Erschreckende Verbindung

Mehr Gewalttaten durch Konsum von Softdrinks

25. Oktober 2011, 13:18
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    foto: apa/karl-josef hildenbrand

    Bei Jugendlichen, die 14 Dosen Erfrischungsgetränk pro Woche tranken trugen 43 Prozent eine Waffe, 27 Prozent waren ihrem Partner gegenüber gewalttätig geworden und 58 Prozent gegenüber Gleichaltrigen.

Die Gewalttätigkeit von Jugendlichen bei erhöhtem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke steigt um neun bis 15 Prozent

Paris - Jugendliche mit einem hohen Konsum von Softdrinks sind einer neuen Studie zufolge häufiger in Gewalttaten verwickelt. Diese "erschreckende" Verbindung fanden Wissenschafter in den USA in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung heraus.

Demnach waren junge Leute in der Innenstadt von Boston, die mehr als fünf Dosen kohlensäure- und zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke pro Woche tranken, zwischen neun und 15 Prozent häufiger in gewalttätige Vorfälle verwickelt als ihre Altersgenossen, die weniger davon konsumierten. Nach Ansicht der Forscher muss nun noch genauer untersucht werden, ob der Konsum der Softdrinks das gewalttätige Verhalten auslöst.

"Erschreckend klare Verbindung"

David Hemenway, Professor an der Gesundheitsfakultät der Harvard-Universität, sprach von einer "engen Verbindung" zwischen dem Konsum der Softdrinks und der Gewalttätigkeit der Jugendlichen - "nicht nur ihresgleichen gegenüber, sondern auch gegenüber Beziehungspartnern und Geschwistern". "Es war erschreckend für uns, als wir feststellten, wie klar die Verbindung war."

Die Wissenschafter verweisen auf frühere Studien, die einen ähnlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol oder Tabak und gewalttätigem Verhalten gefunden hatten. Mehrere Studien hatten zudem schon vorher eine Verbindung zwischen einem sehr hohen Zuckerkonsum und Problemen im Sozialverhalten hergestellt. Hemenway hob allerdings hervor, dass der Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken möglicherweise nur ein Anzeichen sei für gewalttätiges Verhalten, für das es aber ganz andere Ursachen gebe.

1878 Schüler an staatlichen Schulen

Für die neue Studie wurden 1878 Schüler an staatlichen Schulen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren im Bostoner Innenstadtbereich befragt. In dem Gebiet ist die Kriminalitätsrate deutlich höher als in den reicheren Vorstädten. Die Mehrzahl der Befragten waren lateinamerikanischer Abstammung oder Schwarze. Nur wenige waren Asiaten oder Weiße.

Die Jugendlichen wurden nach ihrem Konsum von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken, die nicht als Diät-Drink verkauft wurden, gefragt. Außerdem beantworteten sie, ob sie Alkohol tranken, rauchten, eine Waffe trugen und gewalttätig geworden waren. Weitere Fragen sollten den familiären Hintergrund der Jugendlichen beleuchten.

Gewalt-Steigerung von neun bis 15 Prozent

Bei den Jugendlichen, die keine oder nur eine Dose Softdrink pro Woche konsumiert hatten, trugen 23 Prozent eine Pistole oder ein Messer; 15 Prozent gaben gewalttätiges Verhalten gegenüber ihren Partnern zu und 35 Prozent waren gegenüber Gleichaltrigen schon gewalttätig geworden.

Deutlich höher war dieser Wert aber bei denjenigen, die 14 Dosen Erfrischungsgetränk pro Woche tranken: 43 Prozent trugen eine Waffe, 27 Prozent waren ihrem Partner gegenüber gewalttätig geworden und sogar 58 Prozent gegenüber Gleichaltrigen.

Insgesamt stieg die Gewalttätigkeit bei erhöhtem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke um neun bis 15 Prozent, wobei Faktoren wie die Herkunft bereits mit berücksichtigt wurden. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 136
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netimernst
00
23.12.2011, 13:57

Ich würd es eher so sehen, dass in Familien mit "aggressiven" Kindern, weniger auf die Gesundheit geachtet wird und daher dieser Zusammenhang statistisch auftaucht.

astemp79
01
23.12.2011, 11:20
Es ist wohl eher anders herum ...

Menschen, die extrem viel Zucker pur konsumieren, und das geht nun mal bei Softdrinks am schnellsten, haben ein großes seelisches Defizit an Liebe.
Zucker = Süße des Lebens.
Und gerade Defizite in Liebe werden oft in Hass verkehrt, Hass gegen sich selbst, die Familie - und das kann im Extremfall dann leider auch in tätliche Aggression umschlagen.

Hamstray
00
28.10.2011, 03:11
Die Wissenschafter verweisen auf frühere Studien, die einen ähnlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol oder Tabak und gewalttätigem Verhalten gefunden hatten.

Also wie jetzt, machen nun weiche oder doch harte Getränke aggressiv?

keywords
00
27.10.2011, 13:41

dass leute, die viele getränke konsumieren, gewalttätig sind, mag ja sein.

aber verbindung kann ich da keine direkte erkennen.

johann potakowskyj1
 
00
27.10.2011, 12:50
Es gibt auch Feldversuche in den USA

da man Jugendlichen in Schulen , die als aggressiv bekannt waren, keine Speisen und Getränke mit Industriezucker verabreicht.

