"Kurden verstehen das Leiden der Armenier besser"

Interview | Florian Niederndorfer, 26. Oktober 2011, 08:47
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    foto: aras margosyan

    Rober Koptas über Hrant Dink: "Nur in einer demokratischen Türkei, so dachte er, könne man über den Genozid an den Armeniern sprechen."

Der türkisch-armenische Publizist Rober Koptas beerbte den 2007 ermordeten Hrant Dink - Nur Demokratie könne die Minderheiten schützen, sagt er

Zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier wurden von 1915 an auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches ermordet. Fast zwei Dutzend Staaten, darunter Frankreich, Russland und Italien, haben den Massenmord inzwischen als Genozid anerkannt, Österreich bis heute nicht. In der Türkei selbst findet die Debatte um die vergessenen Opfer nur langsam in Gesellschaftsschichten außerhalb der Intellektuellenzirkel Widerhall. Das ist zu einem Gutteil dem türkisch-armenischen Publizisten Hrant Dink zu verdanken, der in der von ihm gegründeten zweisprachigen Wochenzeitung Agos den Genozid immer wieder thematisierte. 2007 wurde er in Istanbul vor dem Redaktionsgebäude erschossen. "Er wurde Opfer der Ergenekon-Verschwörer, die im Kampf gegen die Regierung Erdogan durch Morde für Chaos sorgen und eine Militärintervention provozieren wollen", sagt Rober Koptas, Dinks Nachfolger als Chefredakteur von Agos. Deshalb, so Koptas, könne nur Demokratie die Minderheiten in der Türkei vor Verfolgung schützen. Vergangene Woche sprach Koptas auf Einladung des VIDC in Wien und traf sich mit derStandard.at zum Interview.

***

derStandard.at: Ihr Vorgänger als Chefredakteur von Agos, der 2007 ermordete Hrant Dink, hat der Debatte um die Definition des Massenmords an den Armeniern als Genozid zeitlebens wenig Bedeutung zugemessen, auch die genaue Zahl der Opfer war ihm nicht wichtig. Warum?

Rober Koptas: Die Anerkennung der armenischen Opfer war ihm schon wichtig, er betrachtete die Definition aber nicht als großes Ziel. Er legte weit mehr Wert darauf, dass die Menschen aus den Ereignissen von 1915 lernen und die Opfer betrauern können. In den türkischen Schulbüchern war darüber nichts zu finden. Die offizielle Variante war, dass die Armenier das Osmanische Reich verraten haben und deshalb zur Ausreise nach Syrien gezwungen wurden. Für Hrant Dink waren nicht diejenigen das Problem, die die Fakten kennen und diese zurückweisen, sondern die Ignoranz gegenüber den Opfern. In gewisser Weise war er ein großer Patriot, der sein Vaterland liebte und sich nichts mehr wünsche als dessen Demokratisierung. Nur in einer demokratischen Türkei, so dachte er, könne man über den Genozid an den Armeniern sprechen.

derStandard.at: Können Sie heute unbesorgt durch die Straßen Istanbuls gehen?

Koptas: Heute geht es mir gut. Für meine Kollegen und mich war es aber ein riesiger Schock, als unser Gründer ermordet wurde. Wir wissen, dass in der Türkei solche Dinge eben passieren können, aber ich persönlich fühle mich nicht bedroht. Ich habe eine Herausforderung, trete also aktiv für eine Veränderung der Gesellschaft ein. Wenn es doch zu einer Attacke kommt, liegt es in Gottes Händen, da kann ich nicht viel tun. Ich sage das nicht, um mutig oder verwegen zu wirken, natürlich habe ich Angst. Aber ich versuche, diese Angst nicht so stark werden zu lassen, dass sie mein Leben und meine Arbeit beeinflusst.

derStandard.at: Die Morde an den Armeniern vor 96 Jahren wurden auch von den lokalen kurdischen Hamidiye-Reitermilizen durchgeführt. Wie ist es um das Verhältnis zwischen Armeniern und der bedrängten kurdischen Minderheit heute bestellt?

