ÖVP und Grüne

Behindertensprecher für Abschaffung der Sonderschulen

27. Oktober 2011, 11:01
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    apa-foto: robert jaeger

    Helene Jarmer: "Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sollen mittendrin im Schulgeschehen und nicht nur dabei sein."

Huainigg und Jarmer für gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung

Wien - ÖVP- und Grünen-Mandatare engagieren sich gemeinsam für die Abschaffung der Sonderschulen in Österreich. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung sollten gemeinsam unterrichtet werden, forderten Franz-Joseph Huainigg (ÖVP) und Helene Jarmer (Grüne) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Als Vorbild nahmen sich die beiden den Tiroler Bezirk Reutte, wo mittels Übergangsphase ein derartiger Wechsel gelungen sei.

"Es ist nicht üblich, dass Vertreter von Regierungs- und Oppositionsparteien sich zusammentun", merkte Huainigg an. Grund sei, dass es sich beim gemeinsamen Unterricht um eine wichtige Botschaft handle. Auch Jarmer betonte das gemeinsame Ziel, Menschen mit Behinderung den Zugang zu gleicher Bildung zu verschaffen.

"Inklusiver Unterricht"

ÖVP und Grüne setzen auf "inklusiven Unterricht". Das heißt, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen "mittendrin" im Schulgeschehen und nicht nur dabei sein sollten. Dabei gelte es, Unterrichts- sowie Prüfungsmethoden anzupassen sowie Talente mittels persönlicher Assistenz zu fördern. So könnte behinderte Kinder ebenso am Turnunterricht teilnehmen.

"Nicht das Kind ist das Problem, sondern das Umfeld", sagte Roland Astl, Leiter der Sonderpädagogischen Beratungsstelle Reutte. Das Sonderschulkonzept sei auch deswegen abzuschaffen, da dies oft willkürlich funktioniere. So gebe es auch in den Bundesländern starke Schwankungen beim Zuspruch von sonderpädagogischem Bedarf. Astl: "Das Recht auf inklusiven Unterricht gilt für alle Kinder." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
1 2
insigma
00
24.1.2012, 19:57
die alte leier in österreich:

"alles soll so bleiben, wie es immer war, schliesslich simma bis jetzt ganz gut gefahren damit."

menschen mit behinderungen sind gleichberechtigter teil unserer gesellschaft; sie bereits im kindesalter davon auszuschliessen ist für niemand in der gesellschaft gesund. viele jammern über die "leistungsgesellschaft", letzten endes bilden wir die aber alle gemeinsam und anstatt zu jammern kann man ja selbst aktiv auf andere menschen zugehen, was natürlich schwierig wird, wenn man bereits selbst ein system durchlaufen hat, in dem behinderte menschen einfach nicht vorkommen, ausgeblendet, gibts nicht, hats nicht zu geben.

um die weihnachtszeit wird das gewissen mit einer spende an oder einem einkauf bei der lebenshilfe ruhiggestellt, prost!

Briefmarkenkleber
00
24.11.2011, 15:45
Parteiblatt

mountaineer
15
1.11.2011, 09:05

und beim formel-1 rennen dürfen jetzt auch allradfahrzeuge und seifenkisten mitfahren.

allerdings ohne, dass mehr streckenposten eingesetzt werden.

viel spaß!

KammerlExperte
00
9.11.2011, 15:22
Sie verwechseln sportlichen Wettbewerb in der jeweiligen Klasse

mit Bildung ;-).

Warum sollen körperbehinderte Kinder nicht mit nicht-
behinderten Kindern in einer Klasse sitzen?

Ach so ich vergass das Körperbehinderung
ansteckend ist.

Ansonsten sind wir international im Behindertensport
besser aufgestellt wie im Nichbehindertensport.

MfG

D/E
04
28.10.2011, 19:51
Die Hinterfotzigkeit der ÖVP-Bildungspolitik

ist nicht mehr zu übertreffen: Ohne auch nur mit einer Silbe zu erwähnen, was Inklusion bedeutet (und was man dazu braucht), putzen wir uns also in Zukunft am Lehrpersonal ab.

Wie unser Bildungssystem in den letzten Jahren kaputt geredet und dann tatsächlich totgespart wurde, ist beispiellos.

stall
00
28.10.2011, 10:58
hoffentlich wiederholt sich die geschichte

und auch die, die das ganze schlamassel verursachen, bezahlen.

