Return on "(Bildungs)-Investment"

Leser-Kommentar | 28. Oktober 2011, 09:17

Die Instrumente zur Lösung der Hochschulmisere liegen seit langem auf dem Tisch. Nur muss man Ziele und Folgen des Mitteleinsatzes besser reflektieren

Die Uni brennt. Die Zahl der Studierenden hat sich seit 1991 von rund 200.000 auf 300.000 erhöht. Gemessen an 1991 wären die Kapazitäten um 50 Prozent zu niedrig. Oder anders gesagt - die Nachfrage ist um 1/3 zu hoch. Zur Schaffung guter Studienbedingungen wäre es ergo nötig, die Kapazitäten an die Nachfrage anzupassen oder umgekehrt die Nachfrage an die Kapazitäten. Die Instrumente dafür sind bekannt. Doch welche Effekte haben diese? Sind sie sozial ausgewogen, chancengerecht und ökonomisch effektiv?

Freier Hochschulzugang bei massiver Budgeterhöhung

Es wäre so einfach! Die Politik setzt ihren in Sonntagsreden verkündeten Willen zu Bildung konsequent um und ermöglicht allen Bildungswilligen das gewünschte Studium. Das wirft jedoch einige Fragen auf:

Führt dieser Weg zum gesellschaftlichen Optimum? Ist eine Gesellschaft bereit, jedem bildungswilligen Menschen das Studium zu ermöglichen, das ihn/sie gerade interessiert, auch wenn der Arbeitsmarkt nachweislich nicht in der Lage ist, alle AkademikerInnen adäquat aufzunehmen, auch wenn der/die Studierende nicht über das Talent für das gewählte Fach verfügt? Tut man jungen Menschen etwas Gutes, wenn man sie jahrelang in einer aussichtsschwachen Bildungsillusion belässt und sie in der Folge in teure, öffentlich zu finanzierende Umschulungsprogramme zwingt? Der Ansatz erscheint gesamtgesellschaftlich ineffizient. Verkommen da etwa Bildungsinvestitionen zu "Sozialtransfers des Jugend-Entertainments"? Darf der Steuerzahler nicht einen möglichst hohen "Return on (Bildungs-)Investment" erwarten?

Beschränkung der Nachfrage über den Preis

Je höher der Preis, desto geringer die Nachfrage und überfüllte Hörsäle wären passé. Die hier zu Lande diskutierten Studiengebühren wären diesbezüglich allerdings wirkungslos, weil zu niedrig und dienen bloß einer Partei dazu, einen Restbestand an Wirtschaftskompetenz vorzutäuschen.

Die finanzielle Selektion ist berechtigterweise realpolitisch nicht mehrheitsfähig. Auch ich persönlich hätte in diesem System nicht studieren können. Weiterer Nachteil: nicht die Besten und Talentiertesten eines Jahrganges beginnen ein Studium, nur die Wohlhabendsten können das. Kann das im Interesse einer Gesellschaft sein, die angeblich Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit für so wichtig hält?

Zugangsbeschränkungen

Bleibt die Auswahl nach Talent und Potenzial. Trotz bitteren Beigeschmacks, gesamtgesellschaftlich birgt dies einige Vorteile:

•Signifikante Qualitätssteigerung des "Outputs". Die Qualität der finnischen Lehrerausbildung, ist unter anderem das Ergebnis eines rigorosen Aufnahmeverfahrens.
•Damit einhergehend wächst das Renommée der ausbildenden Institutionen und der vergebenen akademischen Grade.
•der Steuerzahler wird eher bereit sein, ein Gratisstudium zu finanzieren.

Man könnte einwenden, Selektion könne auch später im Rahmen des Studiums oder durch die Wirtschaft erfolgen. Gegenfrage: wieso sollte der Steuerzahler jahrelang unzähligen Unentschlossenen bzw. Ungeeigneten ein Studium finanzieren, das diese sowieso über kurz oder lang abbrechen werden? Wären die Mittel in der Berufsorientierung nicht viel besser eingesetzt? Menschen müssen sich darüber Klarheit verschaffen, was sie später einmal arbeiten, weniger was sie studieren wollen.

