Erste Stellungnahme

Häupl zu Missbräuchen: "Stimmt's oder stimmt's nicht?"

25. Oktober 2011, 16:15
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    foto: apa/techt

    Michael Häupl: "Stimmt's oder stimmt's nicht?"

Der Bürgermeister fordert in einer ersten Stellungnahme "restlos, schonungslos, mit allen Konsequenzen aufzuklären"

Nach Bekanntwerden der jüngsten Missbrauchsvorwürfe gegen das ehemalige Kinderheim im Wiener Schloss Wilhelminenberg hat sich nun auch Bürgermeister Michael Häupl zu Wort gemeldet. Er betonte, dass es ihm, "wiewohl mit Sicherheit kein persönliches Verschulden hier vorliegt", unendlich leid tue. Es sei für ihn nicht besonders wichtig, wer die Vorwürfe erhoben habe, erklärte er am Dienstag. Sondern die Frage sei: "Stimmt's oder stimmt's nicht?"

Positive Worte gab es von Häupl auch für die neue Untersuchungskommission, die sich mit den Vorwürfen gegen die Einrichtung im Schloss Wilhelminenberg befassen soll. Häupl findet es gut, dass Jugendstadtrat Christian Oxonitsch die derzeitige Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Barbara Helige, dazu hatte gewinnen können, sich dieser Untersuchung anzunehmen.

Strafrechtlichen Aspekte prüfen

Das Stadtoberhaupt hoffte in diesem Zusammenhang, dass auch alle strafrechtlichen Aspekte geprüft werden. Ein "bisschen" frage er sich angesichts der strafrechtlichen Relevanz der Vorwürfe schon, "wieso nicht schon längst die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde von jenen, die wussten."

Er betonte, dass die Stadt Wien jedenfalls in den 1970er-Jahren nach der Veröffentlichung der Studie "Verwaltete Kinder" der früheren SP-Nationalratsabgeordneten Irmtraut Karlsson ihre Konsequenzen gezogen habe. Zwei Jahre später sei die letzte "derartige große Einrichtung geschlossen" worden, unterstrich er. "Dass uns die Geschichte auf diese Art und Weise einholt, ist etwas, wo ich sagen muss: Ist halt so", erklärte Häupl. Er unterstrich aber auch: "Es ist heute unsere Aufgabe, das wirklich restlos, schonungslos, mit allen Konsequenzen auch aufzuklären." (APA)

Link:

Cultural Broadcasting Archive: PK des Bürgermeisters mit Interview

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Posting 1 bis 25 von 172
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Gerhard Schwarz6
 
02
17.12.2011, 13:17

"Stimmts oder stimmts nicht?" - diese Frage impliziert, dass es sich um Lügengeschichten handeln könnte, Herr Bürgermeister.
Und der Irmtraut Karlsson unterstellen Sie ebenso, möglicherweise eine Lügnerin zu sein.
Das ist s c h ä b i g !

Gerhard Schwarz6
 
01
17.12.2011, 12:11

Lieber Michael Häupl: "schonungslos" aufgeklärts hätte eigentlih schon 1974 gehört. Bis jetzt war aber die Devise "Goschn haltn, Goschn haltn und Goschn haltn". Und wenn die - inzwischen in den Ruhestand versetzte - Irmtraut Karlssonn heut drübe spricht, macht sie sich wegen der sie knebelnden Dienstordnung, die auch im Ruhestand gültig ist - immer noch des Bruches der Amtsverschwiegenheit "schuldig". Vonwegen "schonungslose Aufklärung"......

Prof. Alois
 
01
17.12.2011, 12:39
Irmtraut Karlsson

hat drei Jahrzehnte weitere Misshandlung kalt akzeptiert. Sie hätte damals schreien müssen und tat es nicht.
Lasst mich raten: Frau Karlsson denkt selber links?

