Bildungsmanifest präsentiert

SP-Akademiker für Abschaffung von Ziffernnoten

27. Oktober 2011, 12:03

Master für alle Lehrer - Gemeinsame Schule für 6- bis 14-Jährige - Gegen Studiengebühren

Wien - Gegen Ziffernnoten als Leistungsbewertung und für eine gemeinsame Ganztagsschule der Sechs- bis 14-Jährigen plädiert der Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) in seinem heute präsentierten Bildungsmanifest. Kern ebendieses ist laut BSA-Präsident Andreas Mailath-Pokorny die Forderung nach einem "leistungsstarken und chancengerechten Bildungssystem". Noch immer werde Bildung vererbt, als Gegenmaßnahme brauche es ein "politisches Bekenntnis zu Bildung und eine ausreichende Finanzierung auf allen Ebenen des Bildungssystems".

Kein Frontalunterricht

Den von der Koalition beschlossenen Ausbau der Neuen Mittelschule (NMS) begrüßt Mailath-Pokorny zwar als "wichtigen Schritt" - dieser löse jedoch "nicht den Anspruch nach einer gemeinsamen Schule". Wenig hält er vom Festhalten an Schultypen, so der Wiener Kulturstadtrat in Richtung ÖVP, die sich vehement für den Erhalt der AHS ausspricht. Ebenso wie die AHS sollen nach Vorstellung des BSA, der auch die Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens von Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch betonte, künftig Noten und Frontalunterricht der Vergangenheit angehören und in der Oberstufe ein Kurssystem eingeführt werden.

Die gemeinsame Schule geht für die Verfasser des Manifests nur Hand in Hand mit einer gemeinsamen Lehrerausbildung, im Rahmen derer alle Lehrenden - sowie "weitgehend" die Kindergartenpädagogen - ein Masterstudium an einer Hochschule absolvieren sollen. Die Pädagogischen Hochschulen (PH) sollen nach Vorstellung des BSA zu "eigenständigen pädagogischen Universitäten ausgebaut werden"; eine Kooperation zwischen PH und Universitäten sei zwar notwendig aber "keine Dauerlösung". Im Manifest offen bleibt, "wer in weiterer Folge die Federführung übernimmt", so FSG-Lehrergewerkschafter Stefan Wenka.

Gegen Studiengebühren

Sowohl an den Schulen als auch an den Universitäten fordert der BSA "mehr Demokratie", allen voran mit der Wiedereinführung der Direktwahl der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). Die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in Aussicht gestellte Hochschulmilliarde deckt indes "nur das Allernotwendigste ab", meinte Mailath-Pokorny, der erneut die Ausfinanzierung der Unis forderte und sich "selbstverständlich" gegen Studiengebühren aussprach.

Im Rahmen eines Hochschulplans müsse das Uni-Budget auf zwei Prozent des BIP bis 2015 angehoben, ein besseres Betreuungsverhältnis geschaffen, mehr Studienplätze ermöglicht und inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden. Letztere sollen nicht mit Platzbeschränkungen einhergehen, wie Mailath-Pokorny auf Nachfrage betonte. "Studentenströme leiten heißt für uns intensiv im Vorfeld informieren und berechnen, wie viele Studienplätze es in welchen Studiengängen braucht." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 63
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Josef J Borbely
00
23.11.2011, 15:36
multiple choice test

die Lehrerschaft könnte einen Jahresbericht der einzelnen Schülern in einer Art "multiple choice test" Ausfüllbogen erstellen, - mit was weiß ich, mit offenen+geschlossenen Fragen, Skalierungsfragen, mit Icons, etc.. Oder es gibt einen vorgefertigten "multiple choice Jahresbericht" des Bundesministeriums. Nach eigenen Kriterien, je nach Fach, Schulstufe etc. Das ist dann offensichtliche transparente Fremdbildbestimmung von Lehrerinnen/Lehrer zu Schülerinnen/Schüler. Natürlich kann in umgekehrter Weise auch die Schülerschaft ein Feedback geben. Die Wahrnehmung/Fremdbild sollte zumindest von zwei Lehrerinnen oder Lehrer erfolgen.

RoJa
 
00
14.11.2011, 15:30
Zitat: Kern ebendieses ist laut BSA-Präsident Andreas Mailath-Pokorny die Forderung nach einem "leistungsstarken und chancengerechten Bildungssystem". // FALSCH: In dieser Debatte geht es um IQ vs. EQ!