Die Instrumente zur Lösung der Hochschulmisere liegen seit langem auf dem Tisch. Nur muss man Ziele und Folgen des Mitteleinsatzes besser reflektieren. Wollen wir den freien Hochschulzugang ohne Rücksicht auf die Kosten? Wollen wir ein privatwirtschaftliches System? Oder wollen wir mit den verfügbaren Mitteln das Bestmögliche erreichen?

Ein hochwertiges Bildungssystem zählt ebenso zu einer nachhaltigen Politik wie ein effektiver Mitteleinsatz, Chancengleichheit oder der soziale Ausgleich. Die von den Regierungsparteien vertretenen Positionen lassen einen Kompromiss aus Ansatz 1 und 2 befürchten, der diese Kriterien nur unzureichend erfüllt und verglichen mit fairen Zugangsbeschränkungen gesamtgesellschaftlich suboptimal ist. (Leser-Kommentar, Gregor Reautschnig, derStandard.at, 28.10.2011)

Autor

Mag. Gregor Reautschnig, 38 ist hauptberuflich Lehrender an der Fachhochschule der Wirtschaft Campus02 in Graz sowie nebenberuflich beeideter Steuerberater.

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25 Postings
Politisch unkorrekt
00
28.10.2011, 18:25
Warum macht man nicht ein Kreditsystem wie in Australien. Dafür könnte jeder Staatsbürger an jeder Uni in der EU studieren und sobald der Job anfängt fängt man mit dem Zurückzahlen an.

Der Steuerzahler könnte das System ja fördern indem der Zinssatz auf 0 % gesetz wird. Außerdem würde sichergestellt das die Absolventen nicht - so wie jetzt - mit ihrer sauteuren Ausbildung ins Ausland abhauen und der österreichische Steuerzahler auf den Ausbildungskosten sitzenbleibt.

Aber jetzt kommen sicher wieder die Sprüche mit "Schuldenfalle, Hypothek für die Zukunft, als Soziologe verdient man nicht soviel blablabla"

Heavyweather
00
30.10.2011, 01:53

Warum nimmt man das Geld nicht von den Steuern?
Ausländische Studenten können ja eh Studiengebühren zahlen.
Die Deutschen kann man auch zahlen lassen. Dafür einfach die österreichische Kinderbeihilfe ab 18 ordentlich anheben damit sich die Studiengebühren ausgehen.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
00
28.10.2011, 21:34

Studiengebühren sind letztlich eine Steuer auf Arbeitseinkommen. Umso mehr, wenn sie als Kredit später abbezahlt werden. Kann man gern machen, dann kriegen wir aber bitte auch ein Steuerniveau wie in Australien.

her wig
10
28.10.2011, 18:06
Der Markt regelt das schon

die Uniabgänger landen mehrheitlich im Prekariat und/oder in unterbezahlten lebenslänglichen Praktikantenjobs. Die schlauen Jungen haben schon bemerkt dass man ohne Uni in vielen Fällen besser fährt. Einen fixen Zuschuss für Uniabgänger gibt's zum Glück nur im Beamtenapparat.

Heavyweather
00
30.10.2011, 01:54

Zu Glück stimmt das nicht...

matthias_87
00
28.10.2011, 17:58
Bildungsplanwirtschaft wie im Kommunismus

sehr gute Idee. Am Besten gleich den Schülern den Jop und Ausbildung zuweisen nach einem Qualifikationstest, weil natürlich kann man jetzt schon Wissen was man in 20 Jahren an braucht, oder ist es gerade der Gedanke das niemand so etwas Planen kann der entscheidente Fehler in der Planwirtschaft.
Soll das die Planwirtschaftliche Unterlage für den Turbokapitalismus werden? wo alles nur nach Wirtschaftlichkeit entschieden wird?
Sollte der Markt nicht mit Anreizen dafür Sorgen das die Studenten das studieren wo sie mit abstand am Besten aussteigen? Heutzutage nimmt man den Verdienstentgang für mehr Lebensqualität in Kauf wenn man etwas macht was einem gefällt. Und wenn nun guten Technikern noch mehr bezahlt würde? aber leider weniger Profit....

Gregor Reautschnig
Gregor Reautschnig
01
28.10.2011, 19:07
Planwirtschaft?

Mir ist nicht ganz klar, was Zugangsbeschränkungen mit einer Planwirtschaft zu tun haben sollen? Es würde ja jeder/m frei stehen, für welches Studium er/sie sich bewirbt.

