DocLX wegen angeblich unsicherem Ziel Nordzypern unter Beschuss - VKI zitiert Veranstalter wegen aggressiver Alkoholwerbung vor Gericht
Wien - Gerade stehen die beiden großen Anbieter von Maturareisen wegen aggressiver Alkohol-Werbung unter Beschuss, da gerät einer der Organisatoren auch noch wegen des Reiseziels in die Kritik: Die Schülerunion macht sich Sorgen, weil das Event-Unternehmen DocLX mit Ruefa tausende Maturanten in den Norden Zyperns bringen will. Die X-Jam-Veranstalter betonten umgehend, ihr Angebot sei vollkommen sicher.
Seit 1974 ist die Insel in die Republik Zypern im Süden und die nur von der Türkei anerkannte sogenannte Republik Nordzypern geteilt. Die beiden Landesteile trennt eine unter UNO-Schutz stehende Pufferzone. "Die direkte Einreise von Österreich in den besetzten Norden ist illegal, es gibt dort keine diplomatische Vertretung. Hinter dem Reisehotel befindet sich ein Munitionsdepot. Von all dem wissen die Schüler aber nichts, weil X-Jam diese Informationen zurückhält", kritisierte der Bundesobmann der Schülerunion, Jim Lefebre. Das Hotel "Acapulco Beach Club and Resort", in dem die Maturanten untergebracht seien, befindet sich laut Schülerunion neben einer militärischen Sperrzone.
Ruefa und DocLX teilten mit, "dass jährlich rund 200.000 Gäste aus der EU den Nordteil Zyperns besuchen und ohne jegliche Probleme ein- und ausreisen können". Die Maturanten würden mit türkischen Charter-Maschinen von Österreich zu ihrem Reiseziel geflogen, mit Zwischenstopp in Antalya. Diese Form der Anreise werde auch von anderen europäischen Ländern aus durchgeführt. Das Hotel liege nicht in einem militärischen Sperrgebiet, sondern grenze an ein gesperrtes Urlaubsareal für Sicherheitskräfte. DocLX und Ruefa würden sich unbürokratisch um Fälle kümmern, in denen konsularische Hilfeleistung erforderlich ist. Für medizinische Notfälle sei vorgesorgt, ebenso für womöglich benötigte Ambulanzflüge. Ein Versicherungspaket mit umfassenden medizinischen Leistungen im Ausland sei speziell für die Maturareise entwickelt worden.
Unterdessen sehen sich die beiden großen Maturareisen-Veranstalter mit Vorwürfen wegen aggressiver Alkoholwerbung konfrontiert. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zitiert sowohl DocLX als auch den Konkurrenten Splashline vor Gericht. Verbandsklagen nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb sollen Versprechen wie "Rum und Wodka rund um die Uhr" ein Ende bereiten. "Wir werden in Zukunft bei unserer Maturareise DocLX erfahrene Therapeuten vor Ort haben", sagte dazu DocLX-Geschäftsführer Alexander Knechtsberger. Außerdem solle es für die Teilnehmer einen Tagesablauf "mit Ruhe- und Regenerationsphasen" geben, einen Verhaltenskodex und klare Regeln sowie entsprechendes Betreuungspersonal. (APA)