Rundruf

SPÖ: Kein klares Nein zu Studiengebühren

Bericht | 25. Oktober 2011, 13:57

Die SPÖ feiert die Neue Mittelschule - Ob sie nun in der Studiengebührenfrage nachgeben wird, hinterfragt derStandard.at

Beim heutigen Ministerrat konnte Bundeskanzler Werner Faymann einen Etappenerfolg der SPÖ vermelden. Das Gesetz zur Umwandlung der Hauptschulen in Neue Mittelschulen geht demnächst in Begutachtung. Vizekanzler Michael Spindelegger zeigte sich erfreut über das Abkommen, das "gestern Abend getroffen" wurde. Während die Neue Mittelschule als das Herzstück der SPÖ im Bildungsbereich gilt, kann man die Wiedereinführung der umfassenden Studiengebühren als eine zentrale Forderung der ÖVP bezeichnen. Ob nun, nachdem die ÖVP eingelenkt hat, auch die SPÖ in Sachen Studiengebühren nachgeben wird? Spindelegger sagte auf diese Frage beim Ministerrat: "Man tauscht nicht das eine gegen das andere ab". Er hofft jedoch darauf, dass die Qualität der Universitäten der SPÖ genauso ein Anliegen sei, wie die Qualität der Schulen.

Symbolisches Nein

"Die SPÖ-Basis hat die Studiengebühren längst geschluckt", sagt dazu ein SPÖ-Insider gegenüber derStandard.at. Die Parteispitze würde diese nur mehr aus symbolischen Gründen ablehnen. In einem Interview mit der Tageszeitung Österreich, blieb zumindest ein klares Nein zu den Studiengebühren von Faymann aus. (derStandard.at berichtete) Auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer sprach sich heute vor dem Ministerrat nicht klar dagegen aus. "Das ist eine Debatte und ich habe keine Meinung dazu", sagt er zu derStandard.at.

Der ehemalige Wissenschaftssprecher der SPÖ, Josef Broukal glaubt, dass die Studiengebühren wieder eingeführt werden, sagt er zu derStandard.at. "Es wird auf die Frage hinaus laufen, ob die Studiengebühren wieder kommen oder ob stattdessen Tausende weniger auf die Unis gehen können, weil das Geld fehlt", sagt er.

Broukal spielt auf die neuen Studieneingangsphasen an, die es "über kurz oder lang allen Unis ermöglichen werden, die Zahl der Studienanfänger nach ihrem Gutdünken zu regulieren". Broukal sei von seiner Partei maßlos enttäuscht, "dass sie nichts Erkennbares unternimmt", um die Unis mit mehr Geld auszustatten. 

Schweren Herzens für Studiengebühren

Broukal: "Wenn man nun wählen muss, ob jährlich 10.000 Studenten nicht auf die Uni gehen können, weil sie ausgesiebt werden, oder, ob man Studiengebühren einführt, werden sich die Sozialdemokraten schweren Herzens für letzteres entscheiden müssen". Kritik übt Broukal am derzeitigen Stipendiensystem, das gegenüber "Vermögen blind ist". Es könne nicht sein, dass der Briefträger für sein Kind Studiengebühren zahlen muss, der Hotelier jedoch nicht. Sollte es zu Studiengebühren kommen, müsse seine Partei zudem darauf bestehen, dass die staatlichen Finanzierungen nicht gekürzt werden.

Von offizieller Seite zeigt man sich in Sachen Studiengebühren nach wie vor ablehnend: Elmar Mayer, Bildungssprecher der SPÖ, sagt im Gespräch mit derStandard.at: "Ich schließe Studiengebühren nach wie vor aus." Er habe keinen Anlass zur Annahme, dass sich etwas an der Linie der SPÖ geändert habe. Es sei keine neue Positionierung erkennbar, sagt er und spricht sich dagegen aus, dass das Thema Studiengebühren im Vordergrund ist. Mayer fordert stattdessen eine breite Diskussion über die Zukunft der Universitäten.

Kein positiver Effekt

SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter, der in der Vergangenheit damit aufgefallen ist, dass er aus Spargründen mehr E-learning an den Universitäten gefordert hat, ist auch nach wie vor ein Gegner von Studiengebühren. "Sie würden nichts bringen", sagt er zu derStandard.at. "Wenn mich irgendjemand von einem positiven Effekt überzeugen könnte, wäre es wenigstens interessant, darüber zu diskutieren. Aber diesen positiven Effekt gibt es nicht."

ÖVP abwartend

Der Bildungssprecher der ÖVP, Werner Amon, wollte heute auf die Frage, ob sich die ÖVP nachdem sie sich bei der Neuen Mittelschule bewegt hat, nun die Bewegung der SPÖ in der Studiengebührenfrage erwarte, nicht antworten. Die Position der ÖVP in dieser Frage sei klar, so Amon. (burg, lis, rwh, derStandard.at, 25. Oktober 2011)

Kommentar posten
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Monika1973
01
27.10.2011, 17:21
Meinungsfreiheit

Wie kann man als Sozialminister zur StudiengebührenDEBATTE keine Meinung haben? Schade. Denn Studiengebühren betreffen nicht nur mich als Studentin sondern vielleicht einmal auch mich als Mutter deren Kinder studieren wollen.
Es wird Zeit, sich in dieser Debatte eine Meinung zu bilden!

Chemist88
10
26.10.2011, 22:26
"na", "jo" einigen wir uns auf "najo"

der österreichische Weg.

Don Quixote1
01
26.10.2011, 18:36
Kompromisskultur:

Ok, keine Autobahn, aber dafür Maut auf den Landstraßen.