A. Sieberer
18
28.10.2011, 09:43

Die Vorstellung Sonderschulen ganz abzuschaffen ist genauso verantwortungslos wie das schnelle Abschieben gut integrierbarer Kinder.

Erich_1
06
28.10.2011, 09:11

Sowas kann nur vorschlagen, wer nicht weiß, was da auf alle Beteiligten zukommt.

Das ist ein Nachteil für alle.
Woher kommt plötzlich der Wahn, dass Alles und Jeder integriert werden muss?
Es wird einfach ausgeblendet, dass viele Menschen unterschiedliche Betreuung/Förderung/Umgang brauchen und das, was für die einen wichtig ist, die anderen stört/hindert.

Das Resultat wird sein, dass die Behinderten weniger betreut, die Normalen überreizt und die Hochbegabten unterfordert sind.

hagane
00
31.10.2011, 12:27
und das, was für die einen wichtig ist, die anderen stört/hindert.

und genau das gehört gelernt damit umzugehen.
vieles an problemen ist einfach eingeredet. immer wenn ich mit behinderten menschen zusammen gearbeitet habe gab es nicht mehr probleme, sie zeigten sich nur anders.

allerdings sehe ich das alte problem der zu großen klassen und schlecht ausgebildetet pädagogen. würde man in der jetzigen situation alle sonderschülerInnen in normale klassen geben, wäre das in der tat ein problem.

Eric der coole
01
28.10.2011, 17:46
außerdem

wollen viele betroffene und ihre eltern das gar nicht, der letzt schutzraum wäre weg, in normalschulen wurden sie gehänselt und gemobbt, wie wir das tausendfach kennen...aber das ist denen völlig egal...

Birgit 68
00
26.11.2011, 20:05

Wenn sie jemanden zum Mobben brauchen, dann finden sie schon wen. Ich bin nicht für die Abschaffung der Sonderschulen, aber Mobbing wird durch den Betrieb von Sonderschulen nicht verhindert. Es werden halt andere gemobbt. Weniger angepasste (was immer man darunter auch verstehen mag) werden in Stresssituationen immer gemobbt, und es werden auch immer Opfer gefunden.

eva lindt
 
05
28.10.2011, 01:12
das sind ja alles schöne worte

und prinzipiell wäre ich auch dafür. nur machen mich die erfahrungen einer befreundeten familie stutzig. deren sohn ist in einer integrativen schule und hat einen klassenkameraden mit behinderung. leider beharrt der die ganze zeit darauf, sein geschlechtsteil zu entblößen und verfällt zuweilen in unkontrollierbare schreiphasen. es klang so, als wären sowohl die klasse als auch die lehrer komplett paralysiert dadurch. und irgendwie tun sie mir alle zusammen leid. der junge mit der behinderung scheint einfach überfordert zu sein durch die situation. was bitte macht ihr dann mit solchen kindern?

Eric der coole
02
28.10.2011, 17:48
eben

deswegen lassen wir ja die eltern solcher kinder entschdien, wo sie hingehen und versuchen als sonderschulen auch diesen schwierigen kindern eine cahnce zu geben - leider kürzt man uns seit jahren die stunden bis dato haben wir 33% verlroen und die kinder müssen halt so mitgeschleift werden - zum wahnsinnigwerden...

hard candy
10
27.10.2011, 22:57

Ich bin mir auch sicher, dass es da anfangs viele Probleme geben wird, aber trotzdem: Vielleicht ist das der Kick in den A..., den die Gesellschaft braucht, um die nächsten Generationen wieder mit der Selbstverständlichkeit, dass es auch Anders-heit gibt, aufwachsen zu lassen.
Einzige Sorge, die ich habe, ist dass dann die Privatschulen aus dem Boden schießen werden (nach dem Motto "mein Kind ist genial und soll nicht mit Behinderten lernen müssen") und wir dann trotz offiziell gemeinsamer Schule bis 14, die es früher oder später sicher geben wird, erst recht nach Einkommen separieren. Ich kenne jetzt schon viele, die Ihre Kids in Privatschulen geben, nur damit keine "Türken" in der Klasse sitzen.

KammerlExperte
00
9.11.2011, 15:26
Nur blöd wenn nach der Schule

ein Türke, oder vielleicht ein Schwarzer der Chef ist.

Die Borniertheit ist sagenhaft, aber auf wichtig den
FreundInnen erzählen wie lecker die Falafel waren.