Nachdem man die sagenhaften Ergebnisse der PISA – Studie für Österreich auf dem Tisch hat, werden diese sofort abgeschmettert, mit der Erkenntnis, dass nicht mehr der IQ sondern seit neuesten der EQ (Fähigkeit, die eigenen und fremden Gefühle wahrzunehmen) wichtiger sind. Ein deutliches Bekenntnis in diese Richtung, zeigt wohl auch die Forderung des Bundes sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) in ihrem präsentierten Bildungsmanifest „Gegen Ziffernnoten als Leistungsbewertung“, auf.
Da kommt doch wieder das Sprichwort: „Deppert kannst eh sein, nur helfen musst du dir können“ zum Tragen. (Vielen unserer Regierungspolitiker ist es bereits gelungen.) Schau ma mal.

RoJa

Zara von Thustra
01
5.11.2011, 14:59

Warum können all diese Schuleverbesserungsexperten nicht endlich einmal freiwillig ein Jahr lang den ununterbrochen wie automatisch auf -u. zuklappenden Schnabel halten und den Wenigen zuhören, die tatsächlich etwas zu sagen haben????

Folgendes...
 
01
31.10.2011, 11:36
Kapier ich nicht...

'Gegen Ziffernnoten als Leistungsbewertung und für eine gemeinsame Ganztagsschule der Sechs- bis 14-Jährigen plädiert der Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) in seinem heute präsentierten Bildungsmanifest. Kern ebendieses ist laut BSA-Präsident Andreas Mailath-Pokorny die Forderung nach einem "leistungsstarken und chancengerechten Bildungssystem". Noch immer werde Bildung vererbt, als Gegenmaßnahme brauche es ein "politisches Bekenntnis zu Bildung und eine ausreichende Finanzierung auf allen Ebenen des Bildungssystems".'

Was hat denn "Bildungsvererbung" mit "Noten" nun genau zu tun???

mountaineer
11
30.10.2011, 20:00

Um eine rechtlich verbindliche, faire und nachvollziehbare Grundlage für die Leistungsbeurteilung zu schaffen, muss es eine überschaubare Anzahl normierter Formulierungen geben, die die Leistung der Schülerinnen und Schüler ausdrücken sollen.
Wenn diese Formulierungen in Klassen eingeteilt werden, wird sich zwangsläufige eine Abstufung auf einer Skala ergeben, die man wiederum mit Ziffern verorten wird können/sollen/müssen. Die Gründe sind pragmatischer Natur.

Im Übrigen ist die momentane Beurteilungsskala eh eine mit verbalen Noten, die halt der Einfachheit/Sparsamkeit halber mit Ziffernkürzeln korrelieren.

annea
01
7.11.2011, 15:29

genormte Formulierungen? Dann kann man gleich bei Noten bleiben. Ich hätt kein Problem damit, das Notensystem abzuschaffen, aber dann in Verbindung mit der Einführung von Maßnahmen wie Pensenbücher etc, damit der Lernzuwachs für jeden Schüler einzeln dokumentiert werden kann. Würd ich sofort machen, auch im Mathematikunterricht.

Folgendes...
 
10
31.10.2011, 11:29
Sehe ich genauso...

Problematisch ist nur, dass Kinder gleichen Wissens von unerschiedlichen Lehrern unterschiedliche Noten bekommen können. DAS sollte man angehen. Noten per se finde ich ein sehr gutes Mittel - man könnte aber evtl. über die Range diskutieren.

Ein Notenspektrum von 1-10 (wie in manchen Ländern) erlaubt eine differenziertere Beurteilung als nur 4 positive Noten.

RS69
 
00
10.11.2011, 12:58

Die Aussage wird nicht schärfer, wenn's aus der Hüfte auf eine 10er Skale schätzen.

Folgendes...
 
10
31.10.2011, 11:32
Ergänzung...

Sehen wir uns http://www.bildungsserver.com/inhalt.ph... ed4e1517f0 an:
"Mit "Sehr gut" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt."

Wenn eine Volksschullehrerin diesen Maßstab anlegt - wird kaum ein Kind in der 3./4. Volks eine 1 bekommen können... Und das wird sich nachteilig auf die nächste Schulauswahl auswirken...

Mr.Tumnus
27
28.10.2011, 20:52
Wieder mal ein paar "Experten".