Es geht auch nicht darum, die Arbeitskräftenachfrage auf das Dutzend genau zu prognostizieren. Es geht darum zu verhindern, dass teilweise nicht 50% (Hausnummer, zugegeben) der AbsolventInnen auf der Straße sitzen bzw. in fachfremden Hilfsjobs ihr Auslangen finden müssen.

Der/die SteuerzahlerIn hat mE das Recht, dass Bildungsinvestitionen möglichst treffsicher sind. Ein System "ich studiere was ich will, egal wie lange, egal mit welchen Berufsaussichten" ist das wohl nicht.

Gut, wir könnten uns den freien Zugang leisten. Bitte gerne! Bloß traut sich die SPÖ nicht (Angst vor dem Boulevard?) und die ÖVP will nicht. Sie werden einen faulen Kompromiss schließen, der den freien Zugang belässt, ohne die Kapazitäten aufzustocken, mit entsprechend mediokren Studienbedingungen und werden dafür auch noch einen Preis verlangen (hat das Studium dann mehr wert?!?). Um soziale Härten zu vermeiden, werden sie bei den Stipendien anziehen und dafür wieder einen Verwaltungsapparat aufbauen. Klingt alles nicht wirklich gescheit ...

smea_gol
00
29.11.2011, 17:04

der steuerzahler hat aber auch das recht für die spitzenabgabequote zu erwarten, dass seine kinder nicht aus willkürlichen gründen von tertiärer bildung ausgeschlossen werden.

oder glauben sie, dass der erste, der einen punkt zu wenig hat, beim ems test und daher (hausnummer) Kandidat 1001 leider nicht studieren darf, weil Kandidat 1000, 999 und 998 so viel kompetenter sind.

nein, nein, mit so fadenscheinigen argumentationen brauchen sie niemandem kommen. Btw. welche fraktion würden denn sie im moment wählen, was hochschulpolitik angeht?

matthias_87
00
28.10.2011, 19:18
ja wir können uns es nämlich locker Leisten

und eine Mangel an Arbeitskräften besteht auch nicht gerade.
Darum sehe ich keinen Sinn in Zugangsbeschränkungen, es wäre schön wenn die SPÖ diesmal nicht schon wieder aus zugeständissen zum billigen Populismus der ÖVP (das Sündebockbild des faulen Studenten in der Hängematte und mit langen Haaren der Abends aufsteht und sonst nur kifft) umfallen muss.

Wir müssen den vielen Maturanten, die Möglichkeit geben zu studieren was sie wollen, das soll noch immer jeder selbst am Besten wissen.
Man muss an die Zukunft denken und wir in Österreich haben keine anderen Ressourcen.
Aber das geht nicht mit der selbst ernannten Wirtschaftspartei, wo sie Grundlagenforschung für unnötig halten weil sie nicht weiter denken als bis zur nächsten Wahl.

Gregor Reautschnig
Gregor Reautschnig
00
28.10.2011, 19:42
der bummelstudent

Ach ja der Bummelstudent. Es wird niemand bummeln, wenn er oder sie keinen Anreiz dafür bekommt.

Man nehme bitte die 80er, als es jedem frei stand, zu studieren was beliebte, so lange man wollte und das bei vollem Familienbeihilfe-Bezug. Diese Anreize waren geradezu eine Einladung zum bummeln.

Heute ist das anders.

smea_gol
00
29.11.2011, 17:06

der bummelstudent ist übrigens in der regel arbeitstätig, zumindestens sozailversicherungs- wenn nicht sogar steuerzahlend und ist am jobmarkt meistens wegen praktischer erfahrung viel wert.

und sie sind steuerberater? bleibens lieber dabei, denn vom klischeeklopfen kommt kein vernünftiger output heraus...

Gregor Reautschnig
Gregor Reautschnig
00
28.10.2011, 19:36
ob es jede(r) selbst weiß, ist die große Frage!

Jede(r) sollte die Möglichkeit haben, das zu studieren, was er/sie will. Unter einer Voraussetzung: wenn er/sie die Kriterien erfüllt.

Es ist eben unsinnig, beispielsweise jemanden zum Lehrer machen zu wollen, wenn er/sie nicht über die entsprechenden intellektuellen oder kommunikativen Fähigkeiten verfügt; oder zur/m PsychologIn, wenn er/sie eigentlich selbst der Patient ist (man verzeihe mir die Bedienung dieses billigen Klischees; als Beispiel ist es aber zu plakativ).