Koptas: Die Morde haben vor allem im Osten des Landes stattgefunden, wo damals Armenier und Kurden Seite an Seite lebten. Der Plan dazu kam aber von der Zentralregierung, die den Kampf gegen die Armenier als Kampf zwischen Muslimen und Nichtmuslimen darstellte. Die Armenier wurden so zu Feinden erklärt, die mit großen, nichtmuslimischen Staaten unter eine Decke steckten. Die Kurden waren nur das Werkzeug dazu. Natürlich hatte das auch einen wirtschaftlichen Hintergrund: den Armeniern ging es besser als den Kurden, was es für diese leichter machte, gegen Armenier vorzugehen. Fährt man heute in den Osten der Türkei, reden die Leute, vor allem Kurden in den Dörfern, noch von den Morden an den Armeniern, während im Westen geschwiegen wird. Jetzt, wo auch die Kurden in Konflikt mit dem Staat stehen, verstehen sie das Leiden der Armenier besser. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass man mit Kurden offener über den Genozid sprechen kann als mit Türken.

derStandard.at: Hierzulande hat es Jahrzehnte gedauert, bis die Mitschuld von Österreichern am Holocaust allgemein anerkannt wurde. Wie lange wird es in der Türkei dauern, bis der Mord an den Armeniern in den Köpfen der Menschen Verankerung findet?

Koptas: Das ist eine Frage von Generationen. Ohne funktionierende demokratische Mechanismen, ohne geänderte Schulbücher und ohne eine andere offizielle Mentalität wird es von Seiten des türkischen Staates nie eine Anerkennung des Genozids geben. Druck von außen allein kann die türkische Staatsideologie nicht ändern. Der einzige Weg ist ein Umdenken in der Gesellschaft, aber dazu braucht es Information, die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung. Und das kann noch fünfzig Jahre dauern.

derStandard.at: Werden Armenier in der modernen Türkei diskriminiert?

Koptas: Die Diskriminierung ist nicht zu vergleichen etwa mit Rassismus gegen Schwarze. Äußerlich unterscheiden wir uns nicht von den Türken und Kurden, höchstens unsere Namen sind nach außen sichtbar anders. Viele Armenier ändern ihren Namen, wenn sie ins Büro gehen, um nicht aufzufallen. Mich nennen meine Familie und meine Freunde Rober, in meinem Pass steht aber Murat, ein typisch türkischer Name. In Anatolien bekam 1934 jede Familie per Gesetz einen Familiennamen, die bis dahin nicht üblich waren. Meine Familie kommt aus der Stadt Sivas in Zentralanatolien und hieß damals Sivanyan, ein armenischer Name. Die Behörden zwangen sie dazu, sich fortan Koptas zu nennen, was mit "harter Stein" übersetzt werden kann. Heute sind diese Namensspielereien ein Weg, unbeschadet durch den Alltag zu gehen.

derStandard.at: Und sprachlich?

Koptas: Vor 50 Jahren sprachen die Armenier noch mit starkem Akzent, heute kann man das Türkisch eines Armeniers nicht mehr von dem eines Türken unterscheiden. Natürlich verliert jede Generation ein wenig von ihrem Erbe. Wirklich offene Diskriminierung gibt es aber selten, ich habe vergangene Woche von einem Vorfall gelesen, wo ein Taxifahrer eine Frau verprügelt hat, weil er herausgefunden hatte, dass sie Armenierin ist. Wichtiger sind aber die Spannungen, die es etwa in den Medien gibt. Niemand kann ungerührt zusehen, wenn im Fernsehen Hassreden gegen Armenier gesendet werden.

derStandard.at: Geht es um den christlichen Glauben der Armenier?

Koptas: Das wird meistens vermischt, Christen, Armenier und Griechen sind für Nationalisten deckungsgleich Feinde. Es geht aber nicht um die Religion, Armenier zu sein ist für Nationalisten schlimmer als Christ zu sein.

derStandard.at: Die Grenze zu Armenien ist seit 1993 geschlossen. Warum fühlt sich ein mächtiges, hochgerüstetes Land wie die Türkei von einem armen Kleinstaat bedroht?

Koptas: Es geht weniger um Bedrohung als um Bestrafung, um die Demonstration der eigenen Macht. Die Türkei hat gute Beziehungen zu Aserbaidschan, das in den Neunzigerjahren Krieg um Nagorny Karabach mit Armenien führte und außerdem eine ähnliche Sprache spricht. Da hat die Türkei Position bezogen. 2009 haben Ankara und Jerewan (Hauptstadt Armeniens, Anm.) ein Abkommen unterzeichnet, das die Öffnung der Grenze und die Eröffnung von Konsulaten vorsieht. Die aserbaidschanische Lobby in der Türkei hat das bisher verhindert. Nicht nur die armenische Minderheit, sondern sehr viele weltoffene Menschen in der Türkei wollen, dass diese Grenze endlich geöffnet wird, nur so kann man nachbarschaftliche Beziehungen zueinander aufbauen. In ganz Europa gibt es keine geschlossenen Grenzen mehr und die Türkei will eines Tages Mitglied der EU werden.

derStandard.at: Will sie das noch immer?

