Regional und exklusiv: Die Glasflasche

2. November 2011, 17:06
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Jahrelang wurde die Plastikflasche beworben - nun kann man sich Glasflaschen als besonderes Zuckerl liefern lassen

Seit Jahren schrumpft der Anteil der Glasflaschen im Getränkehandel. Die Verantwortlichen (Handelsketten, Getränkeindustrie und Umweltminister) plädierten für die vielgelobte "Wahlfreiheit" und freiwillige Selbstverpflichtung, jetzt ist in den meisten Supermärkten kein Wasser in der Mehrweg-Glasflasche mehr zu finden.

Nun gibt es aber seit geraumer Zeit eine immer größer werdende Gegenbewegung. Angesichts der wachsenden Müllberge, der zur Neige gehenden Erdölvorräte und diverser Studien über Schadstoffe im Plastik ist der Ruf der leichten Flaschen angeschlagen. Wer den Film "Plastic Planet" gesehen hat, überlegt sowieso, ob er jemals wieder Wasser aus Kunststoff-Flaschen trinken will.

"Regional abgefüllt"

Soweit so gut. Nun flatterte vor kurzem ein schicker Folder inklusive Gewinnspiel ins Haus: Mineralwasser in der Glasflasche "regional abgefüllt an der Quelle Bad Vöslau" wird nun exklusiv mit dem Adamah-Gemüsekistl ins Haus geliefert.
Jahrelang wurde mit fadenscheinigsten Argumenten, wie der hohen Recyclingquote, für Plastik argumentiert und nun, wo sich der Wind ein wenig dreht, wird das, was für uns jahrzehntelang normal war, nämlich Mineralwasser in Pfandglasflaschen zu kaufen, unter einem Exklusivitäts- und Regionalitätsmäntelchen verkauft. Mit "in der Glasflasche der Inbegriff der gepflegten Tischkultur" wird im Folder geworben.

Nachdem die Supermärkte praktisch keine Glasflaschen mehr anbieten, hat man nun das Privileg, die exklusiven Gebinde per Hauszustellung geliefert zu bekommen. Geht's noch? (ped, derStandard.at)

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    Der Inbegriff der Tischkultur: Wasser aus der Glasflasche

  • "Regional und exklusiv"
    foto: derstandard.at

    "Regional und exklusiv"

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