Jede Woche kommt eine neue synthetische Droge auf den Markt - Erste Gesetzesvorschläge sind für Ende des Jahres geplant
Brüssel - Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding plant scharfe europaweite Gesetze um den Vormarsch von derzeit nicht verbotenen synthetischen Drogen - sogenannte "Legal Highs" - zu stoppen. "Wir haben ein reales Problem. Die jungen Leute finden die Drogen cool und nehmen das wie ein Zuckerl", sagte Viviane Reding.
"Ungemein schädlich und todgefährlich"
Jede Woche komme ein neues synthetisches Rauschmittel auf den Markt. Die neuartigen Drogen seien "ungemein schädlich und todgefährlich". Geplant ist eine verstärkte Zusammenarbeit der Staatsanwälte, vorübergehende Verbote, EU-weite Mindeststrafen und Vorschriften um Drogenvermögen leichter konfiszieren zu können.
Die Kommissarin will damit vor allem gegen neue psychoaktive Substanzen vorgehen, die eine ähnliche Wirkung wie Ecstasy und Kokain haben. Allein im vergangenen Jahr seien 41 neue Substanzen in den Umlauf gekommen, die immer leichter über das Internet erhältlich seien.
"Überall Schlupflöcher"
Man müsse gemeinsame Gesetze innerhalb der europäischen Union schaffen um "sehr schnell" dagegen vorgehen zu können, so Reding. Allein für das Verbot der Mephedron-Substanz habe sie als Justizkommissarin eineinhalb Jahre gebraucht.
Seit dem Lissabon-Vertrag gebe es nun die Möglichkeit europaweite Gesetze im Bereich der Drogenpolitik zu schließen. "Derzeit gibt es überall Schlupflöcher und die Zusammenarbeit zwischen den Staaten ist lückenhaft", sagte Reding.
In den nächsten Monaten soll auch mit Russland verstärkt zusammengearbeitet werden, um die Ausbreitung von neuen synthetischen Drogen zu verhindern.
"Legal Highs"-Konsum in Österreich
Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage haben fünf Prozent der 15- bis 24-jährigen in der EU bereits solche nicht verbotenen Drogen ausprobiert.
Im Spitzenland Irland haben schon 16 Prozent der Jugendlichen derartige Drogen konsumiert, in Polen und Lettland neun Prozent und in Großbritannien rund acht Prozent. In Österreich haben hingegen nur vier Prozent "Legal Highs"-Substanzen ausprobiert. (APA)