Heroin in Apotheken

Deutsche Linke rudert bei Drogenfreigabe zurück

27. Oktober 2011, 08:08

"Aufgeklärte Drogenpolitik", Entkriminalisierung von Süchtigen und kontrollierte Abgabe von Heroin in Apotheken

Vier Jahre nach der Gründung der Partei wurde beim Parteitag in Erfurt ein Grundsatzprogramm beschlossen, darin setzt sich die Linke für die Legalisierung harter Drogen, wie Heroin und Kokain, ein. Der Beschluss sorgte für viel Kritik.

Bei der Linken versteht man die Aufregung zwar nicht, trotzdem wurde der Parteitagsbeschluss nachträglich korrigiert und eine zusätzliche Textpassage eingefügt, wo von einer "liberalen und aufgeklärten Drogenpolitik" die Rede ist.

Entkriminialisierung von Süchtigen

In der Parteizentrale wehrt man sich gegen die Reduzierung der Thematik auf eine Freigabe von harten Drogen. Drogen seien eine Alltagserscheinung und ein gesellschaftliches Problem, die nicht durch Kriminalisierung und Verdrängung gelöst werden könne, erklärt Marion Heinrich, Sprecherin der Linke, in einem Statement gegenüber derStandard.at.

"Wir treten für eine rationale und humane Drogenpolitik ein, was eine Entkriminalisierung des Drogenkonsums und eine Legalisierung aller Drogen beinhaltet. Das bedeutet die Entkriminalisierung der Abhängigen und die Organisierung von Hilfe und einer legalen und kontrollierten Abgabe von Drogen an diese", heißt es im Parteitagsbeschluss.

Heroin in der Apotheke

Die heute bestehende Kriminalisierung der Süchtigen durch Ausgrenzung sei verantwortlich dafür, dass Süchtige bestehende Angebote nicht wahrnehmen und damit die Gesundheitsgefahren für sie weitersteigen, so Linke-Sprecherin Heinrich. Durch eine kontrollierte Abgabe hingegen könne eine Verbesserung in der Prävention von Suchtverhalten erreicht werden, "da ein aufgeklärter Konsum" Suchtverhalten vorbeuge. Geht es nach der Linkspartei würde Heroin ausschließlich in Apotheken ausgeben werden.

Derzeit gibt es jährlich rund 1200 Drogentote in Deutschland. Die Linke ist überzeugt, dass eine Umsetzung ihrer Forderungen auch eine Reduzierung der Anzahl von Todesopfern zur Folge hätte. Denn ein aufgeklärter Drogenkonsum würde das Suchtverhalten verringern und dadurch die Zahl der Toten langfristig reduzieren. Immerhin hänge die Opferzahl mit Faktoren zusammen, die durch Kriminalisierung entstehen - Streckmittel, hygienische Bedingungen beim Konsum und Begleiterkrankungen. Ebenso müssten Umstände, die Suchtverhalten auslösen, untersucht werden - dazu gehöre auch Leistungsdruck in der Arbeit, so Heinrich. (mte, derStandard.at, 27.10.2011)

Kommentar posten
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Mimir
00
29.10.2011, 16:40
Drogen um zu funktionieren, fast keiner will sich zugrunderichten

Wenn man sich Gott vorstellt, womöglich mitsamt der Trinität, wofür man nicht mal gläubig sein muss, so kann das hilfreich sein, wenn man meint einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein.

Jemand kann völlig von sich und seinem Handeln überzeugt sein, stolz sein auf sein Leisten und durch die erfahrene Bestätigng, den Mut haben sich immer wieder selbst zu übertreffen.

Viele Abhängigen können sich nicht auf ihre Talente, ihre Fähigkeiten, darauf dass jemand in einer Krise hinter ihnen steht verlassen. Aufs Zeug ist weitgehend velass.

Es ist schwer sich zu verwirklichen, sich seine Träume zu erfüllen. Es ist oft die Wehmut darüber, die Betroffene abdämpfen müssen um leben zu können, denn Gedandken daran sind imstande zu blockieren.