Koptas: Ja, ich denke schon. Vielleicht nicht mehr so stark wie in den Neunzigerjahren, als auch der wirtschaftliche Reiz noch größer war. Aber wir brauchen die Perspektive als Vision, die uns nach vorne bringt, gerade hinsichtlich der Menschenrechte. Verlieren wir die Perspektive auf Europa, können wir auch diese Vision verlieren. (flon/derStandard.at, 25.10.2011)

Kommentar posten
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Johannes Ernst
22
29.10.2011, 17:02
Völkermord

insbesondere an den Armeniern ist und bleibt ein heißes Thema für die Türkei. Verwiesen wird auf die Entscheidung des Menschengrechtsgerichtshofes in Straßburg in der Sache Taner Akcam, der es in der Öffentlichkeit gewagt hat von Völkermord zu sprechen und von den türkischen Gerichten deshalb verurteilt worden ist. Der Gerichtshof in Straßburg hat die Türkei verurteilt!
In diesem Zusammenhang wird auf die zahlreichen Personen die wegen mangelnder Meinungs- und Pressefreiheit verurteilt wurden und sich in Haft befinden!
Der Weg zur Wahrheit wird gesetzlich verboten und eingeschränkt. Ein Land, das seine Identität auf eine Lüge aufbaut.

Sunny Boy3
01
30.10.2011, 15:12
Europa und seine Völkermorde..

Auf allen Kontinenten dieser Erde von Nord-Süd Amerika bis Afrika,Asien und Australien müssen genauso thematisiert und aufgeklärt werden!

Es nützt nichts mit dem Finger auf andere zu zeigen und selbst garnichts zu tun!

Auch wenn die Meinungsfreiheit nicht eingeschränkt ist,heisst es noch lange nicht,dass alles aufgeklärt und wiedergut gemacht ist!

Kubilay Aslan
12
30.10.2011, 11:07
Der Völkermord an 1.5 Mio Algeriern durch die Franzosen ist ein heißes Thema....anscheind zu heiß für Europäer.....

Eins wo die Europäer sich immer noch davor drücken. Scheint ein christliches Phänomen zu sein, lieber wo anders hinzuschauen...

Während die Umsiedlungen der Armenier als Völkermord bezeichnet wurden, werden die Morde an über 1.5 Mio Algerier die ermordet wurden um französichen Siedlern Platz zu schaffen gerne verschwiegen. Die gleichen gekauften Experten deklarieren den französichen Völkermord als leichte Verstimmungstote...während die französiche Politik druck auf die Algerier ausübt, damit sie sogar ihre eigenen Toten verschweigen sollen.

Besonders die Christen sollten in Bezug auf Völkermord zuerst mal die eines EU Mitgliedstaates mit der Staatsanwalstschaft aufklären. Ruanda, Algerier. Ihre Mörder leben zum Teil noch....

Seiliger
 
34
28.10.2011, 12:49
Die Morde an den Armeniern vor 96 Jahren wurden auch von den lokalen kurdischen Hamidiye-Reitermilizen durchgeführt.

Wer soll es denn besser verstehen können als die Kurden, schließlich waren die Kurden die Mörder... eine völlig nachvollziehbare Schlussfolgerung!

Berko
11
29.10.2011, 13:58

Oh sie scheinen ja sehr geübt zu sein darn, Volkgruppen pauschl als Mörder zu beschimpfen..Herr Koptas zeigt menshcliche Grösse in dem ihr nicht die Türkenoder Kurden als Mörder beschimpft, sondern Veränderungen in der GEsellschaft fordert...Was den Armeniern angetan wurde, hätte nicht passieren dürfen und daran sind nicht nur die in anatolien Menschen schuld, sondern die Akteure die direkt und indirekt daran beteiligt haben...Es ist ein Abgrund den wir als Menschen zur Kenntnis nehmen müssen und beschämend zugleich dem Genozid gegenüber in der öffentlichen Debatte gegenüber ignorant zu sein...