Aggressive Vorfälle sind da dramatisch gesunken. Die

Zusammenhänge sind also schon länger bekannt.

Hier wird die Biochemie dazu sehr verständlich erklärt:
http://petra.over-blog.org/article-2... 45618.html

weiters:
http://science.orf.at/stories/1628435/

http://www.wahrheitssuche.org/ernaehrun... alten.html

Ich google vielleicht noch nach bsseren Links ...

Übrigens Süssigkeiten gibt es auch gern in den Chefetagen ...

Marion_Berger
00
27.10.2011, 12:30
logisch...

Zucker macht süchtig und krank. Darüberhinaus gibt es Gehirnaussetzer, was in Folge auch Demenz fördert.

Alois M
04
27.10.2011, 10:16
Statistik und Bauchgefühl

Einerseits:
Die Autoren der Studie haben Statistik als Werkzeug verwendet und wissen, was sie tun. Der Satz "Hemenway hob allerdings hervor, dass der Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken möglicherweise nur ein Anzeichen sei für gewalttätiges Verhalten, für das es aber ganz andere Ursachen gebe." legt dar, dass sie keinen kausalen Zusammenhang als erwiesen sehen. (Das besorgen zugegebener Maßen die Medien.)

Andererseits:
Die Autoren der meisten Postings haben "das kann gar nicht sein" als Methode angewendet, um hier sinnreiche Kommentare zu verfassen.

Hausaufgabe:
Sorgen Sie mal dafür, dass Ihr Nachwuchs zwei Tage keine Softdrinks und Süßigkeiten ("Mars macht mobil") bekommt und staunen Sie über die Verhaltensänderung.

samba cat
00
27.10.2011, 11:54
ich hab zwar keinen nachwuchs

aber ich persoenlich werd hoechstens aggressiv, wenn man mir suessigkeiten vorenthaelt :-)

derger
00
27.10.2011, 09:55

Wenn in der Studie von einer "Verbindung" gesprochen wird, ist der Titel dieses Artikels falsch, denn er suggeriert einen kausalen Zusammenhang.

In diesem Fall hats wohl die APA verbockt, ich würde aber generell allen Journalisten raten einen Einführungskurs in Statistik zu machen.

Takis
07
27.10.2011, 03:47

Ich bin mir sicher, dass dich mit der selben Studie belegen lässt, dass Softdrinkkonsum dazu führt, dass sich die Eltern weniger um ihre Kinder kümmern. Es müssen also nur die Softdrinks verboten werden und es gibt keine Problemschüler mehr. Genial!!

oh wait...

keywords
00
27.10.2011, 13:46

softdrinkkonsum führt zu killerspiel-fanatikern.

defjak
11
26.10.2011, 20:10

statistiken sind die argumente der ahnungslosen.

Loonquawl
03
27.10.2011, 09:52
lustiger satz

leider sehr falsch.

Transalpin2
11
26.10.2011, 20:47
wieviele Fußball-Bundestrainer hat Österreich?

4.086.434 im Jahre 2010 (alle Männer!). Und vermutlich hat Österreich auch 8,3 Mio Statistik-Experten, die dann solche Plattituden verbreiten wie "Trau keiner Statistik die du nicht selber ... " oder eben wie "Argumente der Ahnungslosen" ....
Dass der STANDARD hier die Überschrift verboselt hat, hat doch nichts damit zu tun, dass die meisten unserer Gesundheits"gesetze" eben nicht deterministisch, sondern probabilistisch sind.

Darius Minor
01
26.10.2011, 23:13
I beg to differ.

4.086.433

marty fink
01
26.10.2011, 19:34
Riecht nach Korrelationsmeierei!

triebstrü
 
11
27.10.2011, 08:46
Macht sich aber gut

zwischen Homöopathie, Ajuveda und TCM.
Gleich und gleich gesellt sich gern, heisst es doch.

utarefson
10
26.10.2011, 16:50
Diese und ähnliche Wisenschaft wurde schon von Ben Goldarce in "Bad Sciences" gegeißelt!

Aber warum sollten die Leute vom Standard besser sein. als der Rest der Junk und Entertainment Infoleute! Unwissenschaft begeistert unwissende Nullchecker am meisten!

Kahuna
01
26.10.2011, 16:16
Sofort alle Softdrinks verbieten

und wenn wir schon dabei sind, auch Zucker in jeder Form.

O5
01
26.10.2011, 14:17

Eine idiotische Studie. In den USA gibts fast niemanden der in die Kontrollgruppe ("keine oder nur eine Dose Softdrink pro Woche") fällt.

FinalDestinati0n
23
26.10.2011, 17:58

Doch, ich.

Und so ca. weitere 50 Freunde und Bekannte.

ausgroaster
16
26.10.2011, 13:42
100% aller Straftäter...

... kamen vor ihrer Tat mit dem gefährlichen Dihydrogenmonoxid in Kontakt!!!!!

Hamstray
00
28.10.2011, 03:01

Kein Wunder dass Softrinks also Aggressiv machen.

A. Sieberer
00
27.10.2011, 08:57

... das schon in sehr jungen Jahren und meistens durch massiven Druck durch die eignen Eltern!

Karl Benemsi
00
26.10.2011, 17:20

ist ja auch nur mehr eine frage der zeit, bis die fpö das verbot fordert

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