In einem Land, wo jeder, der 1941 etwas gewusst hatte, heute noch lebt, aber damals nichts verhinderte, heute am Pranger steht, wäre es doch das mindeste, wenn man sich welche zur Brust nimmt, die ciel später viel wussten, aber nichts sagten. Ohne Gefahr an Leib und Leben.

vive
 
01
1.12.2011, 21:48
SPERRT DEN TÄTERN DEN ZUGANG ZU UNSEREN AKTEN !

zuerst einmal ist die AKTEN-SICHERHEIT WAHRZUNEHMEN ! es geht nicht an, dass alle akten in der hoheit der ausführenden institutionen liegen ! Die akten gehören vor dem zugriff der täterbehörden gesichert ! es sind alles (anklagefähig) verjährte akten - die die privatsphäre der personen (gleich wie die spiegelgrund-leichenteile !) auf ärgste betreffen - nur dass es hier noch immer lebende betroffene gibt !

frank rosner
01
1.12.2011, 06:56
michls forderung ist doch wohl ein witz!

in einem rechtsstaat ist es eigentlich standard das schonungslos und vollständig aufgeklärt wird. ODER NICHT ?????

Prof. Alois
 
00
17.12.2011, 12:44
Sie stellen die falschen Fragen

Die Frage ist, warum es k eine Medien gibt, die das nachhaltig bearbeiten. Bei der Kirche gehts ja auch.

Wenn ich Bürgermeister wäre nach Art des Häupl, dann kann ich mir denken: OK, jetzt grad große K rise. Nächste Woche ist das vorbei. Lasst uns zur Tagesordnung übergehen.

anna-luise
 
02
23.11.2011, 19:12
SCHLOSS-ODER KINDER???

Die Gemeinde Wien hat im Jahre 1927 das ehemalige Habsburger-
schloß Wilheminenberg gekauft und darin ein Kinderheim eingerichtet. Es war wohl das vornehmste Kinderheim der Welt, das fast durchweg von verwahrlosten Kindern bewohnt wurde. Dem Schlosse hat das nichts geschadet, den Kindern aber sehr genützt.

© 2005 by SPÖ

DIE EINSTELLUNG DES ROTEN WIENS AUCH NOCH 2005!!!

Prof. Alois
 
00
27.11.2011, 13:09
Schloss Wilhelminenberg?

War das nicht über lange Jahre Ort der Kanzlerfeste aller SP-Kanzler?

Gerhard Schwarz6
 
10
17.12.2011, 12:16

Seichter Untergriff! - nein die "Kanzlerfeste" waren immer im Parkhotel Hetzendorf.

Gerhard Schwarz6
 
00
17.12.2011, 13:13

korrigiere: Altmannsdorf.

Prof. Alois
 
00
17.12.2011, 12:53
Es war das Gartenhotel Altmannsdorf

Für diesen Irrtum bitte ich um Entschuldigung.

Prof. Alois
 
00
27.11.2011, 13:08
Wilhleminenberg?

Alfred Zopf
01
1.11.2011, 06:54

Wir laufen heute Gefahr in einer ähnlich, aber natürlich anders gearteten Verdrängung und Abwehr hineinzugeraten. Gerade die mediale Super-Verschönung der Realität in den WGs (gestern wieder im "Thema" durch die "Super-Einzelbetreuung - da hat ja jedes Kind eine Betreuungsperson rund um die Uhr") werden die realen Probleme NICHT sichtbar, zur Zeit extremes Ansteigen der Langzeitkrankenstände durch nicht adequate Rahmenbedingungen, etc. etc.
Die Real-Probleme werden durch diese mediale Beschönigungen nicht öffentlich bewusst, sondern umgekehrt, es ist HEUTE ALLES BESTENS und "MatschkerInnen" gibts überall. Schade, dass die Chance hier ein NEUES Bewusstsein für die heutige Jugendwohlfahrt nicht genutzt wurde, es TUT WEH.

Prof. Alois
 
00
17.12.2011, 12:47
K önnen Sie das näher erläutern?

Reden Sie davon, dass die Gemeinde Wien (aka SP) es gut versteht, alles was in ihrem Machtbereich passiert medial gut zu verwerten?