Melis
23
27.10.2011, 23:49
Kommentarkultur

dia_lektik, selten lese ich solche ausgewogenen kommentare. Tut gut, gerade inmitten des ziemlich anstrengenden Pinpongspiels! Vielen Dank

Cet
63
28.10.2011, 12:10
Ein PKK-Sympathisant und "ausgewogene Kommentare", soso...

dia_lektik
11
28.10.2011, 23:34
erzählen sie das den pkk-sympathisanten, die mal vor jahren bei unserer familie an die tür klopften, auf der suche nach neuen geldgebenden anhängern

und denen mein bruder, damals noch volksschüler, genau sagte, was er von ihnen hält. denn als diese ihm ein bild des mittlerweile verhafteten pkk-anführers zeigten und fragten, ob er wisse, wer das sei, antwortete er: ja, das ist ein esel. die geschockten verblendeten wurden dann auch nach fünf minuten der obligatorischen gastfreundlichkeit hochkant rausgeschmissen.

aber genug meiner familien-anekdoten. nein, ich bin keine pkk-sympathisantin, mir ist der kurdische nationalismus genauso zuwider wie jeder andere. und von terroristen, die an waffengewalt glauben, halt ich gar nichts. ihr versuch mich als sympathisantin von terroristen zu diskreditieren macht ihre argumente nicht besser. dass sie das nötig haben, zeugt gar von ihrer schwäche.

Interrupt
04
28.10.2011, 13:55
fairness: glaube nicht, dass dia_lektik ein PKK-sympathisant ist

Ota Toy
10
27.10.2011, 23:13
ein Abkommen unterzeichnet, das die Öffnung der Grenze und die Eröffnung von Konsulaten vorsieht. Die aserbaidschanische Lobby in der Türkei hat das bisher verhindert.

wo ist mein Kommentar gelandet? Bitte lassen Sie frei....

Ota Toy
23
27.10.2011, 23:05
Krieg um Nagorny Karabach

"ein Abkommen unterzeichnet, das die Öffnung der Grenze und die Eröffnung von Konsulaten vorsieht. Die aserbaidschanische Lobby in der Türkei hat das bisher verhindert."

Wenn wir über türkische Nazionalisten reden, wieso reden wir nicht über armenische Nazionalisten?
Ah wir dürfen über die Verbrechen der Armeniern gar nicht schreiben. Sonst bleiben wir ohne Job.
Wieso forscht kein Jurnalist nach was die Armeniern mit Aserbaidschanischen Frauen und Kindern gemacht naben und das ganze nicht irgendwann vor hundertjahren, sondern in unsere Zeit in aserbaidschanischen gebieten.
Über eine million menschen sind obdachlos geblieben und wohin schaut die Weltbefolkerung. Weil die großte Lobbyarbeiten von Armeniern in USA, Frankreich, Italien,

Angelo S.
42
27.10.2011, 18:07
Um das hier massiv zur Schau gestellte Beleidigtsein unserer türkischen Freunde besser zu verstehen:

http://www.zeit.de/gesellsch... itik-samad

dia_lektik
19
27.10.2011, 18:45
da geht es um einen ägypter, der als kind/jugendlicher missbraucht wurde und häusliche gewalt erlebte, was genau hat das jetzt mit den hier beleidigten türkischstämmigen postern zu tun?

erstens gibt es auch bei nicht-muslimischen familien gewalt und auch in christlich dominierten gesellschaften findet sexueller missbrauch an kindern/jugendlichen statt, siehe die jüngst aufgedeckten skandale um kinderheime der stadt wien als auch von benediktinerinnen geführte heime (da gab's heute einen bericht dazu).

zweitens sind nicht alle türkische nationalisten auch zwangsweise sehr religiös, denn mit atatürk hat der nationalismus die religion quasi verdrängt. in den letzten jahren hat die religion dank der akp zwar immer mehr an bedeutung gewonnen, aber bei weitem nicht alle türkischen nationalisten beten fünfmal am tag oder gehen jeden freitag in die moschee.

beleidigtsein ist kein ethnisches/religiöses merkmal...

Halbmond
54
27.10.2011, 18:36
Wenigstens lese ich da...

türkische freunde......mehr auch nicht.

Beledigt sind nicht die Türken,sondern die EU,,,,die sich verkrochen gegenüber der Türkei!

noirc80
23
27.10.2011, 23:09

und vor lauter gram darüber musst du jetzt unter jedem artikel, in dem das wort "türkei" vorkommt, deiner gekränktheit hierüber luft machen. das verstehe ich. nur: hier gehts um völkermord, da wärs ganz gut, wenn du deine mimosige natur ein bisschen zurück nehmen könntest.

Silentium
28
27.10.2011, 16:12
Zum Schämen der Mann

Scheint also tatsächlich an die Ergenekon Lüge zu glauben und spielt der AKP - denn die Islamisten sind die wahren Mörder Dinks- somit noch mehr in die Hände.

Meanwhile in Silivri...

Inwiefern soll so ein Thor bitteschön Hrant Dink beerbt haben?

hallo51
1110
27.10.2011, 14:18

Tja wir Türken sind ein seltsames Volk.

