Angst vor Bio-Terror - Kritiker bezeichnen Vorhaben "unethisch"
Washington - Aus Angst vor Terrorangriffen mit Biowaffen erwägt die
US-Regierung nach einem Zeitungsbericht, Kinder gegen Milzbrand impfen zu
lassen. Die auch als Anthrax bekannte Krankheit werde durch leicht
reproduzierbare Erreger ausgelöst und stelle nach Meinung des Weißen Hauses
deshalb eine Bedrohung für die Bevölkerung dar, berichtete die "Washington Post"
am Dienstag. Eine Entscheidung könne noch in diesem Monat getroffen werden.
Eine von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte die Impfung, um
ohne Druck eines tatsächlichen Angriffs verlässliche Daten über die Wirksamkeit
sammeln zu können, schreibt das Blatt.
An Militärangehörigen getestet
Kritiker meinen dagegen, es sei unethisch, gesunden Kinder die Erreger zu
injizieren, nur weil die hypothetische Möglichkeit eines Anschlages bestehe.
Ihrer Meinung nach sollte mit Impfungen und Tests bis zu einem tatsächlichen
Angriff gewartet werden.
Der Anti-Milzbrand-Impfstoff wurde zwar seit 1998 an 2,6 Millionen
US-Militärangehörigen getestet, bisher aber nicht an gesunden Kindern. Kurz nach
den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gab es in den USA tödliche
Anthrax-Anschläge. Fünf Menschen waren damals gestorben. Nach Ansicht der
Ermittlungsbehörden war ein US-Biowissenschaftler, der sich 2008 das Leben nahm,
für die Taten verantwortlich. (APA)