euphorisch wirkt er nicht, aber auch nicht extrem gelangweilt, als er mitteilt, dass es ihm "besonders wichtig ist, dass viele Leute in die Diskussion über die Zukunft Österreichs eingebunden sind".

Nach langer Ankündigung ist Faymann also online. Ein wenig verwunderlich ist es schon, warum es so lange gedauert hat, bis der Kanzler seinen Webauftritt präsentiert hat. Schon im Jänner hat er mitgeteilt, die Sozialen Netzwerke für sich nutzen zu wollen. Aber in Ministerien ticken die Uhren eben noch etwas langsamer.

An sich ist die Präsenz auf Facebook ein guter Gedanke. Wenn 2,6 Millionen Österreicher, also mehr als ein Viertel, die Plattform nutzen, steckt hier offensichtlich Potenzial drinnen. Der Forderung nach Bürgerbeteiligung und Demokratisierung könnte der Kanzler mit seinem Profil gerecht werden. Natürlich wird man sich noch ansehen müssen, inwieweit Kritik zugelassen wird bzw. das Kanzler-Team (oder gar Faymann selbst?) mit seinem Web-Publikum in Kontakt tritt.

Die Bevölkerung könnte, wenn die Seite gut betreut wird, profitieren. Faymann rückt näher an den Bürger, gewährt Einblick in seine Arbeit. Es ist ein zusätzliche Möglichkeit für ihn, sich zu präsentieren, aber auch für die Menschen, um sich ein Bild vom Bundeskanzler zu machen.

Von Anfang an war die Social-Media-Strategie mit Skepsis und Kritik begleitet. Im ersten Moment wundert man sich, warum ein Team von neun Leuten notwendig ist, um das Profil aktuell zu halten. Aber schließlich heißt es, dass das Faymann-Profil jeden Tag von 8 bis 22 Uhr betreut wird.

Besonders jene, die selbst auf Twitter oder Facebook sind, schreien auf. Obwohl sie ja auch von den Plattformen profitieren, indem sie diese regelmäßig als Sprachrohr nach außen nutzen. Die Kritik auf Facebook und Twitter ist aber ein wichtiger Teil der Debatte. Sie ist genauso wichtig wie Faymanns Auftritt selbst. In einem haben die Kritiker jedenfalls recht: Am erfolgreichsten sind immer jene Politiker auf Facebook und Twitter, die authentisch rüber kommen. Wenn ausschließlich ein Team für Faymann Meldungen abschickt, wird das nicht der Fall sein. Es ist ein großes Manko, dass Faymann nicht selbst seine Botschaften in die Tastatur klopft.

Aber das betreute Facebook-Profil ist immer noch besser, als Steuergelder für massenhaft Inserate auszugeben, wie das bisher und vermutlich auch weiterhin der Fall sein wird. Daran wird der Facebook-Auftritt auch nichts ändern.

Auch dem Kanzler-Double Werner Failmann kann man seit wenigen Tagen auf Facebook folgen. Er hängt den Kanzler noch um 300 Personen ab. Es wird interessant sein zu sehen, wie lange es dauert bis der echte Kanzler sein Imitat überholt hat. Facebook-Kaliber wie Heinz-Christian Strache, der mit seinem Publikum schon seit geraumer Zeit auf Facebook in Kontakt steht, wird Faymann ohnehin nie einholen. Der Chef der FPÖ hält derzeit bei 105.000 Facebook-Fans. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 27.10.2011)

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tomato tirol
00
8.12.2011, 12:09
@rosa

wenn man sich den artikel durchliest versteht man zuerst mal daß du von web2.0 nichts verstehst. ein dialogforum für monologe zu missbrauchen wird nie ein erfolg, auch wenn man alle erreichbaren pateimitglieder zu fans wrden lässt, erfolg im politischen kontext ist was anderes. solange die redaktricen des standard das nicht verstehen, wird dieser auch keine qualitästzeitung!