Ernst Josef H.
10
31.10.2011, 12:42

Aus einigen Post geht hervor, besser wird versucht, ein politisches Thema daraus zu machen. Ganz Falsch: es kann doch nicht Problem der gerade im Amt befinlichen Regierung sein.
Ich jedenfalls find die Entschuldigung etwas schlecht gewählt - kann nur so gemeint sein, dass Österreich die Sache beteuert. Viel besser gefällt mir die Aussage einer lückenlosen Aufklärung.
Weshalb wir solange geschwiegen haben:verdrängt, abgeschlossen, zu lange her. Ebenso hätte ich nie Gedacht das dies jemals ein Thema wird-erst die Aussage andere Personen haben mich bewegt mein Schweigen zu brechen-habe mich zu sehr geniert das erlebte zu schidern. Und im Fall eines Mädchens muss es noch viel schlimmer sein.
Und NEIN-Nichtwähler-keine parteiliche Ambition

Prof. Alois
 
00
27.11.2011, 13:11
Ist bei uns nicht üblich

dass politische Verantwortung mit der persönlichen vergeht.
So gedacht könnten wir alles Unrecht im 3. Reich ganz von uns weisen.

vive
 
00
31.10.2011, 11:56
es ist so einfach ...

kindergfängnisse definieren und dann entschädigen ! http://photos-a.ak.fbcdn.net/hphotos-a... 7264_s.jpg

Zukunftsoptimist1
03
27.10.2011, 21:21
wiewohl mit Sicherheit kein persönliches Verschulden hier vorliegt"

Was macht den Herrn so sicher? Wem stellt er da schon im vorhinein einen Persilschein aus? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Haben wir so was nicht jüngst von Mikl-Leitner gehört? Haben denn die noch alle?
Die Spatzen pfeifen vom Dach, dass die Zahl der Kindesmissbrauch-Täter ungeheure Dimensionen hat, dass ihr flächendeckendes Aufdecken schon als Mengenproblem nicht verkraftbar wäre, dass die gesundheitlichen Folgen für die Opfer in der Gesamtheit unermesslich sind, und da spielt der Herr Dr. Häupl den Ahnungslosen?
Es wäre höchste Zeit, dass sich unsere Spitzenpolitiker einem Basis-Schulungskurs unterziehen, damit sie wissen, worüber sie reden, denn es um Missbrauch geht.
Es ist entsetzlich!

Prof. Alois
 
00
17.12.2011, 12:56
Aber Hauptsache auf die K irche losgehen

weils politisch grad passt.

90% des Missbrauchs finden innerhalb von Familien und in deren unmittelbarer Umngebung statt. Dort wird es nie offenkundig, weil die Opfer so gut wie nie ihre eigene Verwandtsschaft anpatzen.

wien 1220
 
02
27.10.2011, 21:55

Wenn man es ganz streng nimmt, kann man vermutlich 50% der Bevölkerung einsperren. Nur bringt es was, wenn Häupl das so sagt? Wer nimmt das dann noch ernst?

Zukunftsoptimist1
00
27.10.2011, 22:54
Ja, richtig, da sehen Sie es ganz genau -

und woher soll die Bevölkerung dann noch das Vertrauen in die Politiker nehmen?

Zukunftsoptimist1
01
27.10.2011, 23:14
na gut oder vielmehr ungut -

wi finden uns halt damit ab? Glücklich ist, wer vergisst - kennen wir das nicht schon von wo?

wien 1220
 
00
28.10.2011, 00:09

Sich abfinden kanns wohl nicht sein. Aber dass jetzt die mindestens 25% Opfer als Racheengel herumlaufen, mag zwar für deren Psyche von Vorteil sein, aber eine Änderung im Bewusstsein schließe ich dann definitiv aus.

Ich fürchte, dass es nicht gelingen wird, einen Weg zu finden, der Missbrauch und Gewalt in Zukunft zu 100% ausschließt, aber jeder verhinderter ist letztlich schon ein Erfolg. Darum muss man sich bemühen, aber anders als mit try and error wird es letzten endes nicht gehen.

Zukunftsoptimist1
02
28.10.2011, 07:11
Natürlich wird man eine verbrecherische Neigung nie

zu 100% verhindern können, sonst gäb's ja auch keinen Mord. Aber zwischen Einzelfällen und Massendelikt wird man ja hoffentlich noch differenzieren dürfen - auch was Gegenmaßnahmen betrifft - und von Opfern als "Racheengel" zu sprechen, nur weil ihnen Angst und Scham jahrelang den Mund geschlossen hat, ist schon mehr als zynisch.

wien 1220
 
00
28.10.2011, 09:00

OK, war nicht so gemeint und ich nehme es zurück, aber ändern wird es in der Gesellschaft leider dennoch nichts. Da bin ich mir sehr sicher!

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