Mimir
00
29.10.2011, 18:36
Einzelne Antidepressiva in Verbindung mit Alkohol

können eine Ähnliche Wirkung haben.
Derartige Selbsttherapieversuche sind naturgemäß sncit besonders erfolgrich, da es sich lediglich um eine Auseinandersetzung mit den Symtomen handelt.

Eine langfristige psychotherapeutische Behandlung ist einerseits teuer, anstrengend für den schwer Drogenkranken und nur erfolgreich, wenn dieser wirklich einen Schlussstrich unter seine Drogenkarriere ziehen will.

Angemessen wären Präperate für die diversen Applikationsformen und Ärzte, welche zwar zum maßvollen Umgang mit den Medikamenten anzuregen haben, die auf Patienten - sofern sie nicht völlig retardiet sind - und deren Bedüfnisse eingehen und nicht nach "Schema F" verschreiben.

F. T.
11
29.10.2011, 07:32
Wieso die Linken und nicht die Rechten (insbes. die Kapitalisten) für das Rauschgiftproblem verantwortlich gemacht werden, ist ein großes Rätsel

Auf den größten Heroin- und Opiumgebieten der Erde, nämlich in Afghanistan, sitzen seit 10 Jahren stärkste amerikanische und britische Truppen, unter deren militärischen "Schutzschirm" es sich die Drogenbarone gemütlich gemacht haben und eine Rekordernte nach der anderen schmeißen. Abgesehen davon, dass etliche Drogenbarone (wie auch kriminelle Warlords) auch auf politische Machtpositionen gehievt wurden.

Auf dem anderen Standbein der Rauschgiftproduktion, nämlich im Rekord-Exportland für Kokain, Kolumbien, kämpfen angeblich auch die USA und ihre Verbündete seit etlichen Jahren gegen die Rauschgiftbarone.

readymate
10
28.10.2011, 08:58
"Ebenso müssten Umstände, die Suchtverhalten auslösen, untersucht werden - dazu gehöre auch Leistungsdruck in der Arbeit, so Heinrich. -

Höchste Zeit also, Berufstätigkeit zur Selbstfindungsveranstaltung rückzubauen...

.

readymate
41
27.10.2011, 23:21
Wer Hanf sät,

wird Berauschte ernten...!

.

Orjares
17
27.10.2011, 18:35
Was ist mit dem Standard los?

Ich habe die Seite zufällig noch von heute morgen offen.

Der Titel war
"Deutsche Linke fordert weitgehende Freigabe aller Drogen"

Ich mache die Seite einige Stunden später erneut auf, auf einmal ist er Titel
"Deutsche Linke rudert bei Drogenfreigabe zurück"

Bei beiden Artikeln steht als Zeitpunkt 08:08. Beide Artikel gleichen sich außer der Überschrift bis auf den Pixel.

Der erste Titel bildet den Inhalt des Artikels korrekt ab, während der zweite Titel höchstens den zweiten Absatz zusammenfasst (da es ja im Standard keine vorhergehenden Berichte gibt, auf die man Bezug nehmen könnte).

Warum kam es gegen 15:00 zur Änderung des Titels?

Vector Nectar
 
03
27.10.2011, 18:22
Endlich zeigt einmal jemand dem Mafiamonopol,...

dass es trotz konstanter Indoktrination der über 80-jährigen historisch falsifizierten Propagandapolemik der Korruptionspyramide noch Menschen gibt, die ihr Hirn zu logischen Denk- und Lernleistungen benützen können, da sie die Geschichte der Menschheit kennen und dann werden sie medial und politisch gemobbt, denn die Mafia darf doch nicht eines ihrer wichtigsten Standbeine verlieren, mit dem sie den Menschen-, Organ- und Waffenhandel subventioniert um ihre korrupten Strukturen global weiter zu etablieren, wo kommen wir denn dann hin? Am Ende dürfen sich Erwachsene die genug Informationen über eine Reinsubstanz besitzen, diese als Modifikation für Geist und Körper frei wählen und legal kaufen! Freiheit hat in einer Plutokratie keinen Platz!

