Verdoppelung der Betten

Kinder-Rehab-Klinik plant Ausbau

25. Oktober 2011, 13:53

Seit 2006 hat die Klinik nördlich von Graz jährlich 200 kleine Patienten - Nun ist der Ausbau von 24 auf 50 Eltern-Kind-Zimmer vorgesehen

Graz - Unfälle, Operationen oder auch Schlaganfälle machen auch bei Kindern eine umfangreiche Langzeitbehandlung notwendig.

In der Steiermark bietet die privat und ohne öffentliche Förderung errichtete Klinik für Kinder-Rehabilitation in Judendorf/Straßengel kleinen Patienten stationäre Hilfe, um die durch die Erkrankung verloren gegangenen Fähigkeiten wieder zurückzugewinnen. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums kündigte die Klinik am Dienstag einen Ausbau mit Verdoppelung der bisherigen Betten-Anzahl an.

Einzugsbereich von Wien bis Klagenfurt

Rund 200 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit Schädel-Hirn-Traumata, Verletzungen des Rückenmarks oder auch angeborenen Krankheiten wie spastischer Lähmung werden jährlich in der Rehaklinik Judendorf/Straßengel behandelt. "Der Einzugsbereich reicht von Wien bis Klagenfurt", so der ärztliche Leiter Peter Grieshofer. Die Wartezeit auf einen entsprechenden Betreuungsplatz betrage "rund 14 Tage". Daher erachte man es auch als sinnvoll, in den kommenden Jahren die Bettenstation von derzeit 24 auf rund 50 auszubauen.

Eltern-Kind-Zimmer und schulische Begleitung

Neben umfassender, speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen abgestimmter Betreuung und modernen technischer Hilfsmittel wie dem "Kinder-Lokomat" oder dem "Kinderhand-Roboter", der Bewegungsstörungen kurieren kann, bietet die Rehab-Einrichtung den jungen Patienten schulische Begleitung von der Taferlklasse bis zum Maturjahrgang.

Untergebracht sind die Kinder in "Eltern-Kind-Zimmern". "Ziel ist es, in gemeinsamer Anstrengung von Ärzten, Therapeuten, Pflegepersonal, Eltern und den Kindern den Weg in das normale Leben so natürlich und angenehm wie möglich zu gestalten", so Gründer und Leiter Grieshofer.

Österreichweiter Ausbau gefordert

Die im Jahr 2006 in Betrieb genommene Kinder-Einrichtung der Mare-Gruppe von Peter Grieshofer und Renate Remta-Grieshofer ging eine Erwachsenen-Rehab-Klinik im Jahr 2001 ebenfalls in Judendorf/Straßengel voran. Im Jahr 2007 folgte eine weitere in Wilhering bei Linz, wobei parallel dazu wiederum auch ein Rehab-Zentrum für Erwachsene errichtet wurde.

Seit geraumer Zeit und erst jüngst wieder forderte die österreichische "Initiative Kinder- und Jugendlichenrehabilitation" eine rasche Realisierung der auch vom Gesundheitsministerium und der Regierung gut geheißenen Installierung von österreichweit drei bis vier Rehabilitationszentren für Kinder und Jugendliche. Insgesamt bestehe ein Bedarf von rund 350 bis 450 Betten bis zum Jahr 2020. Das sei der siebenfache Bedarf der derzeitigen Kapazitäten. (red/APA)

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