Pröll-Firma

Leipnik-Lundenburger muss Kartellstrafe zahlen

25. Oktober 2011, 14:17

Die deutsche Mühlen-Tochter muss wegen jahrelanger Preis- und Marktabsprachen 23,8 Millionen Euro Bußgeld löhnen - Vorstandschef Pröll: "Hart, aber schwer verkraftbar"

Düsseldorf/Wien - Die deutsche VK Mühlen AG, indirekt eine 51-Prozent-Tochter der österreichischen Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI), hat vom deutschen Bundeskartellamt ein hohes Strafgeld aufgebrummt bekommen. Der Hersteller von "Aurora"-Mehl wurde wegen jahrelanger Preis- und Liefermengen-Absprachen zum Schaden der Kunden zu einem Bußgeld von 23,8 Mio. Euro verdonnert.

LLI-Vorstandschef und Ex-Vizekanzler Josef Pröll, der seit Juli im Amt ist, bezeichnete die vom deutschen Kartellamt verhängte Strafe als "hart, aber schwer verkraftbar". Es habe eine Kartellstrafe von bis zu 60 Mio. Euro gedroht, sagte er am Dienstag. Dabei sei die Frage im Raum gestanden, ob die Bilanzsumme der Holding oder jene der deutschen Tochter für die Strafhöhe herangezogen werden sollte, so Pröll, der die Lösung der Kartellverfahren als eine der ersten Aufgaben seit seinem Amtsantritt bezeichnete.

Im Hinblick auf die geringe finanzielle Leistungsfähigkeit der deutschen Tochter VK Mühlen werde die Strafe in fünf Jahrestranchen abzutragen sein, so Pröll. Die Bilanz 2010/11 werde von der Strafe deutlich belastet, Zahlen nannte der LLI-Chef aber keine. Die Verfahren in Ungarn und den Niederlanden seien bereits abgeschlossen. Dort habe es vergleichsweise geringe Geldbußen gegeben. "In Frankreich laufen noch Untersuchungen gegen die Branche", sagte Pröll weiter. Zu der Übereinkunft mit dem deutschen Bundeskartellamt stehe man, betonte er.

Zahlen auf Raten

Wegen seiner "beschränkten finanziellen Leistungsfähigkeit" konnte das Hamburger Unternehmen bei den Kartellwächtern eine Ratenzahlung durchsetzen und muss die Millionen-Buße nun in fünf Jahresraten begleichen. Die VK Mühlen AG gehört zu 51,01 Prozent der LLI Euromills GmbH und diese wiederum zu 100 Prozent der LLI, bei der heuer Ex-Finanzminister Josef Pröll neu in den Vorstand eingezogen ist.

Beamte des deutschen Kartellamts hatten 2008 zahlreiche Mühlenunternehmen durchsucht, nachdem es Hinweise auf Preisabsprachen gegeben hatte. Neben VK Mühlen waren damals unter anderem auch die Neusser Werhahn Mühlen ("Diamant"-Mehl) sowie der Verband Deutschen Mühlen betroffen.

Gegen rund 40 weitere Betriebe der Branche dauern die 2008 aufgenommenen Ermittlungen noch an. Die Firmen trafen laut Kartellamt seit dem Jahr 2000 in regelmäßigen Gesprächsrunden ihre Absprachen. Dabei hätten sie sogar illegal die Kapazitäten gesteuert, etwa durch das Stilllegen von Mühlen. Die von der Untersuchung betroffenen Unternehmen lieferten ihr Mehl an Industriekunden, Großbäcker und kleine Bäckereien sowie teilweise auch direkt an Supermärkte. (APA)

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13 Postings
Pierre d´Aubusson
10
26.10.2011, 16:06
Tschuldigung, aber:

wieso gehen die Herrschaften davon aus, daß der Mutterkonzern mit den Tochterfirmen nix redet? Dafür, um die (unternehmerischen) Freiheiten zu gewährleisten, hat man ja die EU gegründet. Und Information ist nun eben eine Ware. Wenn der Transfer von Gewinnen oder die Gruppenbesteuerung möglich ist, dann wird wohl der Mutterkonzern der Tochter sagen können, wieviel für eine Leistung zu verlangen ist. Sowas ist keine Preisabsprache, das ist eine firmeninterne Order. (Punkt)

Nicht, daß ich das so gut fände, aber wenn man sich zu einem Prinzip bekennt, dann muß man es auch einhalten, odr?

RS69
 
00
26.10.2011, 20:13

Stimmt. Wenn aber die Tochter keine eigenständigen Entscheidungen trifft und auch wirtschaftlich nicht eigenständig agiert, dann wird sie umgekehrt auch Steuerlich nicht so behandelt.

DAS wollen die dann auch nicht.

0815-Kommentar
06
26.10.2011, 09:13

jetzt ist mir klar warum die raiffeisen einen g'standenen övp-politiker den job gegeben hat: keiner kennt sich bei korruption und absprachen besser aus!

0815-Kommentar
01
26.10.2011, 09:12

jetzt ist ,ir klar warum die raiffeisen einen gstandenen övp-politiker den job gegeben hat: keiner kennt sich bei korruption und absprachen besser aus!

wos wor mei Leischtung?
01
26.10.2011, 08:48
seitdem

er sich nicht mehr jeden tag die sätze von spin doctoren einsagen lässt...
sagen wollte er: das Urteil ist hart, aber es ist, wenn auch schwer, verkraftbar.

wir danken für die worte!
oder würde er sagen: wir danken für die wörter...
wir wissen es nicht.
was spricht eigentlich willi aus sierning. der scheint ganz zufrieden mit seiner belohnung, ah posten zu sein.

Def_izit
01
26.10.2011, 03:31
Hart, aber schwer verkraftbar. ???

das ist ABER kein ABER satz - nicht einmal deutsch könnens - die leistungsträge(r).

Errorrrrrr
00
25.10.2011, 21:46
Wertschöpfungskette forcieren

Pröll werde beauftragt, "den Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder im Hinblick auf die Vertiefung der Wertschöpfungskette zu forcieren"
-
kaum ist der leistungsträger im vorstand, stellen sich auch schon die ersten erfolge ein!

W.Hammerl
11
25.10.2011, 22:49

Als die Prüfung 2008 erfolgte war Pröll noch lange Politiker und kein Manager. Außerdem könnte man aus der Überschrift schließen, dass die Firma Pröll gehörte, was natürlich Unsinn ist. Vielleicht könnte man dem zuständigen Redakteur sagen, dass es keinen Sinn macht, Pröll anzupatzen, da er längst nicht mehr in der Politik ist.

Hugh G. Rection
00
27.10.2011, 12:31
LL

gehört Raiffeisen, der Pröll irgendwie auch schon seit man ihn kennt.

itavalda
00
26.10.2011, 16:24

Aber es ist bezeichend das Politiker in so feinen Firmen entversorgt werden, auf Kosten der Konsumenten. Die "Erfolge" der Firmen sind ja offensichtlich illegale.

pardon!
00
25.10.2011, 19:32
hart, aber schwer verkraftbar?

wie bitte?

locken
02
25.10.2011, 18:22
Hoffentlich bleibt Pröll gesund !

Jan Sommer
10
25.10.2011, 20:47
Warum ? Die Witwenpension wär billiger .....

js

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