Orbit Ohne Zucker
00
29.10.2011, 07:38
Falsche Reihenfolge

Der Zweck der Seite wird beschrieben mit:

"Die Seite informiert [...] über die Aktivitäten Werner Faymanns in seiner Funktion als Bundeskanzler."

Selbstdarstellung von W. Faymann in seiner Funktion als BK.

Wenn man das liest, kann man sich einfach gaaar nicht vorstellen, dass das mit den Inseraten so gelaufen ist wie berichtet. Extrem unwahrscheinlich, dass der Werner 1 Million für sich wollte.

Würde das Team auch weiterarbeiten wenn Faymann nicht mehr Bundeskanzler ist?

Orbit Ohne Zucker
00
29.10.2011, 07:56
Like Zwang

und anscheinend gibts auch die "Ihr müssts uns Like-n" Parole. Wenn man ein bisserl durch die Liste der Personen blättert, die ein Posting liken, ist einmal sicher der Leo Szemeliker dabei (Pressesprecher oder so) und dann der Fraktionsvorsitzer der XY, der Jugendsekretär, der Gewerkschafter, usw, usw.

Kennen wir ja von anderen FB Auftritten von großen Organisationen.

Damit's nicht so leer aussieht, muss die Belegschaft "Gefällt mir" klicken, wenn der Chef was postet.

Spirogyra
00
28.10.2011, 19:38
"Die Bevölkerung könnte, wenn die Seite gut betreut wird, profitieren."

Solang der meine Farmville-Einladung ignoriert, wähl ich Ziegelsteine!

alpenfreund
00
28.10.2011, 17:55
Und Einsparungen anderswo

An den Unis werden Stellen, die es neuerdings ohnehin nur befristet gibt, nicht nachbesetzt, "weil die Uni kein Geld hat". An vielen anderen Stellen wird auch gespart aber offenbar nicht, wenn es um die Propaganda einzelner Politiker geht.

Lieber Herr Bundeskanzler, Politikverdrossenheit ist nicht die Folge mangelnder Internet-Präsenz.

aereo
00
28.10.2011, 16:59
Ein Mirakel

Im TV kommt er ja ganz brauchbar rüber, hat man den Eindruck er wäre besonnen und insgesamt ok. Aber in der Realpolitik wirkt er wie eine Null, Facebook und all die anderen Marketing-Bemühungen hin oder her. Eine Null an oberster Stelle ist natürlich ein Handicup fürs ganze Land.

Michael Haberler
03
28.10.2011, 16:02
Beträchtliche Bereitschaft zum Verbiegen

muss man schon haben, um diesem Teletubby-Spam noch irgendein 'Potential' zu attestieren

I'll shit on your nick
01
28.10.2011, 15:24
"Es ist ein großes Manko, dass Faymann nicht selbst seine Botschaften in die Tastatur klopft."

Das ist kein großes Manko, es führt die Idee des Mediums schlicht und einfach ins Absurdum.

Schlicht ein weiterer Marketingkanal mit Frohbotschaften und ein weiterer Weg Kritiker gegen eine gut gepolsterte Gummiwand laufen zu lassen.

Wie der Kanzler und sein Team kommuniziert (anstatt in einen Diskurs zu treten), wissen wir, dafür hat es Faymannbook nicht gebraucht.

Oh Je
31
28.10.2011, 13:21

Hoffen wir, dass Failman bald off-line ist.

aereo
12
28.10.2011, 13:18
Darauf pfeif ich

Jeder weiss daß der Wert dieser 'persönlichen Nähe' über Facebook u.ä. im Grunde zum vergessen ist, auch der Schreiber des Artikels. Dennoch lobt er die Möglichkeit Einblicke in die Arbeitswelt des BKs zu erhalten (normalerweise bedanke ich mich nicht dafür Werbung ansehen zu dürfen), und stellt die unvermeidlichen aber lächerlichen Follower-Vergleiche an, rechtfertigt also letztlich den Humbug daß uns 9 bezahlte Mitarbeiter 'Bürgernähe' vermitteln. Auf den Kindergarten pfeif ich.

archimed
10
28.10.2011, 13:05
FF wie FacebookFaymann

...jetzt wo viele wieder aus dem f-book und dem damit verbundenen dilemma aussteigen, steigt Faymann ein!