Daisy Lord
02
29.10.2011, 06:23

Ich kenne Türken oder Serben, die ihre Kinder in Privatschulen geben, weil ihnen an den öffentlichen Schulen zu viele Ausländer sind.

Dimple
00
28.10.2011, 11:09
Darum geht es doch gar nicht

Mein Sohn geht in eine I-Klasse, ohne I-Kind zu sein - gar kein Problem. Die langsameren Kinder (I-Kind oder nicht) oder das Rolli-Kind (mit zusätzlicher Behinderung) sind kein Problem. Das Problem sind Kinder, die in einer "normalen" I-Klassen-Situation überfordert sind (18 Kinder, 2 LehrerInnen, eine Betreuerin für I-Kinder) und eventuell maximal 10 Kinder in der Klasse vertragen würden, weil sie sonst (erlebt) aggressiv reagieren und eine Gefahr für die MitschülerInnen sind und ein lernen unmöglich machen.

Grundsätzlich ist nämlich auch anzumerken: Das Lernen von Rechnen und Lesen und Schreiben, Sachunterricht, Grundbegriffe an Englisch,... in der VS ist mind. genauso wichtig, wie soziales Lernen.

lg
Dimple

GoodieGoodie
01
28.10.2011, 23:23

18 Kinder, 2 LehrerInnen, eine Betreuerin für I-Kinder - das ist leider nicht mehr die normale I-Klassen-Situation!
Meist sind auch in einer I-Klasse mittlerweile 22-24 Kinder, und der Sonderschullehrer ist in vielen Klassen nicht immer, sondern nur stundenweise dabei.
2 Lehrer + eine Betreuerin für die I-Kinder, das habe ich noch in keiner I-Klasse erlebt. Eine ständige Besetzung mit 2 Lehrern ist schon Luxus.

Eric der coole
02
28.10.2011, 17:50
Glück

da haben sie noch Glück - Inklusion bedeutet (in Zukunft) dass die Kinder KEINEN Zusatzlehrer mehr haben, sondern so mitgenommen werden müssen, weil die neue Lehrerinnenausbildung ALLEN LehrerInnen angeblich sonderpädagogische Kompetenzen beibringt! Kein Witz!

Eric der coole
04
27.10.2011, 20:25
endlich

Haben unsere Experten dann erreicht, dass auch die letzten Kinder keine Hilfen mehr bekommen und elendiglich mitgeschleift werden müssen. Die lebenswirklichkeit wird brutal ausgeblendet, schon jetzt sind immer weniger Ressourcen fuer die Integration veffuegbar. In der täglichen Praxis lässt sich ohnedies nie einer blicken

LL MM
013
27.10.2011, 18:53

Die "Inklusion" wird möglicherweise der boshafteste Einsparungsversuch, den das österreichische Schulsystem seit Ewigkeiten erlebt hat.

silver.fish
01
27.10.2011, 18:45

nicht ohne grössere klassen, wo rollikinder nicht permanent steckenbleiben, und aufzüge im schulgebäude!

Georg Schütt
05
27.10.2011, 17:31
Die allgemeine Aussagen "behinderte Kinder" lässt schon wieder eine unausgegorene Idee befürchten!

Offenbar haben die Damen und Herren keine Ahnung, wer alles unter diese Gruppe fällt:
- körperbehinderte Schüler
- seh-/ hör-/ sprachbehinderte Kinder
- Verhaltensauffällige kinder
- Kinder mit Lernschwächen

All diese Kinder brauchen spezielle Unterstützung, oft eine besondere technische Ausstattung. so sehr ich die Gründe für die Inklusion verstehe (bisher oft weite Schulwege, wenig Sozialkontakte), so sehr sollte man auch ahnen, welche Schwierigkeiten jetzt wieder auf Schulen zukommen - und die bleiben oft damit allein.

Georg Schütt
01
27.10.2011, 17:21
Von welchen Behinderungen ist die Rede?

- Körperbehinderungen, also Kinder im Rolli u. dgl.
- Seh-/Hörbehinderungen
- Verhaltensauffäigkeiten
- Lernbehinderungen / kognitive Schwächen?

mgate
010
27.10.2011, 16:51
Gibt's dafür zusätzliches Personal ...

... oder meint man, dass ein Lehrer dies noch zusätzlich schaffen wird? Wieder mal ein Beweis, wie realitätsfern solche Schreibtischattentäter sind.

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