Kaum Heilungschancen

Alle neun Minuten stirbt ein Baby an Tetanus

27. Oktober 2011, 13:57

Mangelnde medizinische Versorgung und Hygiene

Köln - In den Entwicklungsländern weltweit stirbt alle neun Minuten ein Neugeborenes an Tetanus. Wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag in Köln mitteilte, sind 130 Millionen Mütter und ihre Babys in 39 Ländern von der Infektionskrankheit bedroht. Jeden Tag verlieren nach Unicef-Angaben 160 Neugeborene durch Tetanus ihr Leben.

Hauptursache für die Infektionen seien mangelnde medizinische Versorgung und Hygiene bei der Geburt. Ist der Erreger in den Körper gelangt, setzt er einen Giftstoff frei, der das zentrale Nervensystem angreift und unkontrollierbare Muskelkrämpfe verursacht.

Laut Kinderhilfswerk gibt es kaum Heilungschancen für die Neugeborenen - 95 Prozent der infizierten Babys sterben. Ziel sei es, Tetanus bei Neugeborenen weltweit zu besiegen, betonte Unicef. (APA)

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Kowosch
 
03
28.10.2011, 03:46

Und wie schafft man es - außer durch verbesserte Hygiene während und nach der Geburt - dem Neugeborenentetanus vorzubeugen?

Durch eine ausreichende Immunisierung der Mutter per Impfung!

So, wann kommen nun, wo ich dieses im Artikel fehlende "Reizwort" nachgeliefert habe, die üblichen Impfgegner und Krankheitsleugner hervor?

Michael Schmied
00
28.10.2011, 11:04
Am Kern des Problems vorbei - Hygiene ist das Problem Nr. 1 bei Neugeborenen in Afrika um gegen Tetanus zu schützen

Da Hygiene am teuersten ist, weil man dazu für eine vernünftige Verteilung des Reichtums sorgen muss, kommen bei Tetanus solche irren Impfideen zum Schutz der Babies in Afrika. Sicher, es gibt einen gewissen Nestschutz, und es ist zu hoffen, dass mehr Mütter geimpft sind. Dem Baby nutzt die Tetanusimpfung der Mutter aber fast gar nichts, wenn man den "Dreck" nicht vom Nabel weghält.

Die aktive Tetanusimpfung eines Babies ist sinnvoll, weil es die einzige Maßnahme ist, um die Krankheit zu verhindern. Um den Zeitpunkt kann man divergierender Meinung sein, da die dreimalige Impfung ab dem dritten Monat aus rein organisatorischen Gründen auf diesen Zeitpunkt empfohlen wird. Für das Neugeborene ist das aber aus naheliegenden Gründen zu spät.

Kowosch
 
00
28.10.2011, 23:20
"irren Impfideen zum Schutz der Babies in Afrika. "

Wenn Sie -was ja nicht nur zur Tetanusprophylaxe absolut sinnvoll ist- moderne Hygieneregeln z.B. allg. in Afrika verbreiten wollen, dann geht das auch nicht ohne Infrastruktur u. qualifizierte Mitarbeiter. Da ist es dann auch weder logistisch noch finanziell irgendwie "irrer" oder utopischer, gleichzeitig auch Impfungen durchzuführen.

Aber die Impfung der Mütter (!) schützt das Neugeborene durchaus - auch wenn sonst nicht alles optimal läuft. Neonatalen Tetanus verhindern Sie nicht durch die Impfungen ab ca. 2 Monaten postnatal!

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/artic... ool=pubmed

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16235306

Armutsbekämpfung etc. ist notwendig, aber es geht auch um das, was man jetzt sicher erreichen kann.

Michael Schmied
00
29.10.2011, 13:30
Statt irren könnten Sie auch irrig verwenden.

Gerade Nigeria ist Paradebeispiel. Trotzdem es reich ist, leben die meisten Menschen in Armut. Impfprogramme sind eine Art Augenauswischerei, wenn wegen mangelnder Hygiene die Babies sterben. Jedes gerettete Leben ist es wert sich einzusetzen. Wegen der mangelnden Hygiene sterben sie dann leider an Durchfallkrankheiten oder Malaria. Ich kann schon sehen, warum Sie das alles vom Blickwinkel des Impfens als Allheilmittel beurteilen. Aber, kein einziges Baby würde an Neugeborenentetanus sterben, wäre der Reichtum gerecht verteilt und die Infrastruktur mit der Hygiene da. Die Tetanusprogramme erreichen nicht alle, und der Erregerdruck verbraucht den Nestschutz. Die Studien erfassen nur die erreichbaren Populationen.