Klug oder bloß langsam?

tomato tirol
00
28.10.2011, 12:06
nicht vergessen 203.000

dh nahezu das doppelte hat "dieser seelenlose ziegelstein" da mag er sich anstrengen der feilmann und seine 9 lakaien

MAXIMA
00
28.10.2011, 11:44
... Facebook ???

... sucht Faymann Freunde, weil er keine hat? Sich messen wieviel Freunde man hat, ob man mehr als Strache oder Failmann hat, daraus Tendenzen für die nächste Wahl ablesen? Peinlich dieser einfältige Bundeskanzler.

Erwin Wolfram
00
28.10.2011, 11:38
...

aber in o3 sagt er jeden tag wie es ist, ich persoenlich zieh allerdings predigten von berufenen vor, denn die debilitaet und das unwissen hinter solidaritaet zu verstecken, die gar nicht existieren kann, denn dann muesste jeder buerger 10x pro tag die gewerkschaft anrufen kanns ja nicht sein....

aiuto
11
28.10.2011, 11:10
ich weiss net, warum mir der Fayman

immer so inkompetent vorkommt wenn er vcon Europa redet..... das ist doch alles nur wischiwaschi

David-Lauritz
11
28.10.2011, 10:19
Verzerrter Journalismus!

Der linke Standard puscht wieder einmal den linken Bundeskanzler. Von einer selbsternannten Qualitätszeitung erwarte ich mir mehr Ausgewogenheit.

Faeryl
21
28.10.2011, 13:36

erstens können sie auch gerne ein kommentar schreiben und vielleicht wird es auch veröffentlicht.

zweitens haben sie was falsch gemacht wenn sie unter faymann einen linken kanzler sehen.

zimbo
 
00
28.10.2011, 17:43
Vorstufe zum nationalsozial.

The Man with the Plan
03
28.10.2011, 10:16

Faymann kann gerne eine Facebook-Seite betreiben, aber aus der Parteikassa.

Die Seite erfüllt keine für Österreich relevante Funktion und ist deshalb nicht aus Staatsmitteln zu bezahlen.

king of smile
00
28.10.2011, 14:49

...und wie wird die Parteikasse gefüllt?

gracilis
110
28.10.2011, 08:01
Kann der F gar nicht selber machen ??

Persönlich finde ich den Failmann mit L ziemlich lustig, und dachte auch die 9 Facebook Mitarbeiter für den Faymann mit Y seien nur eine Wuchtel des Failmann mit L.
Bei allen ungerechtfertigten Beraterhonoraren, wie kann der Kanzler 9 Facebook Schreiberlinge rechtfertigen ??
Die restliche Welt leidet unter einer echten Finanzkrise, hier in Österreich drohen die Pensionisten mit Demonstrationen, und des Kanzlers Facebook Profil wird von 9 Beamten betreut ?? Geht's noch ??

Helmut71
08
28.10.2011, 07:10
Faymanns FB Profil

ist mir eigentlich egal - da kann auch nur virtuelle heiße Luft verbreitet werden wie sonst auch.
Was ich störend finde, ist, dass 9 Hanseln mit Steuergeld bezahlt werden, um diese virtuelle heiße Luft auf neuestem Stand zu halten Kritiken zu löschen.

Faymann versteht leider nicht, wie Demokratie funktioniert.

zimbo
 
00
28.10.2011, 17:45
Siehe EU,

je schlechter ein Produkt, desto mehr muss es beworben werden.

Faeryl
00
28.10.2011, 14:38

als ob es bei strache anderst wäre.

dessen mitarbeiter werden halt indirekt über die parteienfinanzierung gezahlt

TAO
 
04
28.10.2011, 09:01
Aber er weiß leider wie Propaganda funktioniert.

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