War beim Pflücken von Preiselbeeren hineingestürzt
Linz - Ein Pensionist aus Kleinpertholz (Bezirk Gmünd) in Niederösterreich hat eine Nacht im Tannermoor im Gemeindegebiet von Liebenau (Bezirk Freistadt) im Mühlviertel überlebt. Das teilte die Sicherheitsdirektion Oberösterreich Dienstagnachmittag mit. Der 72-Jährige war am Montag beim Pflücken von Preiselbeeren in den Morast gestürzt. Er konnte sich zwar aus eigener Kraft befreien, musste aber die Nacht im Moor verbringen.
Weil der Mann nicht nach Hause gekommen war, verständigten seine Familie die Polizei. Die Einsatzkräfte entdeckten auf einem Feldweg sein Auto und suchten sämtliche Wanderrouten ab. Der Vermissten wurde aber nicht gefunden und die Aktion um 2.00 Uhr abgebrochen. Eine genauere Suche bei Dunkelheit im dichten Unterholz wäre aussichtslos und zu gefährlich für die 24 beteiligten Personen gewesen, so die Polizei.
Um Hilfe gerufen
Am Dienstag wurde ein größerer Einsatz mit Freiwilligen Feuerwehren, einer Diensthundestaffel der Polizei, der Rettungshundebrigade und einem Hubschrauber organisiert, der um 10.00 Uhr beginnen sollte. Um 9.15 Uhr tauchte der Niederösterreicher aber wieder auf. Er berichtete, dass er die Einsatzkräfte gehört und auch um Hilfe gerufen habe. Nach einiger Zeit versagte jedoch seine Stimme. Bei Tagesanbruch machte sich der Pensionist dann auf den Weg und kehrte zurück.
Die Außentemperatur betrug in der Nacht laut Polizei nur drei Grad. Der 72-Jährige hatte lediglich einen Pullover und eine Hose an. Seine Kleidung war trotz Stiefeln bis zu den Socken nass. Er sei dennoch wohlauf und gut aufgelegt gewesen, berichtete die Sicherheitsdirektion. Medizinische Hilfe lehnte der Mann mit dem Hinweis ab, dass er noch nie in seinem Leben einen Arzt benötigt habe. Er wurde von seinem Schwiegersohn nach Hause begleitet. (APA)