Eines Morgens sind wir aufgewacht und haben aus
purer Lust und Laune entschlossen
einen sogenannten "Genozid" durchzuführen.
Am besten an Armeniern mit denen wir fast
1000 Jahre friedlich zusammen gelebt haben.
Vorsicht vor unseren Stimmungs-Schwankungen ;-)

Die Armenier habe wirklich nichts gemacht auf das
wir so hätten reagieren müssen, sie sind ganz und gar unschuldig.
Wie in einer Ehe, es hat immer nur
die eine Seite Schuld während die andere vollkommen
unschuldig ist. Wie bei einem Seitensprung, nur der
eine macht/hat den Seitensprung die andere Person
liegt irgendwie unglücklicher Weise genau da wo der
Seitensprung vollzogen wird.

hallo51

noirc80
28
27.10.2011, 18:46
nur dass im übertragenen sinne der mensch nicht fremd ging, sondern einen mord begangen hat und ja, deshalb ist er allein schuld.

Strukteur
 
32
27.10.2011, 18:26
bitte definieren Sie "türkisches Volk" / Sie können sich frei äussern

Fragen Sie Ihre Großeltern wenn es noch möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit Ihre Wurzeln in einer der Bibelvölker zu finden ist sehr hoch.

1000 Jahre friedlich und dazu noch "zusammengelebt" mit Christen ist eine Illusion. Das installierte Millet-System machte die Christen im besten Fall zu Schutzbefohlenen die Sondersteuern zu entrichten haben. Die Christen lebten als"Schutzbefohlene der "Muslimen".
Nehmen Sie den Ist-Zustand von heute und gehen Sie in der Zeit 500 Jahre zurück. Kein Internet, kein Telefon, die Macht in Händen von Machos. Den Christen war es nicht erlaubt Waffen zu tragen oder sich zu wehren. Kein IGH, keine Polizei, keine Menschenrechte es galt nur das Recht des bewaffneten Alis. Stoppen Sie diese türkische Propaganda

Interrupt
00
28.10.2011, 11:42
sie tun als ob es irgendwo anders gewesen wäre

glauben sie im mittelalter war man in europa besser dran?
wenn es um religösen wahn geht hat europa die latte ziemlich hoch gelegt: kreuzzüge, inquisition und vertreibung der spanischen juden. mal ganz abgesehen vom "gottesmord" (anklage der juden als kollektiv).

es mag aus heutiger sicht alles gaaaaanz schrecklich erscheinen, aber damals war das eben "normal". daraus können sich keine schuld oder irgendwelche schuldgefühle ableiten.

Sahin's Zahnlücke
41
27.10.2011, 22:50

Vor 500 Jahren hatten in Europa Andersgläubige entweder die Wahl zwischen Christentum oder Tod.

Und Sie jammern rum wegen einer Sondersteuer?

Cet
32
28.10.2011, 08:27

Richtig, zumal die Sondersteuer keine Strafe war, sondern ein Ausgleich dafür, dass die Christen nicht zum Kriegsdienst herangezogen wurden.

Muro
84
27.10.2011, 17:40
hast etwas vergessen...

dass wir dann die 1,5 Mio Toten (es hat damals zwar nicht 1,5 Mio Armenier im Osmanischen Reich gegeben aber wir haben dann zusätzlich noch ein paar Kurden geschnappt und ...) einfach aufgegessen haben, denn wir Türken sind kanibalistisch veranlagt. Das ist auch der Grund, warum sich die Österreicher in das Hemd machen, wenn sie hören, dass die Türken kommen ;-)

noirc80
57
27.10.2011, 18:50

nein, der grund ist, wir mögen keine nationalisten, auch keine kritikunfähigen und völkermordleugner, willst du sagen, alle türken wären so? nein, nein, wir differenzieren da schon.

dia_lektik
58
27.10.2011, 15:57
wollen sie die ermordung von unbewaffneten und wehrlosen zivilisten, viele davon frauen, kinder, ältere und gebrechliche, wirklich mit dem verweis auf selbstverteidigung rechtfertigen?

ich habe selbst türkischen migrationshintergrund, bin also nicht vom hass auf die türkei geleitet, wie sie hier all denen, die den genozid an den armeniern auch als solchen bezeichnen, vorwerfen. bei ihnen kann ich aber weder objektivität noch besondere freundlichkeit den armeniern gegenüber herauslesen, ganz im gegenteil.

ich empfinde es daher als menschliche pflicht menschen wie ihnen zu widersprechen, die sich auch noch lustig machen über die opfer des genozids, welche systematisch ermordet, dem hunger- und kältetod ausgeliefert und opfer einer antiarmenischen politik wurden, die alle armenier als spione feindlicher fremdmächte verurteilte und damit für vogelfrei erklärte.

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