Juin
13
26.10.2011, 18:31
Der Staat scheint zu glauben Studenten hätten zu viel Geld

1. Kürzung der Familienbeihilfe
2. Kürzung von Fördermitteln für Studentenwohnheime ->preisanstieg um 30%
3. Die lieben Studiengebühren.

Der Staat braucht Geld. Wo kürzt man am besten? Bei den Studenten. Wir hams ja. Gehts noch? Als nächstes heißt es noch semestertickets müssen weg? Ich finde hier allein den symbolischen Wert schon bedrückend!

videoopa
00
7.12.2011, 11:26
ArtGenosse
 
02
26.10.2011, 18:20
"Die SPÖ-Basis hat die Studiengebühren längst geschluckt", sagt dazu ein SPÖ-Insider gegenüber derStandard.at.

Na, den Insider hams wsl. auch gleich nach der Sperrstunde im Wirtshaus beim Hinausgehen abgefangen.

1x1
11
26.10.2011, 17:55
Standardvorlesungen

könnte man doch von einem guten Prof lesen lassen und in youtube zur Verfügung stellen.
Spart Milliionen.

Phan Tast
00
26.10.2011, 22:27
Nicht nur Millionen

Nicht nur Millionen, sogar Fantastillarden und Stauntillionen!

Lächerlich. Juin hat schon recht.

RS69
 
01
26.10.2011, 19:00

Wenn's denken, dass ein Studium darin besteht irgendwem noch so genialen ein bisschen zuzuhören ...

1x1
00
26.10.2011, 19:08

Ich habe studiert.

RS69
 
00
26.10.2011, 19:12

SIe können auch die PRofessoren nicht zwingen, sich einfach filmen zu lassen und das auf Youtube zu stellen.

Ich würde an der Stelle professionelle Aufnahmen verlangen, gut zusammengeschnitten und überarbeitet, mit Freigabe wenn Alles passt.

DAs kostet allerdings.

Und dann wäre da noch die Abgeltung der Urheberrechte.

1x1
00
26.10.2011, 19:48

Bisher gab es gute und schlechte Skripten und Bücher.

In den Fahrschulen wird vorgemacht, wie man Teile der Ausbildung bzw. Prüfung automatisieren kann. Da haben die Unis geschlafen. Standardprüfungen kann man genauso automatisieren.

RS69
 
00
26.10.2011, 19:11

Und? War das mehr als ein paar Leuten zuzuhören? ;-)

1x1
00
26.10.2011, 19:18

Wenn Sie studiert haben, wissen Sie es selbst. Die Vorlesungen waren bei mir zu 90% reine Zeitverschwendung.

RS69
 
00
26.10.2011, 19:19

Ich bin nur in die gegangen, die mich interessiert haben.

klanadez
00
27.10.2011, 10:05

Dann haben Sie bestimmt kein Studium abgeschlossen. Ein Studium, wo einen wirklich jede VO interessiert... eine Utopie.

RS69
 
00
27.10.2011, 10:29

Haben SIe mein Posting gelesen? So richtig? ;-)

UnbekanntePerson
00
26.10.2011, 17:35
Zugangsbeschränkungen

Ja klar Bildung soll für jeden verfügbar sein und so.
ABER wenn es Zugangsbeschränkungen gäbe, würden die Studenten die innerhalb der ersten zwei Semester aufhören "müssen", weil sie bei einer großen Prüfung, die nur einmal jährlich stattfindet, durchgefallen sind.
Und für jene sollte dann garantiert werden, dass sie mit Semester zur Prüfung antreten können oder ihr Praktikum absolvieren können.

Und das sparrt auch Geld (und auch Nerven für jene Studenten, die aufgenommen worden sind).

Pauli Feuerstein
00
26.10.2011, 17:15
Wir brauchen keine sozial gestaffelten Sudiengebühren sondern echt tolle Leistungsstipendien mit genügend Angebot die Leistung auch erzielen zu können!

an kog
10
26.10.2011, 16:45
"über kurz oder lang allen Unis ermöglichen werden, die Zahl der Studienanfänger nach ihrem Gutdünken zu regulieren"

Soweit bekannt, handelt es sich bei den STEOP Prüfungen explizit nicht um Prüfungen mit denen der Zugang reguliert werden darf.

Wenn die PolitikerInnen-Kaste schon etwas anderes weiß, soll sie sich auch getrauen es zu sagen und dahinter zu stehen. "Ihr dürft zwar nicht, aber macht es doch einfach, sonst seit ihr blöd" ist mehr als nur ein Armutszeugnis.

Feiges, erbärmliches Pack!

Und der Sozialminister hat sowieso keine Meinung. Aha.

il padrino
01
26.10.2011, 16:40

Gegen sozial gestaffelte Studiengebühren - wenn es so kommt - kann doch wirklich keiner was haben, oder ?

RS69
 
04
26.10.2011, 16:41

Solange sie auf das Einkommen der Studenten abzielen: Nein.

Revan
01
26.10.2011, 16:37

Gute Idee!

Am besten auch einen Selbstbehalt für jeden Arztbesuch einführen, zudem das Schulgeld (Gratis Schulbücher abschaffen sowieso) und des Weiteren die Kilometer abhängige Maut...

Denn wie kommen denn die Armen dazu, dass dies für die Reichen auch Gratis ist

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Ironie off

RS69
 
00
26.10.2011, 16:40

Sehr viele Selbstständige haben 20% Selbstbehalt beim Arzt - und bei den Selbstständigen die Besserverdiener sogar mehr.

Charles Long
00
27.10.2011, 00:06

Ja, aber auch einen anderen Leistungskatalog.

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