janeinvielleicht
04
27.10.2011, 17:59
liebe standard-redaktion!

wie wärs wenn man zum thema drogenpolitik mal die vertreter der österreichischen parteien interviewt? die grünen sind eh für eine entkriminalisierung und gestern hat sich sogar der ex-vizekanzler haupt als kiffer (und bob marley-fan) geoutet! seine audienz beim kaiser kann man sich hier anschauen (ab 09:15):

http://youtu.be/snJr5IsUZAw

vielleicht gibts da mehr zustimmung als man sich erwarten würde, ausser bei der övp vielleicht.

ivoryhunters
127
27.10.2011, 16:10
Leistungsdruck in der Arbeit

wiedermal typisch linke.

alle drogenkranke die ich kenne haben nie eine richtige arbeit gehabt, weil sie dazu gar nicht in der lage sind und nie waren. (als junger wiener trifft man mehr als man für möglich hält).

fast alle kommen aus langzeit-sozialhilfeempfänger-familien und genauso enden sie selbst auch.

das ist halt der sozialstaatsteufelskreis aus dem es kein entrinnen gibt. es gibt kein entrinnen aus der eigenen sozialen schicht.

aus dem selben grund sind fast alle uni-absolventen aus gutem hause, alle neuen unternehmer aus unternehmerfamilien und die zukünftigen sozialhilfe-emfänger halt aus sozialhilfe-empfängerfamilien.

so ist das halt.

der klassenfeind usa ist da wesentlich durchlässiger als unsereins.

Horstl Schorschl
04
28.10.2011, 07:50
Du weißt sicher auch nicht was arbeiten heißt...

richtiges Arbeiten.

Anwaltssohn oder zumindest reich geerbt, kommt bei ihnen in Frage.

Emporkömmling der über keinerlei Kompetenz verfügt und hier nun über andere richtet und zwar in Form einer stinkenden Verallgemeinerung, typisch für so Leute wie sie aus der "für Profit geh ich über Leichen Gesellschaft" der sie ja offensichtlich angehören müssen.

Sie stört es dass ich ihnen eine Antwort auf ihrem Niveau gebe, dann geh dich brausen du Lutscher. :)))

Henning Övrebö
00
28.10.2011, 01:30

brave new world...

Mimir
03
27.10.2011, 21:10
Teilweise Zustimmung

Bzgl. der Langzeitsozialhilfeempfängerfamilien schließe ich mich ihrer Meinung an. Diese gelten als Parias und haben keine wesentlichen Aufstiegsmöglichkeiten.

Fast allen anderen, sofern sie in guter körperlicher und geistiger Verfassung sind, steht ein gesellschaftlicher Aufstieg offen. falls sie den Ehrgeiz dazu haben.

Die Abhängigen, die ich kenne sind allesamt nicht auf'n Schädl gefallen. Sind aus "gutem Hause", haben einen Lehrabschluss, Meisterprüfung bzw. Matura und sind berufstätig, sofern sie das Hackln nicht grundsätzlich ablehnen.

Stefan Lindemann
01
27.10.2011, 21:07
USA ist durchlässiger??

http://www.economist.com/node/15908469

"Parental income is a better predictor of a child’s future in America than in much of Europe, implying that social mobility is less powerful."

Der mit dem Wanz tolft
62
27.10.2011, 17:54
Völlig richtig.

Jetzt fehlt nur noch die entscheidende Frage:
Warum kommt denn hier kaum einer aus dem Sozialstaatteufelskreis raus, wenn jedes Kind doch ein Vielfaches an Unterstützung bekommt, als in den USA?

Und die Antwort ist bitter, aber wahr:
Weil die Grundphilosophie der US-Gesellschaft lautet: "DU bist für Deine Zukunft verantwortlich!", während unsere lautet: "Der Staat sorgt schon für Dich. Und wenns nicht klappt, ist der Staat, die Gesellschaft, der Kapitalismus, wer auch immer, aber NIE Du selbst verantwortlich!"