Hier werden wertvolle Lebensjahre (und Ressourcen) vergeudet.

matthias_87
00
28.10.2011, 19:55
Und das es gründe haben könnte warum so viele psychologie studieren daran haben sie nicht gedacht?

Und hier sollte die wirtschaft anreize schaffen zum beispiel durchdurch stipendien.....
Der grund ist eben das technik und so weiter nicht gerade viele begeistert, mir fehlt der bezug zu menschen dabei...aber wenn einem das studium von einem unternehmen bezahlt würde das würde motivierent wirken oder? Aber dann würde der gewinn um ein paar prozent sinken, darum gibt es auch den mythos des fachkräftemangels und der staat bildet nun lehrlinge für die wirtschaft aus.
Und die intellektuelle befähigung sollte ja die matura sein....ja das ist es nicht weil unser schulsystem aus dem vorletzten jahrhundert ist.

Garfield2
00
28.10.2011, 15:18
Ich würde auch intelligente Zugangsbeschränkungen als beste Lösung vorziehn

Und zwar nicht in einer Art, dass dies jemand vom Studium ausschliesst, sonder eher in einer Art, dass einfach nicht jeder alles studieren darf und soll. Das macht die Planung einfcher für Unis, zwingt die Studenten schon VOR dem Studium sich mit der Studienwahl besser zu beschäftigen und ist sozial fair, weil einfach die reichsten, sondern die für ein Fach geeignetsten und besten studieren dürfen!

Ausserdem funktioniert das Prinzip bei FHs, Pädaks, Musik, Tontechnik, Medizin, etc und hat sich daher - im kleinen Rahmen - schon bewährt und kostet nix

smea_gol
00
29.11.2011, 17:06

welcome to sovietunion, sag ich da nur.

Fisch Suppe
00
28.10.2011, 17:06

Dafür ist aber die Matura da, nur sie stellt seit eh und jeh die Hochschulreife fest. Es geht hier auch um eine Berechtigung, einen Rechtsanspruch, als MaturantIn ein selbst gewähltes Hochschulstudium ergreifen, betreiben und abschließen zu können.

Bei Medizin ist dieses Recht entzogen worden, mit der Folge, dass jene, die nicht genommen werden, ins Ausland gehen müssen, um Medizin studieren zu können - sofern das deren Eltern überhaupt finanzieren können. Und das ist, wenn man sich MaturantInnen aus ärmeren Familien vor Augen hält, sehr unsozial.

Polka
00
28.10.2011, 18:27
Die Matura nützt einem weder auf der

Musikuni noch auf der Angewandten oder der Bildenden etwas. Von wegen Rechtsanspruch...

Politisch unkorrekt
00
28.10.2011, 18:22
Die Matura war doch seit Jahr und Tag als alleiniges Entscheidungskriterium für den Hochschulzugang völlig untauglich.

Nur die aufnehmende Institution kann zumindest ungefähr sagen welche Qualifikationen der Student mitbringen sollte um das Studium zu absolvieren. Diese Einschätzung kann sie ganz sicher nicht nur an Hand von Noten einer anderen Institution treffen, wobei die Abschlüsse (AHS; HAK; HTL; Berufsreife etc.) immer uneinheitlicher werden. Sportuni und Kunstuni haben das schon seit Jahrzehnten erkannt.

Daher: Matura ja, aber ZUSÄTZLICH Eingangsprüfungen.

Fisch Suppe
00
28.10.2011, 23:28
Zitat:

>>Die Matura war .. als alleiniges Entscheidungskriterium für den Hochschulzugang völlig untauglich. Nur die aufnehmende Institution kann .. sagen welche Qualifikationen der Student mitbringen sollte<<

Das sind zwei Behauptungen, die unbewiesen einfach so hingeknallt werden. Und dann zigmal wiederholt werden.

Wo ist der Beweis?

Der Gegenbeweis sind Generationen von ÖsterreicherInnen, die tagtäglich ihrem akademischen Beruf nachgehen und Steuern zahlen - und alle haben "nur" aufgrund ihrer Reifeprüfung studieren dürfen.

