Regierungstruppen bombardierten Stellungen muslimischer Rebellen - Angst vor Vergeltung
Manila - Vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und
muslimischen Rebellen im Süden der Philippinen sind in den vergangenen Tagen
schätzungsweise 10.000 Zivilisten geflohen. Wie ein Vertreter des Zivilschutzes
am Dienstag erklärte, brachte sich aus den Städten Payao, Alicia und Talusan auf
der Insel Mindanao etwa jeder siebente Einwohner in Sicherheit.
Viele Bewohner
hätten Nachrichten mit Warnungen auf ihren Handys erhalten, "dass die Rebellen
die Städte angreifen werden", sagte ein Behördenvertreter. Viele der Zivilisten
seien deshalb geflohen, kurz bevor Kämpfer der Rebellenorganisation Moro
Islamische Befreiungsfront (MILF) in der Region unter anderem mehrere Schulen
besetzt hätten.
Am Montag hatten zwei Flugzeuge der philippinischen Luftwaffe Angriffe auf mutmaßliche
Stellungen der Rebellen im Süden der Philippinen geflogen. Sie reagierte damit
nach eigenen Angaben auf Angriffe der muslimischen Aufständischen, bei denen
seit der vergangenen Woche 19 Soldaten und neun Aufständische getötet wurden.
Armee soll Rückzugsraum verletzt haben
Die Regierung
hatte erst im Frühjahr wieder Friedensverhandlungen mit den Rebellen
aufgenommen, die für einen autonomen Süden der Philippinen kämpfen. Um die Gespräche nicht zu gefährden, wurde den Aufständischen ein Rückzugsraum zur Verfügung gestellt, innerhalb dessen sie von der Armee in Ruhe gelassen werden sollen.
Bei ihrem Einsatz am Wochenende soll die Armee Angaben der Rebellen zufolge in diesen Rückzugsraum vorgedrungen sein, worauf die MILF-Kämfper aus dem Hinterhalt das Feuer eröffneten. Ein Armeesprecher bestritt dies: die Einheit sei zum Zeitpunkt des Angriffs vier Kilometer von der Zone entfernt gewesen.
Mehrere Senatoren forderten Präsident Benigno Aquino wurde angesichts der MILF-Angriffe auf, die Verhandlungen mit dne Aufständischen sofort zu beenden. (red/APA)