Kowosch
 
00
29.10.2011, 14:37
Mitnichten stelle ich Impfen als "Allheilmittel" dar,

und die Bedeutung von Malaria und Durchfallerkrankungen sind mir sehr bewußt.

Daß kein einziges Neugeborenes an Tetanus erkranken und dann - auch unter Intensivbehandlung ist die Letalität noch hoch - sterben würde, wäre die Hygiene besser und der Wohlstand größer, stimmt aber nicht ganz. Fraglos wäre aber die Fallzahl um Größenordnungen niedriger.

Aber was macht man, bis sich solche Standards - die sich auch nur in "erreichbaren" Populationen gut etablieren lassen - erreicht ist? Einige der Studien kontrollieren für Kofounder - ich nehme an, daß Ihr "nur ereichbare Pop." darauf abzielte? Die Impfung schützt auch da (s. links oben) anteilsmäßig.

Das mit dem "der Erregerdruck verbraucht den Nestschutz" mögen Sie bitte mal erläutern....

Michael Schmied
00
29.10.2011, 15:51
"die üblichen Impfgegner und Krankheitsleugner "

Da Sie sich auf den bequemen Weg des Impfens zurücklehnen wollten - inzwischen haben Sie es ja gemerkt - man muss Ihre Aussage zurechtrücken. Niemand hat etwas gegen Tetanusimpfung der Mutter, das ist aber nur ein kleiner Anteil der Gründe des Neugeborenensterbens in Afrika. Mit Hygiene erreicht man extrem viel mehr. Was nutzt der Nestschutz gegen das traditionelle Auftragen von Erde oder Kuhfladen auf den Nabel - nichts, der Erregerdruck ist zu groß, und das Terrain eines unvollkommenen Immunsystems zu ideal. Was ist mit B-Streprokokken, E.coli, Malaria, etc. Dagegen ist Ihr Tetanusimpfprogramm in Perspektive gebracht eben nicht der richtige oder ausreichende Ansatzpunkt.

Kowosch
 
00
29.10.2011, 16:35
Ich habe nichts "inzwischen gemerkt", Sie haben zu Beginn nicht richtig gelesen:

"Und wie schafft man es - außer durch verbesserte Hygiene während und nach der Geburt - dem Neugeborenentetanus vorzubeugen?" Klartext: Impfen -auch gegen Masern usw.- ist ein wichtiger Teil der allg. Krankheitsprävention. Nicht mehr, nicht weniger.

Und es ist wirklich sinnlos, wenn jemand nicht zu einem Thema diskutiert, sondern dann sagt "aber gegen Malaria hilft das eh nicht". Auch dazu habe ich doch schon was gesagt.

Wieso Sie nun aber das Impfen der Mütter als zusätziche und durchaus auch unter sonst schlechten Bedingungen Tetanus (! Wenn es eine Sepsis gibt, weil da Sch... auf den Nabel geschmiert wird, ist das ein verwandtes, aber doch anderes Problem, nicht Tetanus) verhindernde Maßnahme argumentieren, erschließt sich mir nicht.

Michael Schmied
00
29.10.2011, 17:09
Mehr als den Impfvorteil scheint es bei manchen nicht im Blickwinkel zu geben, weshalb auch gleich vom Anfang an Polemisiert wird.

Die Nabelhygiene ist nach Geburt der Hauptgrund an Tetanus zu erkranken. Das heißt dann meinethalben Tetanussepsis.

Die anderen Gründe in der Neugeborenenperiode zu sterben überwiegen da bei weitem.
Hier die Zahlen:
http://www.globalhealth.org/child_hea... ses_death/
Figure 1.5:
http://www.who.int/pmnch/med... tion_I.pdf

Tetanus ist einfach nur ein Miniaspekt, und jeder Euro investiert in den "Rest" schützt mehr Neugeborene als die eingeschränkte Impfsicht.

Fast die Hälfte aller Gründe des Neugeborenensterbens in Afrika wird mit Hygiene verhindert!

Vielleicht werden Sie die Zahlen überzeugen.

Kowosch
 
00
29.10.2011, 17:53
Sie polemisieren doch! Und nein, ich meinte nicht eine "Tetanussepsis", die es so gar nicht gibt. Ich meinte einfach eine ganz normale Sepsis etwa durch Fäkalkeime oder Staphylokokken o.ä..