Gegen Frontalunterricht hört sich ganz super an!
Es gibt guten und schlechten Frontalunterrricht genauso wie guten und schlechten offen Unterricht. Eine Methode an sich ist weder besser noch schlechter. Es gibt Lehrer, die tollen Frontalunterricht machen, bei der Vorbereitung und Durchführung von Gruppenarbeiten jämmerlich scheitern. Selbiges gilt natürlich auch umgekehrt.
Frontalunterricht ist eine Unterrichtsmethode, die viele Vorteile hat, und - gut gemacht - sehr viel bringt und seine Berechtigung hat. Methodenvielfalt ist wichtig!
Also bitte endlich weg von den simplen Rezepten!!!

RS69
 
20
10.11.2011, 12:59

Frontalunterricht ist schlechter.

Weil sie die Lernenden nicht aktivieren, und nur einen geringen Teil der möglichen Kommunikationskanäle nutzen.

torch
 
00
17.11.2011, 15:49

Für den Basiswissenstransfer ist Frontalunterricht unerlässlich, für die Anwendung und Diskussion jedoch Gruppenarbeit gut geeignet.

RS69
 
00
17.11.2011, 18:54

Kann man diskutieren.

Die Frage ist, wie man Basiswissen definiert.

Und wie man Frontalunterricht definiert. Präsentationsblöcke gibt's immer, Frontslunterricht würde heissen: Die ganze Zeit, oder den Grossteil.

torch
 
00
17.11.2011, 22:06

Schulunterricht ist keine Vorlesung, daher ist an einer Schule der Unterricht ohnehin kein Frontalunterricht, da der ja zumindest durch mündliche Prüfungen, Tafelübungen und Bankfragen aufgelockert wird.

RS69
 
00
18.11.2011, 08:23

Gute Vorlesungen sind auch kein Frontalunterricht, da sie zumindest durch Diskussionen, Bankfragen, Übungen etc aufgelockert werden. ;-)

Frontalunterricht halt ich immer für schlechter - wichtig ist die Interaktion und das Eingehen auf die Zuhörer - nicht der unidirektionale Informationsfluss.

mika33
12
28.10.2011, 11:16
Das sind dümmliche Forderungen.

Dirty Sanchez i.R.
 
11
28.10.2011, 09:53
Viel Spaß

beim eventuellen Umzug ins Ausland.
Dem Schuldirektor wird eine Benotung der Kategorie "fleißig und bemüht, aber ein wenig ungenau im Arbeiten" für die Einstufung des Schülers eine grooooße Hilfe sein. So groß, daß er ihn automatisch um zwei Jahre zurückreihen wird, bevor er sich die Mühe macht zu versuchen, das in sein Notensystem umzurechnen.
Wilkommen im vereinten Europen, meine Damen und Herren vom BSA.

Kirian Lu
20
28.10.2011, 10:21
aha

und was bitte sagt "befriedigend" aus?

D/E
12
28.10.2011, 15:03
Das kann man in der Leistungsbeurteilungsverordnung jederzeit nachlesen:

"Mit "Befriedigend" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen zur Gänze erfüllt; dabei werden Mängel in der Durchführung durch merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit ausgeglichen."

Quelle: http://www.bildungsserver.com/inhalt.ph... ed4e1517f0

Dirty Sanchez i.R.
 
04
28.10.2011, 10:44
Die Ziffer 3 auf einer Skala von 5

lagrangian
02
28.10.2011, 09:27

abgesehen von der eher simplen forderung, "mehr geld für die universitäten", ist das nur jenseitig.

kakaniengeist
23
28.10.2011, 08:33
abschaffung von ziffernnoten! damit haben wir sie, die jahrtausendreform im bildungswesen!

und als ersatz dafür nebulose standardfloskeln, die alles und gleichzeitig NICHTS aussagen.

aber keine panik, wenn die absolventInnen dann den arbeitsmarkt betreten, werden sie *ausgesiebt*, dass es nur so eine *freude* ist.

dann ist es vorbei, mit den streicheleinheiten der pädagogischen irrläuferInnen.

keywords
60
28.10.2011, 10:23

was ist aussagekräftiger?

3

oder:

sehr toller stil, aber die gross-klein schreibung muss dringend geübt werden

RS69
 
00
10.11.2011, 13:00

3.

Weil sonst nicht klar ist, ob er ab und an Fehler macht oder jedes zweite Wort falsch schreibt.

m rams
01
31.10.2011, 10:05
Also die Ziffernnote sagt aus, dass er ein

mittelmäßiger Schüler ist.
Bei der verbalen Beurteilung würde ich (vor allem als Arbeitgeber) erst mal stutzig werden. "Toll" steht einerseits für großartig und andererseits auch für einfältig, oder einen herumtollenden Verrückten, der auf jeden Fall nicht rechtschreiben kann.

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