Alfredo Astiz auf einem Archivbild aus dem Jahr 1985. De Marineoffizier war als "der blonde Engel" bekannt.
Fregattenkapitän Alfredo Astiz und elf Komplizen ermordeten zahlreiche Gegner der argentinischen Militärdiktatur
Buenos Aires - Späte Gerechtigkeit in Argentinien: 28 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur wurden am Mittwoch Fregattenkapitän Alfredo Astiz und elf Komplizen zu lebenslangen Hafstrafen verurteilt, vier weiter Ex-Offiziere müssen zwischen 18 und 25 Jahre hinter Gitter.
Astiz, der wegen seines Äußeren als "der blonde Engel des Todes" bekannt war, wird auch von Italien und Frankreich wegen der Ermordung mehrerer Staatsbürgerinnen der europäischen Länder gesucht. Nach dem Ende der Militärdiktatur 1983 schützte ihn ein Amnestiegesetz vor Strafverfolgung.
In einem Interview mit dem Magazin "Tres Puntos" brüstete er sich 1988, "technisch gesehen der bestausgebildete Mann in Argentinien" zu sein, "um einen Politiker oder einen Journalisten zu ermorden".
Beim Prozess argumentierte Astiz, er habe lediglich Befehle erfüllt. Seine Strafverfolgung führte er auf "eine Regierung" zurück, "die uns nicht verzeihen will, dass wir die Subversion erfolgreich bekämpft haben".
17-jährige Schwedin ermordet
In dem Folterlager, das die Militärs in der Marineschule ESMA betrieben, starben zahlreiche der Häftlinge. Unter den Opfern Astiz´ befinden sich der Journalist Rodolfo Walsh, zwei französische Nonnen und eine 17-jährige Schwedin.
Astiz schlich sich in die Menschenrechtsorganisation "Mütter der Plaza de Mayo" ein und denunzierte drei Gründungsmitglieder, die ebenfalls im Militärgewahrsam starben.
Ein Großteil der Opfer der Militärs wurde ermordet, indem man sie aus einem Flugzeug in die Mündung des Rio de la Plata warf. Zuvor wurden sie mit dem Schlafmittel Thiopental betäubt. Viele Leichen wurden anonym auf einem Friedhof für Schiffbrüchige bestattet, wie 2005 entdeckt wurde.
Astiz reagierte auf das Urteil mit einem breiten Grinsen, während vor dem Gerichtssaal Angehörige von Opfern in Jubel ausbrachen. Nach 34 Jahren könnten die Familien endlich trauern, sagte ein Anwalt der Angehörigen der entführten Nonnen, Horacio Mendez Carreras.
Eine Nichte von Leonie Duquet, einer der beiden Nonnen, begrüßte das Urteil am Ende des zweijährigen Prozesses. Die Justiz sei "Basis der Demokratie", sagte Genevieve Jeaningros. "Alle, die ihr Leben gegeben haben, haben das nicht umsonst getan." Unterstützer der Angeklagten sangen dagegen die argentinische Nationalhymne.
In der Marineingenieursschule ESMA in Buenos sollen rund 5.000 Menschen misshandelt worden sein. Insgesamt wurden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen während der argentinischen Militärdiktatur gefoltert, ermordet oder verschwanden spurlos. Die ehemalige Marine-Schule ist heute Museum und Gedenkstätte. (bed)
ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die Folterknechte der USA (bis hinauf zu G.W. Bush der Folter angeordnet hat) endlich Ihrer gerechten Strafe zugeführt werden !!!!!
ich verstehs sowieso nicht. mir würde es schon allein technisch den magen umdrehen, abgesehen davon, dass ich das auch psychisch garnicht könnte. ich frag mich dann immer, was solchen "menschen" angetan wird, damit sie dazu fähig sind.
ich denke, dass man einen menschen dafür brechen muß, damit er zu sowas fähig ist. von selbst kommt ja keiner auf die idee, außer er wäre tatsächlich geistig krank.
unter den schlimmsten Nazischergen waren großteils Leute, die psychisch vollkommen intakt waren und die, vorausgesetzt sie kamen nach '45 einigermaßen ungeschoren davon (also wiederum ein erklecklicher Anteil), später ein vollkommen normales Leben ohne irgendwelche psychischen Probleme führten. Es gibt sogar Untersuchungen dazu. Das Einzige, was bei denen nicht gerade sehr ausgeprägt war, war die Fähigkeit zur Empathie. PS: von den NS-Schergen, die davon ausgehen konnten, dass sie nicht ungeschoren davonkommen würden, ist wiederum ein großer Teil in- Argentinien- gelandet... Stichwort Colonía Dignidad...
Ich bin mir da nicht so sicher. bei einem geeigneten Umfald, bei Straflosigkeit und mit ensprechender Indoktrinierung siond sicher die Meisten zu so etwas fähig.
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