Sie brauchen mich wirklich nicht über Ursachen der Säuglingssterblichkeit in Afrika zu belehren. Ich habe dort schon in KHs und außerhalb medizinisch gearbeitet. Und wenn Sie meine Beiträge gelesen hätten, würden Sie auch mitbekommen, was ich schreibe.

Ich sehe aber, daß Sie offenbar eigentlich die Impfungen mit Strohmannfakten diskreditieren wollen. Daß die Tetanus-Impfung nämlich unabhängig und auch zusätzlich zu den dringend notwendigen anderen Maßnahmen -sauberes Trinkwasser, Hygiene allg., Malaria etc. bis hin zu Waffenhandelsverboten- viele Menschen rettet, dagegen läßt sich einfach nicht wirklich argumentieren. Geld? Mehr nehmen/fordern! 2% der neonatalen Gesamtmortalität - das sind, bei den absoluten Zahlen ! - keine Peanuts!

Michael Schmied
00
29.10.2011, 18:41
Polemisieren schadet den Neugeborenen - besonders von Impffanatikern

Wenn wer, wie Sie, als initiale Antwort auf einen Artikel über Tetanus gleich über die "üblichen Impfgegner und Krankheitsleugner" herzieht, braucht sich nicht zu wundern wenn es zurückschallt.

Erinnert ein bischen an die bürokratische Weltsicht, die das Hauptproblem gar nicht in der Lage ist zu erfassen. Klar, dass Tetanusimpfung der Mutter absolut wichtig ist. Das tetanusgeschützte Neugeborene verstirbt dann halt an den anderen Dingen.

Der 1 Euro auf die Tetanusimpfung verhindert alle 9 min einen Neugeborenentot, oder alle 10 Sekunden einen wenn man auf Hygiene setzt (Tetanus verringert sich dabei automatisch mit).

Ich glaube jeder normale, nicht polemisierende weiß dann wo die Priorität ist.

Kowosch
 
11
29.10.2011, 21:19
Sie tun so, als würde es eine fixes Budget geben und egal, was man dafür erreichen könnte,bliebe es gleich groß. Sei es nichts, schrumpfte es nicht,

könnte man Malaria eradikieren, wüchse es sich nicht für diese Maßnahmen. Das stimmt so aber nicht (siehe u.a. diverse Stiftungen). "Stirbt dann an was anderem" - ja, da könnte man dann eh ALLES lassen.

Weiterhin sollten Sie mal den Ausdruck "Impffanatiker" mit Inhalt füllen - u. zeigen, wo ich ein solcher wäre. Der Begriff kommt meist aus einer bestimmten Ecke.

Vielleicht fühlten Sie sich deshalb von meinem initialen Beitrag angesprochen? Ich schrieb ihn, weil ich mich an ähnliche Artikel hier erinnere, wo dann in der Tat der realitätsfremdeste Kram geschrieben wurde. Irgendwann auch mal, daß Tetanus eh nicht schlimm u. super zu behandeln wäre. Es ist aber ein qualvoller, vermeidbarer Tod. Haben Sie das schon mal gesehen, Herr Schmied?

Michael Schmied
10
29.10.2011, 22:42
Hauptursache für die Infektionen seien mangelnde medizinische Versorgung und Hygiene bei der Geburt.

Das habe Sie erst eingebracht, die ausreichende Immunisierung der Mutter, mit überheblichem Tonfall. Impffanatiker ist dann schon die richtige Idee. Hätten Sie in einem sachlichen Tonfall ohne Verunglimpfung geschrieben, und gedacht, wäre das in Ordnung gewesen.

Falls Sie in Afrika gearbeitet haben, was ich anzweifle, wären Ihnen sicher die Ursachen des Neugeborenensterbens aufgefallens wie es die WHO in den Links auflistet.

Sicher die UNICEF und Pampers trommeln die Werbung bei der Presseaussendung, die dem Artikel wohl zugrunde legt. Pampers verkauft mehr Windeln, UNICEF bekommt mehr Geld für Tetanusimpfungen.

Der Autor des Artikels kennt sich aber wohl etwas mehr aus und konzentriert sich auf die Hygiene. Seien Sie sachlich!

Kowosch
 
00
30.10.2011, 16:18
UNICEF und Kiwanis haben das Thema neonataler Tetanus wieder mal aufgegriffen:

http://www.huffingtonpost.com/2011/06/1... 75197.html

Es ist aber schon lange eine Initiative der WHO. Wieso Sie da nun mit Pampers kommen, wissen wohl nur Sie.

