Militärbündnis reagiert zurückhaltend - Spanien will seine Einheiten sofort abziehen
Benghazi - Ein Vertreter der neuen libyschen Führung hat die NATO um eine Verlängerung
ihres Einsatzes in dem Land gebeten. Die westlichen Truppen sollten "mindestens
einen Monat länger" bleiben, sagte der Finanz- und Ölminister des Übergangsrats,
Ali Tarhouni, der auch für die Sicherheitspolitik zuständig ist, am Dienstag in
der östlichen Küstenstadt und Aufstands-Hochburg Benghazi. NATO-Kreise in
Brüssel reagierten zurückhaltend auf die Forderung. Wie angekündigt, sollten
bald Gespräche darüber stattfinden, ob der Einsatz in Libyen planmäßig zum 31. Oktober beendet werde, hieß es.
Die NATO-Botschafter wollen am Mittwoch zusammenkommen, um eine endgültige
Entscheidung über den Rückzug zu treffen. Die spanische Verteidigungsministerin
Carme Chacon kündigte am Dienstag an, die Einheiten ihres Landes in Libyen würden sofort nach der offiziellen Bekanntgabe
über das Ende des NATO-Einsatzes abgezogen, gegebenenfalls also noch vor dem
kommenden Montag. (APA)