Es wird sich also auch durch mehr Unterstützung nichts ändern. Nur durch eine Änderung der Philosophie in Richtung Selbstverantwortung.
Aber das wirds nicht spielen.

Horstl Schorschl
00
29.10.2011, 06:47
Die Grundphilosophie der USA lautet protect what is yours und wenn

bei uns dieselben Gesetze gelten würden, gäbe es jede Woche mindestens 1 Blutbad :))))

Tonkun
00
27.10.2011, 17:48

"der klassenfeind usa ist da wesentlich durchlässiger als unsereins."

zum Thema soziale Mobilität hier

http://blip.tv/heinrichb... on-4391510

eine interessante Diskussion

trollvottel
03
27.10.2011, 17:37

Selbstverständlich kann man sich hocharbeiten; natürlich kann auch ein Arbeiter oder ein Hacklerkind sich ständig fortbilden, eine akademische Karriere anstreben und so weiter.

Klar ist, dass es in allen Schichten Mechanismen gibt, wo man sich selbst die eigene Zugehörigkeit zu einer bestätigt und die anderen Schichten (zB die Gebildeten "Großkopferten" oder die jungen städtischen "Bobo" oder die ländlichen "Bauernschädel" oder die körperlicher Arbeit nachgehenden "Prolos") beschimpft und ablehnt -- aber daraus sollte man nicht schließen, dass ein Auf- oder Abstieg unmöglich sei.

Walter Kaiser.
05
27.10.2011, 17:34
Eigenartig ...

Ich kenn nur zwei Heroinsüchtige näher - und die arbeiten Beide - und noch dazu sehr fleissig.

Aber das mögen Ausnahmen sein - aber keine Ausnahmem sind schwer arbeitende Kokser - und von einem mir näher bekannten Drognarzt stammt die Aussage: Praktisch alle Künstler - insbesonders Musiker, Journalisten, Politiker und auch viele Ärzte rauchen regelmäßig einen Joint. Und dass die alle schwer tschechern, das wissen sie selber.

DPfand
30
27.10.2011, 15:55
Wir müssen mit unserm Parteitag

in die Medien kommen, koste es was es wolle! Geschafft - grunzten die Arbeiterführer Gysi & Lafontaine...

Walter Kaiser.
01
27.10.2011, 17:36
Für Sie sind Gysi und Lafontaine Schweine?

Naja, von Ihnen kann man auch keine nichteinschlägige Diktion erwarten.

F. T.
11
27.10.2011, 15:55
War nie von der Führung der Linken abgesegnet!

Auch das so genannte "Zurückrudern" der Befürworter fand lt. deutschen Medien schon vor etlichen Tagen statt.

stronzl bär
93
27.10.2011, 15:55
fail

Die Freigabe von Marihuana ist notwendig, aber Kokain und Heroin sind doch bitte völlig ungeeignet für diese.
Es stimmt schon dass man Drogenprobleme nicht durrch Kriminalisierung lösen wird können.
Ich glaube aber dass die Linke so sehr in ihre Ideologie verstrickt ist dass sie Probleme die dadurch entstünden nciht sehen will/ kann. So wie unsere Ttrottelpartei nummer 1, die Övp.

Staatssekretär
011
27.10.2011, 16:11

Das ist definitif keine "linke Ideologie" - bei den österr. Arbeiterführern der 20er und 30er Jahre war selbst Alkohol verpönt. - Die liberale Drogenpolitik Chinas, Nordkoreas, Vietnams, Kubas, der Sowjetunion, DDR, ... wäre mir entgangen.

Links - Rechts ist in diesem Bereich das falsche Koordinatensystem. Konservativ - liberal/progressiv vielleicht?

Der mit dem Wanz tolft
12
27.10.2011, 17:56
Nur dass die meisten Leute, die sich selbst links nennen,...

....mit linker Ideologie nicht viel zu tun haben.

gensfleischs_erbe
04
27.10.2011, 15:38
Wie sehen das eigentlich die Apotheker?

Wären die eigentlich bereit da mitzumachen? Soll das auf freiwilliger Basis passieren?

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