Politisch unkorrekt
00
29.10.2011, 15:26
Sie wollen Beweise? Sehen Sie nach z.B. nach Schweden.

Ich behaupte nicht dass ein erfolgreiches Studieren nur mit der "Qualifikation" Matura möglich ist, aber es ist extrem ineffizient.

Der Gegengegenbeweis zeigt sich zur Zeit in einer Studienabbrecherquote von 50%. Selbst wenn man großzügig behauptet das nur 25% das Studium abbrechen weil sie ungeeignet sind bzw. schlicht die falsche Disziplin gewählt haben und nicht aus materiellen Gründen sind das 10.000e Studenten, und zwar Jahrgang für Jahrgang.

Übrigens gibt es genug Sportwissenschafter, Kunsthistoriker etc. die sehr wohl nicht nur auf Grund der Matura haben studieren "dürfen" sondern die der Uni erst einmal beweisen mussten dass sie wollen und können. Von den FH-Absolventen rede ich da noch gar nicht.

Gregor Reautschnig
Gregor Reautschnig
00
28.10.2011, 19:17
Auswahlkriterien

Sie haben völlig recht! Zeugnisse können nicht das alleinentscheidende Auswahlkriterium sein. Noten sagen nichts aus über Kreativität, soziale Kompetenz, Rechtschaffenheit oder Verantwortungsbewusstsein. Vor allem sind Zeugnisse gleicher (sic!) Schultypen nur schwer miteinander vergleichbar: einerseits weil Noten der letzten Schulstufe im Zweifel gerne geschenkt werden oder weil umgekehrt unsachliche Lehrer bei Antipathie gg. den Schülern zur schlechteren Noten neigen. Soll es alles geben ...

Daran lässt sich auch erkennen, warum die Zentralmatura so wichtig ist.

Es wäre Sache der Hochschulen, für ein faires Aufnahmeverfahren zu sorgen. An den FHs funktioniert das bereits im Großen und Ganzen.

saunaecho
00
28.10.2011, 17:00
Versprechen schluckt Vernunft ?

Klar, dass man zuerst überlegt wieviele Spezialisten braucht und dann auch nur soviel ausbildet, indem man dafür die die Besten auswählt. Verschwendung von Geld, Zeit und Talent gilt überall sonst als Unfug. Faymann & Co prodzieren aber mit ihrem Sudium-Light einerseits Knappheit bei den anstrengenden Studien und akademisches Proletariat bei den überlaufenen Pimperl-Studien.

Cote 304
02
28.10.2011, 11:34

Schön langsam glaube ich, der Sandard ist eine Uni-Zeitung.

Fisch Suppe
10
28.10.2011, 17:23

Medien, Wirtschaft, Politik ziehen hier größtenteils an einem Strang: Halten wir die MaturantInnen von der Hochschulbildung fern, damit sich das Volk, das dann weniger weiß, besser lenken lässt, und dass ein Bildungsmarkt entsteht.

Welcher Maturant bewirbt sich denn an einer teuren Privatuni, wenn er an einer offenen und gebührenfreien Hochschule genausogut studieren kann? Studiengebühren und ein Ende des offenen Hochschulzugangs wären die Voraussetzung, dass man bei privaten Bildungseinrichtungen erst so richtig ein Geschäft machen kann.

Und das wird von allen unterstützt: Von der Bertelsmann-Stiftung, der OECD, der Weltbank, der IV und der WKÖ, dem ORF, vom Herrn Konrad und seinem Kurier, von der ÖVP etc.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
10
28.10.2011, 10:45

"Die Zahl der Studierenden hat sich seit 1991 von rund 200.000 auf 300.000 erhöht. Gemessen an 1991 wären die Kapazitäten um 50 Prozent zu niedrig. Oder anders gesagt - die Nachfrage ist um 1/3 zu hoch."

Die Kapazitäten wären um 1/3 zu niedrig (100k/300k), die Nachfrage um 50% zu hoch (100k/200k).

Bei den Zugangsbeschränkungen ist es eine politische Entscheidung, die natürlich nie getroffen wird: Wenn jeder alles probieren kann, dann verursacht das zusätzliche Kosten in den ersten Semestern. Wenn die Politik das will, dann muss sie das finanzieren. Derzeit geht der freie Zugang zu Lasten aller Studierenden.

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