Ansonsten gehen Sie ja inhaltlich auf nichts ein. Und überlesen wieder alles, was Ihnen nicht in den Kram paßt. Oder zweifeln das dann an.

Wie wichtig Hygiene ist - nicht nur wg. MNT - stand nie in Zweifel. Aber Sie scheinen da halt (vorgeblich) einen sehr utilitaristischen Ansatz zu propagieren. Konsequent zuende gedacht sollte dann auch statt jeglicher Therapien z.B. in Österreich das so frei werdende Geld in Gesundheitssysteme in z.B. Afrika gesteckt werden, denn da retten Sie mehr Menschen für das gleiche Geld.

Michael Schmied
00
30.10.2011, 18:29

Hätten Sie die Seite der Unicef Köln gelesen. Wahrscheinlich sind Sie aufgrund des Alters(?) auch noch nie vor einer Pampers-Packung gestanden. Dann wäre Ihnen auch der Zusammenhang Unicef-Tetanus-Pampers bewußt.

Das Gewissen können Sie ruhig mit der Konzentration auf die Tetanusimpfung beruhigen, aber evidenzbasiert sind das nur 6% der Ursachen des Neugeborenensterbens (WHO-Zahlen im Link oben). Hygiene ist da vielfach mehr Wert, weil es nicht nur eine einzelne Ursache teilabdeckt.

Sie werden sicher ein guter Arzt o.ä. werden, aber vom hohen Ross des Polemisierens gegen differenziertes Einsetzen der Ressourcen und Abwertens solch eine Ansicht im Vorhinein als "Impfgegner und Krankheitsleugner" ist einfach dumm.

Kowosch
 
00
31.10.2011, 01:26
"aber evidenzbasiert sind das nur 6% der Ursachen des Neugeborenensterbens"

Ja, das ist ja auch gar nichts...

Meine Güte, Sie sind aber auch echt ein überheblicher Laberhannes. Das muß ich mir nicht mehr antun.

Auch ein Tipp für Sie: Schauen Sie, wenn Sie Mutmaßungen über Ihren Diskussionspartner anstellen (Alter, Berufserfahrungen etc.), in der Absicht, diesen irgendwie zu diskreditieren, diese Mutmaßungen aber 1) ohne nachvollziehbare Herleitung bleiben und 2) falsch sind, dann werden Sie wegen 1) beim unbeteiligten Leser merkwürdig herüberkommen und zudem wegen 2) beim Diskussionspartner etwas als Psychofall in Erinnerung bleiben.

Michael Schmied
00
31.10.2011, 12:59
Von den WHO-Zahlen ist glasklar wo am besten geholfen wird. Das steht auch im Standard-Artikel.

Da Sie von Ihrer medizinischen Afrikaerfahrung schreiben. Vielleicht habe ich mich getäuscht, aber irgendwie passt das nicht zu einer Vor-Ort Erfahrung in den Gegenden um die es in dem Artikel geht.
Im Supermarkt die Pamperspackung ansehen. Dann werden Sie sehen, warum ich nichts gegen die Tetanusimpfung habe. Oder auf deren Webseite können Sie gleich mitmachen. Zwei Mal klicken rettet schon wieder ein Neugeborenes.
Leider wollen Sie nicht zugeben, dass das nicht gegen den Rest der Gründe hilft trotzdem dann zu sterben, und auch nicht gegen den zu hohen Tetanusdruck, der durch Hygiene erst beseitigt wird.

Die Diskussion war sehr anregend, und ich werde die WHO-Zahlen noch weiter durchlesen. Hoffe Sie bleiben mit dem Impfen am Ball.

marty fink
00
29.10.2011, 21:34
Interessant!

Der einzige, der hier diskutiert sind sie!
Leider nur mit Strohmännern...

Michael Schmied
00
30.10.2011, 14:44

Uninteressanter Kommentar, da ohne Inhalt. Ändert nichts an den Fakten. Schade, eigentlich.

marty fink
00
30.10.2011, 17:40
Welchen Fakten?

Ihren Fakten?
Ellenlanges Blabla ohne Inhalt, da bleib ich lieber bei gschmackigen kurzen Sätzen, auch wenn's Impfgegnern wie ihnen nicht passt!

Michael Schmied
00
30.10.2011, 19:19

Null Info und polemisieren, typisch für den Impffanatiker der einfach gestrickt ist. Komplexe Zusammenhänge, auch wenn bereits durch die WHO aufgearbeitet, werden nicht begriffen.

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